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20.09.2000, 10:08

Champions League, Gruppe A: Bayers Gegner Sporting Lissabon

Alberto Acosta - einst verteufelt, jetzt vergöttert

Seine Zeit bei Sporting schien bereits abgelaufen, vor gut einem Jahr stand Alberto Acosta kurz vor der Entlassung. Heute, nach dem Titelgewinn, liegen die Fans dem Torjäger aus Argentinien zu Füßen.

Sie nennen ihn "el matador", und sie liegen ihm zu Füßen. Mit 22 Toren schoss Alberto Acosta den Traditionsklub Sporting Lissabon in der vergangenen Saison zum 17. portugiesischen Meistertitel, den ersten seit 1982; seitdem gilt der argentinische Torjäger für die Sporting-Anhänger als eine Art Volksheld.

Dabei hätten sie ihn noch vor gut einem Jahr am liebsten ganz schnell zum Teufel gejagt. Acosta, der im Dezember 1998 von San Lorenzo in Argentinien nach Lissabon gewechselt war, erwischte dort, auch bedingt durch aku- te Rückenprobleme, einen miserablen Start: Ganze drei Tore erzielte der inzwischen 34-Jährige in seiner ersten Saison bei Sporting.


Der Gastkommentar von Robert Enke Die Bilanz


In der Satire-Sendung "Herman José" im portugiesischen Fernsehen wurde er verspottet, und Giuseppe Materazzi, Vorgänger des aktuellen Sporting-Trainers Augusto Inácio, verfasste vor Beginn der Saison 1999/2000 einen Brief an die Vereinsführung, der an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig ließ. "Acosta ist ein störendes Element in der Gruppe und spaltet die Mannschaft", schrieb der Fußball-Lehrer und sprach sich für die Entlassung des Argentiniers aus. Tatsächlich zerfiel die Sporting-Mannschaft damals in zwei Gruppen: Die Spanischsprechende Fraktion, gebildet von fünf Argentiniern und einem Spanier, sowie die Portugiesen.

Materazzis Brief blieb nicht ohne Wirkung. Am 25. September 1999 verschickte die Klubführung wirklich einen blauen Brief - nein, nicht an Acosta, sondern an Materazzi selbst . . .

Unter dem neuen Trainer Inácio dann blühte Acosta auf. Der wanderlustige Stürmer, der seine Karriere 1986 in Argentinien bei Union Santa Fé begann, über San Lorenzo, den französischen FC Toulouse, erneut San Lorenzo, Boca Juniors Buenos Aires, Universidad Catolica (Chile), die Yokohama Marinos (Japan) und abermals Universidad Catolica und San Lorenzo in Portugal landete, ähnelt einem guten Portwein: Je älter, desto besser. Obschon er immer und überall viele Tore geschossen hat, erlebt er nun in Lissabon die vielleicht beste Zeit seiner Karriere.

Nach den 22 Treffern der vergangenen Saison startete Acosta auch in die neue Runde verheißungsvoll. Gleich am zweiten Spieltag, beim 4:1-Sieg in Guimaraes, traf der 34-Jährige drei Mal. Sein großes Ziel, nach dem Wechsel des jahrelang unantastbaren Mario Jardel zu Galatasaray Istanbul in die Türkei portugiesischer Torschützenkönig zu werden, scheint er in diesem Jahr erreichen zu können, zumal er endlich den langersehnten Partner zum Doppelpass- Spiel gefunden hat: Joao Pinto, den Trainer Jupp Heynckes vor der Saison nach acht erfolgreichen Jahren bei Sportings Lokalrivalen Benfica überraschend ausmusterte.

Wie fast alle Südamerikaner ist auch Acosta ein technisch beschlagener Spieler, wenn auch kein Rastelli. Sein Terrain ist der Strafraum, wo er den Ball häufig mit dem Rücken zum gegnerischen Tor stehend annimmt, ihn wunderbar abschirmt, sich dann blitzschnell dreht und abzieht. Nicht wenige in Portugal fühlen sich auf Grund dieser Eigenschaften an den vielleicht größten Mittelstürmer aller Zeiten, an Gerd Müller erinnert. Anders als der frühere Bayern-Torjäger aber neigt der Argentinier dazu, sich schnell fallen zu lassen und so Freistöße und Elfmeter für seine Mannschaft herauszuholen.

"Man sollte ihn nicht in Manndeckung nehmen", meint Heynckes, der auch vor Mbo Mpenza, dem Bruder des Schalker Torjägers Emile Mpenza warnt: "Er spielt einen gradlinigen Rechtsaußen, lebt von seiner Dynamik und hat einen guten Kopfball."

Zum Auftakt der Champions League am vergangenen Dienstag ging Acosta leer aus. Beim 2:2-Unentschieden Sportings gegen Titelverteidiger Real Madrid (nach 2:0-Führung) trafen Sa Pinto und Andre Cruz für die Portugiesen.

"Die Champions League ist für mich noch einmal etwas ganz Besonderes", sagt Acosta. Er freue sich, in seinem hohen Alter von 34 Jahren zum ersten Mal "an einem so wichtigen Wettbewerb" teilnehmen zu dürfen. "Ich werde gegen große Klubs und gegen große Spieler antreten", meint er, "und ich werde versuchen, das Optimale daraus zu machen."

Was für einen Torjäger wie ihn bedeutet, möglichst viele Treffer zu erzielen. Am Mittwoch in der Leverkusener BayArena will er damit beginnen.

José Martins

 

kicker

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