| Vorname: | Jürgen |
| Nachname: | Klopp |
| Nation: | Deutschland |
| Verein: | Borussia Dortmund |

"Es gibt schlechtere Ausgangspositionen als dieses Ergebnis", sagte Kehl, der im defensiven Mittelfeld erneut seine ganze Routine, sprich: Klasse, in die Waagschale warf und wie schon im Heimspiel gegen Real Madrid (2:1) der Chef im (schwarz-gelben) Ring war, "jetzt haben wir zu Hause alle Möglichkeiten."
Außenverteidiger Lukasz Piszczek (27) trauerte sogar noch einem besseren Ergebnis nach. Weil beiden Gegentoren individuelle Fehler vorausgingen, haderte der Pole: "Wir haben unglückliche Treffer kassiert. Es wäre mehr drin gewesen." Erst drei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit rettete Mats Hummels (24) den Dortmunder Nimbus (noch ohne Niederlage im laufenden Wettbewerb) und belohnte sein Team für einen selbstbewussten Auftritt.
Mit dem Kopf wuchtete der Innenverteidiger die Ecke von Marcel Schmelzer (25) in die Maschen. "Schon bei der Flugkurve des Balles", gestand BVB-Boss Hans-Joachim Watzke (53), "hatte ich ein gutes Gefühl. Schließlich war Mats schon in der ersten Hälfte nah dran." Nur ein paar Zentimeter hatten in der 17. Minute gefehlt, wieder war eine Ecke vors Tor geflogen, diesmal von Marco Reus getreten, Hummels erwischte sie fast perfekt - er traf die Latte.
Nach dem späten Tor, mit dem der Nationalspieler Donezk den Sieg noch entriss, fällt der Borussia vor dem Rückspiel am 5. März nun die Favoritenrolle zu. "Unsere Chancen stehen jetzt nicht gleich bei 70:30", meint Hummels, "aber bei 55:45. Theoretisch brauchen wir kein Tor mehr, um den Sprung ins Viertelfinale zu schaffen." Selbst Watzke zeigte sich vor dem Rückflug nach Deutschland "verhalten optimistisch", dass seine Borussia ihre Europatournee fortsetzen darf.
Worauf es in drei Wochen vor allem ankommt? "Darauf, die Balance zu finden", sagt Dortmunds Abwehrchef. "Wir dürfen nicht zu passiv sein und werden angreifen. Donezk ist in der Defensive verwundbar. Gleichzeitig dürfen wir ihnen nicht zu viele Räume anbieten." Das wäre in der Tat fatal angesichts des rasanten Tempos, das Schachtar mit seinen gleichzeitig auch technisch ungemein versierten Fußballern anschlägt.
Zweimal hatte auch Hummels nach dem Wechsel offenkundige Probleme, mit den brasilianischen Turbo-Dribblern mitzuhalten. Noch mehr als die eigenen Geschwindigkeitsdefizite in diesen Szenen aber wurmte ihn, dass er sich vor dem 2:1 durch Douglas Costa grob verschätzt hatte. "Das war mein Fehler", räumte Hummels zähneknirschend ein und bat um mildernde Umstände: "Es gab schon deutlich schlimmere Sachen, die Abwehrspielern passiert sind."
Am Ende des (langen) Tages verdeutlichte Hummels schon weit nach Mitternacht, dass die Teilnahme an der K.o.-Runde weniger Stress sondern pures Vergnügen bedeutet: "Es hat so viel Spaß gemacht, dass es hoffentlich nicht eines der letzten K.o.-Spiele für uns war."
Thomas Hennecke