Zwei gute Spiele, so hatte Klaus Allofs prophezeit, müssten sie schon abliefern, um eine reelle Chance zu haben, in die Champions League einzuziehen. An diese Aussage erinnerte der Vorsitzende der Geschäftsführung bei Werder Bremen vor dem Rückspiel in Genua und nach dem Liga-Debakel in Hoffenheim. "Wenn wir so schlecht spielen wie in Hoffenheim, dann werden wir in Italien ausscheiden." Doch das wird nicht passieren, versicherte Claudio Pizarro bei der Pressekonferenz am Montagabend im Stadion: "Die Bundesliga ist eine Sache, die Champions League eine andere. Ich glaube nicht, dass wir so viele Tore kriegen." Und Trainer Thomas Schaaf pflichtete dem Stürmer bei: "Ich mach' mir weniger Sorgen wegen der Partie in Hoffenheim."
Alles sah so gut aus, vor fünf Tagen auf der Baustelle Weserstadion. Bis zur verhängnisvollen Schlussphase. Die Bremer kassierten nach dem souveränen 3:0 noch einen unnötigen Gegentreffer, der die Aufgabe an der Riviera erheblich erschwert. Nun noch der Nackenschlag beim Bundesliga-Start, der viele Fragezeichen wieder ins Spiel bringt, wo eigentlich seit Mittwoch dicke Ausrufezeichen standen.
"Ein dummes 1:3", schimpfte nach dem Hinspiel Torsten Frings, der dennoch die Werder-Elf in der Favoritenrolle für die zweite Begegnung sieht. "Wir sind auch auswärts immer für ein Tor gut. Das haben wir oft genug bewiesen." Die Rechnung des Kapitäns sieht so aus: "Wenn wir treffen, dürfte uns der Einzug in die Champions League nicht zu nehmen sein."
Doch ein Selbstläufer wird die Partie auf keinen Fall, nicht zuletzt, weil die Bremer die Reise nach Italien nur mit 14 Feldspielern antraten. Hugo Almeida (Oberschenkelzerrung) und Aaron Hunt (Grippe) fallen definitiv aus. "Das ist ein Schlüsselspiel. Da muss man nicht drumherum reden. Wir haben die besseren Voraussetzungen, dürfen uns darauf aber nicht ausruhen", unterstrich Schaaf die Bedeutung der Partie.
Nach dem Ausfall von Hunt denkt der Trainer über die Aufgabe der Werder-Raute nach und könnte mit zwei "Sechsern" spielen.
Noch nicht zur Verfügung steht dem Werder-Trainer Neuzugang Wesley. Der Brasilianer, der am Sonntagabend an der Weser eintraf und am Montagmorgen den Medizincheck absolvierte, trainiert zunächst mit den angeschlagenen Spielern in Bremen.
Barca oder Bate? So lautet die Frage, die am Dienstag beantwortet werden muss. Eine Schicksalsfrage für Werder: Entweder in der Champions League, bei den Großen wie beispielsweise Barcelona. Oder in der zweitklassigen Europa League, bei den Kleinen wie möglicherweise gegen den weißrussischen Vertreter Bate Baryssau.
Ein Blick in die Statistik verheißt zumindest etwas Gutes: Zuletzt spielte Werder dreimal remis in Italien. 1:1 gegen Inter, 2:2 gegen Milan, 3:3 gegen Udinese (alle 2008/2009). Zum 28. Mal hatten die Bremer in Europacup-K.o.-Duellen zunächst Heimrecht, schafften 20-mal das Weiterkommen. Ein gutes Omen für den morgigen Dienstag?
UEFA-5-Jahreswertung
Deutschland nun klar vor Italien.
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