
Lyons Trainer Claude Puel unterzog sein Team im Vergleich zur 0:3-Auswärtsniederlage gegen Schalke in der Champions League einer Generalüberholung: Cris, Gonalons, Pjanic, Makoun und Gomis standen für Lovren, Toulalan, Gourcuff, Källström und Michel Bastos in der Startelf.
Hapoel-Coach Eli Gutman musste nach dem 3:0-Heimerfolg über Lissabon in der Königsklasse auf Ben Dayan verzichten, der gegen die Portugiesen seine dritte Gelbe Karte gesehen hatte. Stattdessen spielte Shish von Beginn an.
Olympique war von Beginn an bemüht, für klare Verhältnisse zu sorgen und setzte die israelische Defensive in der Anfangsphase gehörig unter Druck. Lisandro Lopez gab nach sechs Minuten den ersten Warnschuss ab, traf von der Strafraumgrenze aber nur das Außennetz. Auch in der Folge gestaltete Lyon das Geschehen sehr einseitig und hatte nur wenig später bereits den Torschrei auf den Lippen. Schiedsrichter Svein Oddvar Moen verweigerte Gomis' Kopfballtreffer jedoch auf Grund einer Abseitsstellung des Stürmers zu Recht die Anerkennung (15.).
Tel Aviv gelang es auch im weiteren Verlauf kaum, für Entlastung zu sorgen. Die Franzosen störten Hapoel früh und erstickten so jegliche Offensivbemühungen der Gäste im Keim. Allerdings machte die Gutman-Elf geschickt die Räume vor dem eigenen Strafraum eng, so dass Olympique nur selten den Weg in Richtung des von Enyeama gehüteten Gehäuses fand.
Lyon rannte dennoch weiter an und hatte durch Pjanic' Schuss die nächste Chance der Partie. Enyeama reagierte stark und bereinigte die Situation (27.). Im Gegenzug drang Tamuz von links in den Strafraum der Gastgeber ein, scheiterte aus spitzem Winkel aber am ebenfalls gut aufgelegten Lloris (28.). Die Israelis agierten nun etwas mutiger, zeigten sich öfter in der Hälfte der Gastgeber, waren dadurch in der Defensive allerdings anfälliger für schnelle Gegenstöße der Lyonnaise.
Gegen Ende der ersten Hälfte erhöhte die Puel-Elf noch einmal die Schlagzahl, kombinierte sich bisweilen gefällig nach vorne und rückte Hapoel-Keeper Enyeama zunehmend in den Brennpunkt. Der Nigerianer hielt sich jedoch schadlos und trieb die Angreifer der Hausherren mit starken Paraden zunächst zur Verzweiflung. Die beste Gelegenheit vergab kurz vor dem Pausenpfiff Makoun, als er nach feinem Hackentrick von Lisandro Lopez das Tor trotz freier Schussbahn verfehlte (42.).
Nach dem Wechsel waren die Rollen schnell wieder verteilt. Hapoel zog sich zurück und überließ den Gastgebern das Mittelfeld. Die ließen sich nicht zweimal bitten und spielten direkt wieder nach vorne. Im Anschluss an einen Eckball von Pjanic zeigte Enyeama einmal mehr seine Klasse, indem er einen schönen Makoun-Schlenzer über den Querbalken lenkte(49.).
Eine knappe Viertelstunde später belohnte Lisandro Lopez schlussendlich doch die Mühen seines Teams, als er nach einem Patzer von Enyeama den Ball zur Führung für die Lyonnaise in die Maschen schob (62.). Der Jubel war noch nicht verklungen, da setzte Zehavi Sahar mit einem klasse Pass aus der eigenen Hälfte in Szene. Der Stürmer lief allein auf Lloris zu und ließ dem Keeper mit seinem Flachschuss ins lange Eck keine Abwehrmöglichkeit (64.).
Hapoel war nun deutlich besser in der Partie und durfte nur kurz darauf erneut feiern, als Zehavi eine Toama-Flanke von links mit einem sehenswerten Fallrückzieher vom Elfmeterpunkt zum 2:1 veredelte (69.). Der Treffer traf die Gastgeber, die in der Folge deutlich weniger druckvoll agierten, genau ins Mark. Die Gutman-Elf zog sich im weiteren Verlauf wieder vermehrt in die eigene Hälfte zurück, verteidigte diszipliniert, musste jedoch kurz vor dem Ende noch den Ausgleich durch Lacazette hinnehmen (88.) - die EL-Träume Hapoels waren damit als Gruppenletzter beendet.
Für Olympique geht es am Sonntag in der Ligue 1 weiter: Um 17 Uhr empfangen sie den FC Toulouse. Bereits am Samstag ist Hapoel in der Ligat Ha'al bei Bnei Yehuda Tel Aviv gefordert. Die Begegnungen für das Achtelfinale der Champions League sind noch nicht festgelegt.
| Olympique Lyon |
|---|
| Hapoel Tel Aviv |
|
1:0
Lisandro Lopez (62., Linksschuss)
2:2
Lacazette (88., Rechtsschuss, Lisandro Lopez)
|
Gelbe Karten |