Sie bemühen sich, die Erwartungen nicht zu groß werden zu lassen. "Wir haben eine Mini-mini-Chance", erklärt Horst Heldt im Hinblick auf das Rückspiel des VfB Stuttgart beim FC Barcelona.
Egal, wie sehr die Katalanen zuletzt auch geschwächelt, egal, wie nah sie in Stuttgart am Rand einer Niederlage gestanden haben. Der Vorstand Sport sieht den spanischen Vorzeigeklub weiterhin in der uneingeschränkten Favoritenrolle. "Das Ergebnis von Lyon hat uns sicher nicht geholfen", meint Heldt in Anspielung auf das 1:1 Olympiques in Madrid, das in der Vorwoche für Real das Aus in der Königsklasse bedeutete. "Jetzt hat Barcelona die historische Chance, im Mai in Madrid im Finale zu stehen." Ausgerechnet im Estadio Bernabeu, im Stadion des Erzrivalen, wo ein Triumph eine doppelte Demütigung für den ewigen Konkurrenten bedeuten würde. Eine Chance, die sich die Katalanen kaum entgehen lassen wollen.
Eine Chance, die auch der VfB für sich sieht. Bei allem Sinn für die Realität. "Wir schießen bestimmt ein Tor", sagt Christian Gross optimistisch. Auch wenn der VfB-Trainer die Höhe dieser Hürde nicht kleinreden will. "Uns muss ein perfektes Spiel gelingen." Personell wird der Schweizer zumindest einen Wechsel vornehmen. Kapitän Matthieu Delpierre (auf Schalke gelbgesperrt) kommt für Georg Niedermeier. Stefano Celozzi hat seine fiebrige Erkältung überstanden, somit wird Christian Träsch wohl wieder im defensiven Mittelfeld zum Einsatz kommen. Zdravko Kuzmanovic bleibt dann nur die Bank.
Alexander Hleb und Serdar Tasci wurden am Montag im Training geschont. Hleb ist erkältet, Tasci hat leichte Adduktoren-Probleme. Ihre Einsätze sind nach Angaben von Trainer Christian Gross jedoch nicht gefährdet.
Gesetzt ist Cristian Molinaro, der es erneut mit Lionel Messi zu tun bekommen wird. Das Duell im Hinspiel entschied der Italiener (kicker-Note 2) für sich. Der argentinische Superstar (Note 3) bot wenig Hochglanzfußball. "Im Camp Nou wird es viel komplizierter", sagt Molinaro. "Messi ist nie ganz auszuschalten. Von einer Situation zur anderen ändert er sein Spiel. Ich werde extrem aufpassen müssen." In Stuttgart tat er dies meist gut. Nur einmal gar nicht. Nach dem Schlusspfiff, als ihm das Trikot des Weltfußballers weggeschnappt wurde. Molinaro tauschte schließlich mit Puyol. Vielleicht bietet sich am Mittwoch die nächste Chance.
George Moissidis
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