| Vorname: | Roberto |
| Nachname: | di Matteo |
| Nation: | Italien |
| Verein: |

"Diese Mannschaft ist unglaublich", sagte Didier Drogba, als die wichtigste Trophäe in Chelseas Vereinsgeschichte in den Münchner Nachthimmel gestemmt worden war, "sie gibt niemals auf." Der letzte Beweis wurde am Samstagabend gegen den FC Bayern erbracht, der erst kurz vor Ende der regulären Spielzeit geführt, dann einen Strafstoß in der Verlängerung zugesprochen bekommen und schließlich im Elfmeterschießen in Front gelegen hatte. Trotzdem lagen sich am Ende die Blues in den Armen - vier Männer standen an diesem historischen Abend im Mittelpunkt beim neuen Champions-League-Sieger.
Den Spieler des Spiels musste man in München nicht lange suchen, er hieß natürlich Didier Drogba. Als in Minute 88 Chelseas erste Ecke an den Fünfmeterraum segelte, war er da. Als er als letzter Schütze im Elfmeterschießen anlief, vollstreckte er souverän - obwohl er unlängst im Finale des Afrika-Cups vom Punkt versagt hatte. "Ich wollte Chelsea zum Lächeln bringen nach den letzten Malen, als wir niedergeschlagen waren und weinten", wählte Drogba emotionale Worte.
In seinem letzten Spiel für die "Blauen"? Das ist nun längst nicht mehr ausgemacht. Chelsea-Präsident Bruce Buck bestätigte, dass die Gespräche mit dem 34 Jahre alten Ivorer bald wieder aufgenommen werden. Drogba nannte er einen "big-match player" - kein Wunder nach seinem neunten Tor im neunten Finale mit den Blues.
Das wäre allerdings wertlos gewesen, hätte Arjen Robben den Elfmeter, den Drogba in der 95. Minute höchstungeschickt verursacht hatte, im Tor untergebracht. Trost spendete dem Niederländer nach Schlusspfiff einer, der weiß, wie es sich anfühlt, große Spiele zu verlieren: "The Drog", Drogba, der im CL-Finale 2008 das Elfmeterschießen nach einer Roten Karte in der Verlängerung verpasst hatte. Mit John Terry vergab damals der fünfte Schütze den Sieg.
"Mit diesem Typen im Tor musst du einfach daran glauben", sagte Drogba noch und meinte Matchwinner Nummer zwei, Petr Cech; auch so ein Spieler, der das ständige Scheitern in der Königsklasse während der Abramovich-Ära von Anfang an miterlebt hatte. Genugtuung war das Zauberwort für Cech. "Es war eine Art Rebellion gegen alle", jubelte der Tscheche nach insgesamt drei gehaltenen Elfmetern. "Jeder hat uns gegen Barcelona abgeschrieben, jeder hat gesagt, gegen Bayern haben wir keine Chance. Doch wir haben es allen gezeigt."
Mit Tränen endete sein 30. Lebensjahr. "Als er (Drogba, Anm.d.Red.) traf, wusste ich zum ersten Mal in meinem Leben nicht, was ich machen soll", beschrieb Cech das Unbeschreibliche. "Ich habe ihn weinen gehört. Ich habe geweint, geschrien. Es war unglaublich."
Es ist die Ironie der Geschichte von Roman Abramovich und dem FC Chelsea. Sieben Trainer durften sich am Traum vom Henkelpott abarbeiten, mit Ausnahme von Avram Grant (der als einziger sonst noch das CL-Finale erreichte) nur große Namen a la Mourinho, Hiddink oder Ancelotti. Und dann schafft diese 41-jährige Notlösung namens Roberto di Matteo, woran sich alle anderen ohne Erfolg vergebens versucht hatten.
"Wir haben so viele Jahre versucht, das zu erreichen. Das ist es, war wir wollten, und jetzt haben wir es", sprach Ersatzkapitän Frank Lampard und kam sofort auf den Trainer zu sprechen: "Er hat uns übernommen, als wir Probleme hatten und fast raus waren aus der Champions League. Jetzt haben wir sie gewonnen. Wenn das nichts ist!" Den Vater des Erfolgs zu ersetzen durch einen neuen Starcoach, wäre in der Tat abstrus. Und so erklärten die Chelsea-Macher lieber schnell, dass man über eine Festanstellung für di Matteo "ernsthaft" nachdenke.
Während er direkt nach dem Spiel über Fragen nach seiner Zukunft freundlich hinweg lächelte, drehte di Matteo verärgert ab, als ein Reporter über den unattraktiven Chelsea-Stil sprechen wollte. Er wusste, dass er trotz aller Mauerei Mut bewiesen hatte: Der 22-jährige Ryan Bertrand durfte erstmals die Champions-League-Hymne hören, Fernando Torres und Drogba blieben auch nach dem 1:1 in der Verlängerung gemeinsam auf dem Feld - während Jupp Heynckes den quirligen Thomas Müller für Daniel van Buyten geopfert und auf eine Korrektur verzichtet hatte.
Das sind also die Emotionen, die freigesetzt werden, wenn der Traum der Träume nach neun Jahren wahr wird? Mancher hatte mehr von Roman Abramovich erwartet, als Drogbas entscheidender Elfmeter im Netz zappelte. Seine Sitznachbarn stürzten sich jubelnd auf den zaghaften Milliardär - nicht umgekehrt. Womöglich war der Russe einfach überfordert mit dem, was sich da gerade abgespielt hatte. Auch am Sonntag wollte er nichts sagen. "Das ist es, worauf der Besitzer gewartet hat", sprang Terry ein. "Das ist es, weswegen er am Ende geweint hat." Rund eine Milliarde Euro haben diese Tränen gekostet.


| Vorname: | Roberto |
| Nachname: | di Matteo |
| Nation: | Italien |
| Verein: |


| Vereinsname: | FC Chelsea |
| Gründungsdatum: | 01.09.1905 |
| Vereinsfarben: | Blau-Weiß |
| Anschrift: | Chelsea Football Club Stamford Bridge Fulham Road London SW6 1HS Großbritannien Telefon: 00 44 - 20 - 79 15 29 00 Telefax: 00 44 - 20 - 73 81 48 31 |
| Internet: | http://www.chelseafc.com/ |