Die wichtigste Frage beim FC Valencia bezüglich der Startaufstellung war die des Torhüters: Würde der wiedergenesene Canizares oder dessen Vertreter Hildebrand im Kasten stehen? Trainer Quique Flores entschied sich für den Deutschen! Canizares blieb nur die Bank. Zudem brachte er im Vergleich zum 1:0 bei Recreativo Huelva in der Liga Albelda, Joaquin und Morientes für Baraja, Angulo und Arizmendi von Beginn an. Chelseas nicht wirklich beliebter neuer Coach Avraham Grant setzte nur auf eine Spitze (Drogba), Shevchenko blieb draußen. Kapitän Terry spielte mit Spezialmaske, nachdem er sich beim jüngsten Premier-League-Auftritt, dem 0:0 gegen Fulham, einen Jochbeinbruch zugezogen hatte. An seiner Seite verteidigte Ricardo Carvalho.
Temporeich ging es los im Estadio Mestalla, beide Mannschaften hielten sich nicht lange in der eigenen Hälfte auf. Die logische Folge war eine frühe Führung - und die schaffte Valencia: Villa dribbelte sich durchs Mittelfeld, die "Blues" stoppten ihn. Doch der Befreiungsschlag prallte von Essiens Rücken in Villas Lauf zurück und der hatte freie Bahn - 1:0 (9.). Chelsea versuchte nach dem unglücklichen Rückstand zu antworten, immer wieder suchten lange Bälle Drogba. Und diese altbewährte Variante hatte bald Erfolg: Zunächst scheiterte der agile Joaquin noch an Cech, im Gegenzug trugen die Gäste einen traumhaften Angriff vor. Malouda spielte Doppelpass mit Drogba, brach so links durch und passte in die Mitte, wo Joe Cole locker vollstreckte (21.).
Bis zur Pause ebbte der Anfangsschwung etwas ab; zwar suchten weiter beide Teams den Weg nach vorne, die Fehler häuften sich aber, zu selten wurde die gegnerische Abwehr einmal vor ernste Probleme gestellt. So plätscherte das Spiel ein wenig dem Pausenpfiff entgegen.
Beinahe wären die Spanier zu Beginn des zweiten Durchgangs erneut früh in Führung gegangen, doch Villa, nach einer klasse Kombination über Joaquin und Morientes frei gespielt, stand bei seinem Treffer knapp im Abseits, das Tor wurde zu Recht nicht gegeben (56.). Mehr bekamen die Zuschauer aber lange nicht geboten. Beide Mannschaften stellten sich bei gegnerischem Ballbesitz weit hinten rein, Chancen wurden so eine Rarität. Doch dann kam einer der zahlreichen langen Bälle auf Drogba einmal an - Joe Cole spielte den genauen Pass -, Albiol verlor das Laufduell gegen den Ivorer und Hildebrand war geschlagen (71.). Da hatte der erst kürzlich wiedergenesene Angreifer einmal seine große Klasse gezeigt.
Valencias Antwort blieb aus, die wütenden Angriffe erzeugten keine echte Gefahr, Chelsea hatte keine Probleme, die Führung routiniert über die Zeit zu retten. Für Hildebrand gab es insgesamt kaum Chancen sich auszuzeichnen, bei den Gegentreffern war er machtlos.
Valencia wird es wohl am nächsten Spieltag in Trondheim leichter haben, die Flores-Elf muss sich dann aber mehr Möglichkeiten erarbeiten. Chelsea, das den großen Druck zumindest in der Königsklasse erst einmal los ist, empfängt als nächstes Schalke an der Stamford Bridge.
