Personal: Spartak änderte sein Team im Vergleich zum letzten Meisterschafts-Spiel gegen Dynamo Moskau auf zwei Positionen: Für Schtschegolew und Kalinitschenko spielten Kowtun und Besrodny. Bayer musste den verletzten Kirsten (Gesäßmuskelverhärtung) ersetzen, für ihn kam erstmals in einem Pflichtspiel Pascal Ojigwe zum Einsatz.
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Taktik: Spartak agierte konservativ: Ananko spielte deutlich hinter einer Dreier-Reihe in der Abwehr, aus der sich nur Parfionow regelmäßig nach vorne einschaltete, während Bulatow und Kowtun selten den Weg über die Mittellinie fanden. In der Schaltzentrale zogen Besrodny (eher defensiv) und Titow die Fäden, die Flügel waren konsequent besetzt. Schirko übernahm die Laufarbeit im Angriff, während Robson meist auf das steile Zuspiel wartete. Leverkusen präsentierte sich erstmals in dieser Saison mit einer Viererkette in der Abwehr. Ramelow und Vranjes übernahmen den defensiven Part im Mittelfeld, Ballack den offensiven neben den Außenspielern Zé Roberto und Neuville, die Rink (einzige Spitze) mit Flanken versorgen sollten.
Spielverlauf: Spartak überraschte die Experten: Wer sich auf gepflegtes Kurzpass-Spiel gefreut hatte, wurde enttäuscht. Der russische Meister versuchte häufig die Bayer-Abwehr mit langen Bällen zu knacken, dabei versuchte Robson immer wieder, in den Rücken der Innenverteidigung zu gelangen. Weil dies aber nur selten klappte und auch Bayer Probleme mit dem letzten Pass hatte, sahen die Zuschauer zwar ein schnelles und auch kampfbetontes Spiel, allerdings passierte vor den Toren nur wenig. Dies änderte sich nach der Pause, als Bayer die Spielkontrolle zu Gunsten erhöhter Offensivanstrengungen aufgab. Allerdings wurden auch allergrößte Chancen nicht genutzt, während Spartak zwei Mal eiskalt zuschlug und die Partie letztendlich verdient für sich entschied, weil Bayer in seinen Angriffsbemühungen zu oft im Ansatz stecken blieb. Diese Probleme in der Offensive traten selten so deutlich zu Tage wie an diesem Abend im Luschniki-Stadion. Ohne Kirsten genügte der Angriff nicht europäischen Ansprüchen.
Fazit: Wer keine Tore schießt, kann nicht gewinnen - alte Weisheit, für Bayer aktuell wie nie. Dimitri Ananko hielt seine Abwehr zusammen und rettete mehrmals in letzter Sekunde.
Aus Moskau berichtet Frank Lußem