Im Vergleich zum mageren 0:0 gegen Blackburn in der Liga baute Chelsea-Trainer José Mourinho, der zum 50. Mal in der Champions League an der Seitenlinie stand, seine Anfangself auf zwei Positionen um: Makelele und Malouda begannen für Sidwell und Wright-Phillips. Weiterhin fehlten Lampard (Oberschenkelblessur), Drogba (Knieverletzung) und Pizarro (Wadenprobleme). Bekanntester Name auf Seiten Trondheims war Routinier Vidar Riseth (35), der zwischen 2000 und 2003 für 1860 München spielte. Zudem setzte Trainer Knut Törum, mit 36 Jahren jüngster Coach in der diesjährigen Königsklasse, seine Hoffnungen besonders auf Angreifer Koné, der in der erfolgreichen Champions-League-Qualifikation in vier Spielen sechsmal traf.
Die Gastgeber machten wie erwartet von Anfang an das Spiel, Rosenborg war vornehmlich auf die Defensive beschränkt. Besonders über die schnellen Außen Joe Cole und Malouda sollte es bei Chelsea gehen, deren Flanken sorgten in der Anfangsphase aber nur selten für Gefahr (Kalou, 10.). So dauerte es bis zur 18. Minute, ehe es für Trondheim erstmals richtig brenzlig wurde: Im letzten Moment konnte Kapitän Strand, mit 66 Champions-League-Einsätzen erfahrenster Akteur bei den Gästen, einen Malouda-Schuss aus 13 Metern noch blocken.
Insgesamt begannen die Norweger sehr konzentriert und aggressiv, nach vorne ging freilich erst einmal nicht viel - bis in Minute 24: Da segelte ein Sapara-Freistoß von links in den Fünfer und Koppinen hielt vor Terry seine Fußspitze zur sensationellen Führung hin! Eine schnelle Antwort blieb Chelsea schuldig. Um den Strafraum herum lief der Ball bei der Mourinho-Truppe gut, der finale Pass kam aber viel zu selten an. Erst in der Schlussphase der ersten Hälfte ließ die Konzentration der RBK-Defensive nach; so zielten Kalou (35.) und Shevchenko (38.) nur Zentimeter an Hirschfelds Kasten vorbei. Zu mehr reichte es nicht mehr, sodass einfallslose Hausherren zur Pause sensationell mit 0:1 zurücklagen.
Das Spielgeschehen änderte sich nach dem Seitenwechsel zunächst nicht, Tettey vergab sogar die große Chance zum 2:0 (52.). Doch Chelsea wusste das umgehend zu bestrafen: Malouda flankte aus dem linken Halbfeld an den Fünfmeterraum, wo Shevchenko vor RBK-Keeper Hirschfeld am Ball war und locker zum Ausgleich einköpfte (53.). Das war das Tor, das die Londoner gebraucht hatten. Nun war die Sicherheit da, Rosenborg offenbarte nun vermehrt Lücken in der Abwehr. Das Tempo war jetzt höher, die Gäste liefen häufiger hinterher. Malouda vergab in dieser Drangphase die größte Chance, als er aus kurzer Distanz nur den Innenpfosten traf (62.). Nach Shevchenkos schöner Vorarbeit war 14 Minuten später Kalou das Glück ebenfalls nicht hold, er traf nur den Außenpfosten! Trondheim wackelte, Chelsea, das sich klar gesteigert hatte, wollte das 2:1 - aber bekam es nicht. Mit viel Einsatz und elf Mann im eigenen Strafraum hielt RBK stand und schaffte die Sensation.
Für Chelsea, das in dieser Saison nicht so recht in die Gänge kommen will - auch gegen Rosenborg machten sich die Ausfälle bemerkbar -, heißt der nächste Gegner in der Königsklasse Valencia. Trondheim will dagegen den Schwung ins Heimspiel gegen Schalke mitnehmen.
| FC Chelsea |
|---|
| Rosenborg Trondheim |