Levskis Coach Stanimir Stoilov tauschte im Vergleich zur 0:2-Niederlage gegen Werder vor 13 Tagen zweimal Personal aus: Im Tor stand der 18-jährige Ersatzkeeper Michajlov für den am Daumen verletzten Stammtorwart Petrov, auf dem Feld ersetzte Milanov Teamkamerad Domovchijski. Bei Bremen setzte Coach Thomas Schaaf auf die Elf, die in Mainz einen 6:1-Kantersieg eingefahren hatte.
Levski begann aggressiv in den ersten Minuten, suchte schnell den Weg vor das Tor der Bremer. Yovov holte schon nach drei Minuten einen Freistoß heraus, den Milanov in der Mitte nur knapp verpasste. Doch Werder schien nicht gewillt, sich das Spiel der Bulgaren aufzwingen zu lassen und ergriff alsbald die Initiative. Über die rechte Seite, meist über Frings, starteten die Gäste die ersten gefährlichen Aktionen (5., 10.), denen es freilich noch an der Genauigkeit fehlte und die sich dann nur als Strohfeuer erwiesen.
Denn bis zur 25. Minute tat sich nicht viel: Beide Teams bekämpften sich vornehmlich im Mittelfeld und hatten Probleme, die Angreifer mit dem finalen Pass in Szene zu setzen. Für den Wachmacher sorgte dann Sofias Eromoigbe, der Wiese mit einem Distanzschuss auf den Plan rief. Bei der folgenden Ecke Glück für die Hanseaten, dass der völlig freie Tomasic am Winkel vorbeiköpfte. Auf der Gegenseite die erste wirklich gute Szene von Diego, dessen Pass Vranjes knapp links vorbeisetzte (28.) - die erste echte Tormöglichkeit des Bundesliga-Spitzenreiters, der aber in den ersten 30 Minuten noch nicht zu seinem zuletzt so sicheren Kombinationsspiel gefunden hatte.
Ein fürchterlicher Fauxpas von Ersatzkeeper Michajlov brachte Werder dann auf Kurs: Hunt verpasste Frings' Diagonalpass, Lucio Wagner spielte aus 20 Metern zurück zu seinem Schlussmann. Dem aber sprang der Ball über den Fuß und über die Linie - sein Rettungsversuch erfolgte zu spät (33.). Levski zeigte Wirkung, und die Gäste nutzten dies gnadenlos aus: Baumann köpfte eine Ecke von Frings aus acht Metern hoch ins linke Eck (35.). Nun klappte alles bei Bremen: Frings legte nach einem Diagonalpass von Vranjes aus 14 Metern per Flachschuss ins linke Eck nochmals nach - auch hier sah Michajlov nicht gut aus (37.).
Nach Wiederanpfiff erlöste Sofias Coach Stoilov den unglücklichen und von den Zuschauern mitleidslos ausgepfiffenen Michajlov durch Keeper Nummer drei, den 19-jährigen Mitrev. Der hätte fast ohne Ballberührung Tor Nummer vier kassiert, als Diego nach ungewolltem Doppelpass mit dem Gegner nur den Pfosten traf (48.).
Danach verflachte die Partie - Levski kam zwar besser ins Spiel, weil Bremen einen Gang zurückschaltete, konnte seine optische Überlegenheit aber zunächst nicht in Chancen ummünzen. Werder beschränkte sich fast ausschließlich auf die Defensive, hatte dennoch kaum Mühe, die zwar eifrigen, aber harmlosen Bulgaren in Schach zu halten. Ausnahme war da ein guter Kopfball von Bardon, den Wiese mit einer Glanztat aus dem linken unteren Eck tauchte (68.).
In der Offensive fand die Schaaf-Elf auch in der Folge nicht mehr statt und setzte ihre Devise der reinen Ergebnisverwaltung, die freilich auch Kräfte schonte, in einer langweiligen zweiten Hälfte bis zum Schlusspfiff fort.
Der klare Erfolg, mit dem Bremen zumindest den UEFA-Cup-Platz drei schon gesichert hat, lässt den Hanseaten vor den entscheidenden Partien gegen Chelsea und in Barcelona alle Chancen auf die K.o.-Runde. Einziger Wermutstropfen ist die Sperre von Kapitän Baumann nach dessen zweiter Gelber Karte im Wettbewerb.
| Levski Sofia |
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![]() Aufstellung: Mihaylov (6) - Milanov (4) , Topuzakov (4,5) , Tomasic (3,5) , Lucio Wagner (4) - Borimirov (4) , Eromoigbe (3,5) - Telkijski (5) , Bardon (4) , S. Angelov (4,5) - Yovov (5,5) Einwechslungen: 46. Mitrev (3) für Mihaylov 57. E. Angelov (4) für Tomasic 69. N. Dimitrov für Telkijski Trainer:
Stoilov |
| Werder Bremen |
