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23.05.2014, 23:04

Real Madrid setzt auf die Erfahrung von Ancelotti

Die Seele für die Decima hergeben

Die Obsession "La Decima", seit Jahren hat sie von Real Madrid Überhand genommen. Gegen Atletico Madrid setzen die Königlichen daher besonders auf die Künste und Erfahrung von Trainer Carlo Ancelotti, der den Champions-League-Pokal bereits zweimal mit dem AC Mailand gewonnen hat und zum insgesamt siebten Mal in einem Finale steht. Da auch der Italiener kein Wunderheiler ist, steht hinter dem Einsatz von Pepe und Benzema weiterhin ein Fragezeichen. Zumindest der Torgarant ist aber fit.

Gute Laune und Zuversicht: Carlo Ancelotti und Cristiano Ronaldo.
Gute Laune und Zuversicht: Carlo Ancelotti und Cristiano Ronaldo.
© Getty ImagesZoomansicht

Aus Lissabon berichtet Jörg Wolfrum

Ganz am Ende huschte dann doch endlich mal ein Lächeln über Sergio Ramos' Gesicht, kurz bevor er sich zum letzten Training vor dem großen Duell verabschiedete. Was für ein Kontrast zu dem Auftritt der Atletico-Protagonisten eine gute Stunde zuvor. Sie war förmlich zu greifen, die Anspannung, die von Real Madrid vor dem Finale gegen den Herausforderer Atletico Besitz ergriffen hat.

"Millionen wollen wir glücklich machen", sagte auch Kapitän Iker Casillas, "und wenn es klappt, wird man sich ewig daran erinnern". Doch auch der Torhüter sieht dabei eher aus, als wäre es eine Last denn eine Lust, so ein Glücksbringer werden zu können. Wäre da nicht Coach Carlo Ancelotti, aber der ist auch noch keine Ewigkeit im Klub und hat zudem zwei Jahrzehnte mehr auf dem Buckel. Vielleicht liegt es ja daran. Doch zu dem Italiener später mehr.

Verteidiger Ramos und Torwart Casillas jedenfalls, der erste neun Jahre im Klub, der zweite praktisch sein ganzes Leben lang ein Königlicher. Ein Drittel davon nun fast schon ohne europäische Krone. Sie waren zuletzt dreimal in Folge im Halbfinale ausgeschieden, Jahre zuvor hatte es den Achtelfinal-Fluch gegeben, als man Saison für Saison bereits in der ersten K.o.-Runde scheiterte. Peinlich geradezu für Reals Ansprüche. Nun ist man da, wo man hin will: Ein Schritt noch zur "Decima", der zehnten Königskrone.

Wie in einer Blase

Und deshalb wiederholt Ramos binnen Minuten gleich mehrfach: "Opferbereitschaft, Kampf, Arbeit", das alles nun noch einmal, nur dann könne es an diesem Samstag klappen. Die Seele müsse man hergeben, das Finale sei "eine Belohnung für harte Arbeit und für den Klub sehr, sehr wichtig". Für ihn, den Welt- und Europameister auch, aber es bleibe in diesem schnelllebigen Geschäft ja "keine Zeit zum Freuen. Man lebt wie in einer Blase".

Wenn Befindlichkeiten am Samstag ab 20.45 Uhr (LIVE! bei kicker.de) eine Rolle spielen, dann dürften die unverkrampften, aber nicht minder fokussierten Rot-Weißen von Atletico Madrid einen Vorteil haben. Aber das muss nichts heißen. Sie vertrauen bei Real auf ihre Erfahrung und auch darauf, gegen Dortmund im Rückspiel des Viertelfinales das Ausscheiden abgewendet zu haben, mit einem Kraftakt, wie Casillas betont.

Beäugt die Seinen genau: Carlo Ancelotti, flankiert von Iker Casillas (li.) und Sergio Ramos.
Beäugt die Seinen genau: Carlo Ancelotti, flankiert von Iker Casillas (li.) und Sergio Ramos.
© Getty Images

Dass er sich an dem Finaleinzug nun im Vorfeld mehr "laben" könne als damals, 2000 und 2002, mit 19 und 21 Jahren, das sieht man dem Kapitän und Keeper nicht an. Damals sei man an Siege in der Champions League irgendwie "gewohnt" gewesen. Seit Jahren ist er mittlerweile aber nur noch das Ausscheiden vor dem großen Ziel gewohnt. Daher die Hand vorm Gesicht? Als wolle er etwas verstecken? Auch das muss nichts heißen, er weiß ja, was zu tun ist. Gegen Bayern München hat Casillas im Hinspiel in der Schlussphase gegen Mario Götze eine vielleicht gesamtentscheidende Parade gezeigt. Wer weiß, was unter anderen Voraussetzungen, also ohne diese Parade, im Rückspiel passiert wäre.

Pepe und Benzema weiter auf der Kippe - CR7 fit

Einer, der weiß wie es international geht, sitzt bei den "Blancos" auf der Bank: Ancelotti. "Er hat das Feeling", sagt Ramos. Der Coach sei "ein guter Freund", einer, der jedoch "von Anfang an den Rhythmus und die Anspannung hoch gehalten habe, das ganze Jahr hindurch". Der Italiener gibt das Kompliment zurück: Nie habe er eine Mannschaft geleitet, "in der alle so zusammengearbeitet haben und keiner beleidigt war, weil er nicht spielte". Spielen, und da gibt er gleich mal die Entwarnung, werde gegen Atletico auch Cristiano Ronaldo, ausgeheilt die Muskelverletzung im Oberschenkel: "Er ist eine Waffe für uns." Bei den angeschlagenen Karim Benzema und Pepe hänge es vom Abschlusstraining ab.

Geben alles, um für das Finale fit zu sein: Gareth Bale und Cristiano Ronaldo.
Geben alles, um für das Finale fit zu sein: Gareth Bale und Cristiano Ronaldo.
© Getty ImagesZoomansicht

Und dann dreht der 54-Jährige auf. Er wirke angespannt, wird ihm vorgehalten. "Aber nein, ich bin nur konzentriert. Das Ziel war von Saisonbeginn an die Decima. Und ein Finale ist eben immer Freude und Anspannung zugleich." Das hier in Lissabon ist nun sein siebtes Endspiel als Coach und Spieler, vier hat er gewonnen: Also wenn das nichts sei, so Ancelotti, und der Schalk blitzt dabei aus seinen Augen. Er macht dann einfach weiter, spricht auf Englisch und verheddert sich ein bisschen dabei, aber das macht ihn nur noch sympathischer und lustiger.

Ancelottis Aberglaube

Und dann, ja, dann versucht er sich gar als Philosoph oder Kartenleger: 2007, als er mit Milan den Cup zum zweiten Mal nach 2003 als Trainer geholt habe, da habe er vor dem gegen Liverpool gewonnen Endspiel gesagt: "Wer weiß, vielleicht ist dies mein letzter Vorabend eines Finales in der Champions League. Wie sich zeigte, stimmte das nicht." Jetzt sagt er daher quasi aus Aberglaube wieder: "Vielleicht ist das heute mein letzter Vorabend eines Finales in der Champions League."

Doch der Höhepunkt in der Gute-Laune-Show des Italieners kommt erst noch. Auf eine Einlassung, ob seine Zukunft bei Milan liege, um den abgestürzten Ex-Klub wieder aus der Versenkung zu holen, antwortet er süffisant: "Na, auf diese Frage habe ich ja nur gewartet. Ich denke an die Zukunft, ja. Aber die Zukunft ist morgen." Dieser Samstag also. Sein Traum? "Eine Leistung wie gegen Bayern."

 
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weitere Infos zu Ancelotti

Vorname:Carlo
Nachname:Ancelotti
Nation: Italien
Verein:Bayern München

Vereinsdaten

Vereinsname:Real Madrid
Gründungsdatum:06.03.1902
Vereinsfarben:Weiß-Blau
Anschrift:Real Madrid Club de Fútbol
Avenida Concha Espina, 1
28036 Madrid
Telefon: 00 34 - 91 - 3 98 43 00
Telefax: 00 34 - 91 - 3 98 43 83
E-Mail: oas@corp.realmadrid.com
Internet:http://www.realmadrid.com/


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