UEFA-Botschafter Steve McManaman ließ die Schalke-Fans nicht lange warten. Der ehemalige englische Nationalspieler zog erst Galatasaray Istanbul aus dem Topf - und anschließend die Gelsenkirchener. Eine sicherlich machbare Aufgabe für die derzeit kriselnden Königsblauen, die ein Wiedersehen mit Ex-Spieler Hamit Altintop - einem gebürtigen Gelsenkirchener - feiern werden. Auch Abwehrspieler Cris (Bayer Leverkusen) und Tomas Ujfalusi (Hamburger SV) kennen sich aus in der Bundesliga. "Das ist ein ordentliches Los, aber wir werden Galatasaray auf keinen Fall unterschätzen", schrieb Schalke-Kapitän Benedikt Höwedes via Twitter.
Die Bayern bekommen es mit Schalkes Vorrundengegner zu tun. Der FC Arsenal wartet auf den deutschen Rekordmeister und Finalist der Vorsaison. Vor allem für Lukas Podolski verspricht die Partie interessant zu werden, trifft der Stürmer doch auf seinen Ex-Verein. Mit Per Mertesacker trägt ein weiterer gestandener deutscher Nationalspieler das Trikot der Gunners. "Das ist kein Glückslos, aber wir hätten unangenehmere Gegner kriegen können", schätzte Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge den Gegner ein. "Ich denke, dass wir als leichter Favorit reingehen. Dennoch dürfen wir auf keinen Fall den Fehler machen, den Gegner zu unterstützen. Es wird kein Selbstläufer." Allerdings könne man nun auch beweisen, "dass wir zu Recht im UEFA-Ranking Rang zwei hinter Barcelona einnehmen. Das ist auch Verpflichtung, dem gerecht zu werden."
Mit Schachtar Donezk erwischte Borussia Dortmund eine etwas undankbare Aufgabe. Die Ukrainer, bei denen die technisch starken Südamerikaner das Herzstück bilden, gelten als unbequemer, spielstarker Gegner. Das bekam auch CL-Gewinner Chelsea zu spüren, die Blues schieden in der Gruppe E hinter Juventus und Schachtar aus. Dementsprechend hielt sich die Begeisterung von BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke in Grenzen. "Es war nicht unbedingt unser Wunschgegner. Das ist eine schwere Aufgabe, aber wir haben in der Gruppenphase gezeigt, dass wir uns gegen starke Gegner durchsetzen können", erklärte gegenüber Sky Sport News HD: "Vielleicht ist es ein kleiner Vorteil für uns, dass die Liga in der Ukraine etwas später losgeht."
Die richtigen Knaller lauten aber anders: Der AC Mailand bekommt es beispielsweise mit dem FC Barcelona zu tun. "Milan ist einer der Großen in Europa. Ein Klub, der Respekt einflößt" erklärte Barças Vizepräsident Josep María Bartomeu. "Sie sind derzeit nicht in ihrer besten Verfassung, aber das kann sich von einer Woche auf die andere ändern." Klangvolle Namen treffen auch beim Duell Real Madrid gegen Manchester United aufeinander. "Mir wäre lieber gewesen, erst später gegen United zu spielen, aber ich bin sicher, dass sie auch nicht darüber glücklich sind" sagte Klub-Funktionär Emilio Butragueño.
Am Donnerstagnachmittag schwirrte bezüglich der Champions-League-Auslosung eine wilde Verschwörungstheorie durchs Netz. Am Mittwochabend vor der Auslosung des Achtelfinales wurde eine Testgrafik mit acht möglichen Begegnungen von einem britischen TV-Sender gefilmt. Als dann am Donnerstagmittag exakt diese Paarungen zustande kamen, gingen die Spekulationen bezüglich einer Manipulation los.
Offenbar handelte es sich bei diesem Vorgang um einen sehr großen Zufall. "Wir führen zahlreiche Tests durch, damit technisch alles korrekt abläuft. Natürlich waren wir sehr verwundert über die Übereinstimmung, aber das kann eben passieren", ließ eine UEFA-Sprecherin auf Anfrage von Spiegel online wissen. Der Verband habe sich bei der Auslosung streng an alle Regeln gehalten, eine Manipulation sei ausgeschlossen.
Tatsächlich zeigte die Testgrafik die acht Paarungen, die dann auch am Donnerstag gelost wurden, allerdings in anderer Reihenfolge. So wurde die Partie Galatasaray Istanbul gegen Schalke 04 am Donnerstag als erstes gelost, in der Testgrafik wurde diese Begegnung als letztes aufgeführt.
FC Arsenal - Bayern München
Galatasaray Istanbul - Schalke 04
Schachtar Donezk - Borussia Dortmund
Real Madrid - Manchester United
AC Mailand - FC Barcelona
Celtic Glasgow - Juventus Turin
FC Valencia - Paris St.-Germain
FC Porto - FC Malaga
Die Spiele in der Runde der letzten 16 werden am 12./13. bzw. 19./20. Februar und am 5./6. bzw. 12./13. März 2013 ausgetragen.