Gegen die Bayern geht es für Inter um den Gruppensieg
Auf Seiten der Hausherren, wo Kapitän Zanetti seinen 100. Europapokal-Einsatz feierte, vertraute Trainer Robertzo Mancini einer im Vergleich zum 1:0 über Reggina Calcio runderneuerten Elf: Materazzi, Grosso, Maicon, Dacourt und Ibrahimovic rückten ins Team und ersetzten Samuel, Burdisso, Figo, Solari und Cruz.
Gäste-Coach Paulo Bento indes beließ es bei drei Wechseln: Die noch beim torlosen Unentschieden in München aufgebotenen Carlos Martins, Liedson und Yannick kamen nicht zum Zug, stattdessen liefen Nani, Alecsandro und Farnerud auf.
Wie schon in den vergangenen Champions-League-Partien legte Inter einen wahren Blitzstart hin: Ibrahimovic bediente Crespo, der Argentinier vollstreckte aus kurzer Distanz ohne Probleme (2.). Schiedsrichter De Bleeckere versagte dem Treffer aufgrund einer Abseitsposition beim Anspiel jedoch die Anerkennung.
Die Mancini-Elf drückte und versuchte Kapital aus dem Münchener Remis in Moskau zu schlagen. Grosso nach einer knappen Viertelstunde hätte um ein Haar die Führung erzielen können, der Schuss des italienischen Weltmeisters strich aber knapp am linken Pfosten vorbei (13.).
Von Sporting hingegen kam nur wenig. Bissig in den Zweikämpfen, jedoch ohne effektive Spielanlage schafften es die Portugiesen nicht, die "Nerazzurri" unter Druck zu setzen und fanden sich meist in der eigenen Hälfte wieder.
Die Italiener machten allerdings nur wenig aus ihrer Überlegenheit und so war es nach einer guten halben Stunde Tonel, der aus fünf Metern die große Chance zur Gästeführung hatte - sein Kopfball strich aber knapp am Inter-Gehäuse vorbei (35.).
Im Gegenzug trafen die Lombarden: Der Serbe Stankovic schickte Crespo mit einem Zuckerpass, der Argentinier ließ sich nicht zweimal bitten und vollstreckte aus zwölf Metern zur Führung (36.).
Inter kontrollierte nun das Geschehen, hatte allerdings auch Glück, dass Materazzi einen Fernschuss der Portugiesen über und nicht in das eigene Tor abfälschte (42.). So blieb es zur Pause bei der knappen Führung der Italiener. Die Hausherren hatten dominiert, machten jedoch zuwenig aus ihrer Überlegenheit. Im Gegenzug hatten sie Glück, dass Sporting im Abschluss zu ungenau agierte und aus den wenigen Chancen kein Kapital schlagen konnte.
Der zweite Durchgang lief nur sehr schleppend an. Sporting fand kein Mittel gegen grundsolide agierende Mailänder, die jedoch keineswegs glänzen konnten. Chancen waren auf beiden Seiten Mangelware. Zwar kombinierten beide Teams ansehnlich, in den Strafräumen spielte sich jedoch rein gar nichts ab.
Einzig ein vermeintliches Foul an Maicon sowie der ausbleibende Elfmeterpfiff erhitzten die Gemüter (68.), ansonsten bot das Spiel in Hälfte zwei nur wenig. Bezeichnenderweise dauerte es bis zur 74. Spielminute, ehe den Zuschauern im Mailänder San Siro die erste Chance der zweiten Halbzeit aus dem Spiel geboten wurde: Grosso setzte sich schön auf der rechten Seite durch und suchte Crespo, der Torschütze der Mailänder Führung verpasste die Hereingabe im Fünfmeterraum allerdings knapp (74.).

In der Schlussviertelstunde nahm die Partie endlich wieder Fahrt auf. Sporting spielte entschlossen nach vorne. Zuerst hatte allerdings Materazzi per Freistoß die Chance auf die Entscheidung (83.) - Ricardo hielt. Alecsandro auf der Gegenseite köpfte nur um Zentimeter am Kasten der Gastgeber vorbei (85.). Crespo (87.) auf Mailänder Seite, der zuvor glänzend Polga versetzt hatte, schaffte den zweiten Treffer genauso wenig wie Ibrahimovic aus der Distanz (90+1.) und so blieb es beim knappen Heimsieg der "Nerazzurri".
Während Inter am kommenden Spieltag bei den Bayern um den Gruppensieg spielen wird, trifft Sporting zum Abschluss der Vorrunde in eigenem Stadion auf Spartak Moskau.
