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Real Madrid

 - 

Bayern München

 

2:0 (2:0)

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Champions League, Halbfinale, Hinspiel, Real Madrid - FC Bayern München 2:0 (2:0)

Jetzt hilft nur ein neues "Wunder"

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Es kam wie es kommen musste: Wunder lassen sich nicht beliebig wiederholen. 0:2 unterliegt der FC Bayern im Estadio Santiago Bernabeu gegen Real Madrid, dort also, wo er vor rund fünf Wochen mit jenem glanzvollen 4:2 gegen die Spanier ein Europapokal-Glanzlicht gesetzt hatte. "Dies wird ein anderes Spiel", hatte Trainer Ottmar Hitzfeld vor der Partie gesagt, stellvertretend für die Grundstimmung beim Deutschen Meister. Er sollte Recht behalten.

Die Strategien : Die Wiederholung des denkwürdig-dramatischen Hinspiels (2:4) nutzte Real-Trainer Del Bosque zu einer Umstellung. Personell sah sie so aus: Anders als am 29. Februar ließ er Helguera in der Innenverteidigung spielen, McManaman auf halbrechts im Mittelfeld und Ivan Campo als rechtes Glied der Abwehr-Dreierkette; sie ersetzten Hierro, Geremi, und Guti. Parallel dazu wurde die ehemals wackelige Viererkette _ zumindest in der ersten Halbzeit - durch drei Mann auf einer Linie ersetzt, die bei Ballbesitz der Bayern um Roberto Carlos (links) und Salgado (rechts) erweitert wurde. Im zentralen Mittelfeld ordnete Redondo die Defensive, Raul wirbelte wie gewohnt hinter den Spitzen, diesmal Morientes und Anelka.

Bei den Bayern gehörten Jeremies, Linke und Tarnat zur Startformation, beim großen Sieg in Bernabeu waren es Matthäus, Effenberg und Kuffour gewesen. Ebenfalls neu war die Organisation in der Offensive. Scholl agierte nicht mehr als dritter Stürmer, sondern rochierte als Spielmacher hinter die beiden Spitzen.

Der Fehlstart : Keine vier Minuten waren gespielt, da traf ausgerechnet Reals "Skandalstürmer" Nicolas Anelka - kürzlich noch aus disziplinarischen Gründen gesperrt - zum 1:0. Spätestens jetzt war klar: Das war, wie vermutet, ein anderes Real. Selbstsicherer. Spielfreudiger. Besser organisiert. Kein Vergleich mit der verunsicherten, defensiv anfälligen Mannschaft aus den beiden Gruppenspielen.


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Die Probleme: Nach dem frühen Rückstand wirkte der Deutsche Meister mitunter wie gelähmt. Die Mannschaft fand keinen Spielrhythmus, ihr fehlten Selbstvertrauen und spielerische Mittel, um Real ernsthaft zu gefährden. Hinzu kam die Unsicherheit einzelner (Eigentor Jeremies). Nachdem Scholl - ausgestattet mit vielen Freiheiten in der Offensive - sich meist hinter den Spitzen positionierte und auch Sergio häufig zurückhängend spielte, sollten die nachrückenden Tarnat (links) und Salihamidzic (rechts) für Druck nach vorne sorgen. Die Versuche blieben jedoch meist im Ansatz stecken. Kaum kam der FC Bayern an den gegnerischen Strafraum, zu selten wurden die Bälle gehalten oder gewinnbringend verwertet. Unübersehbar, dass der verletzte Stefan Effenberg im Spielaufbau nicht zu ersetzen war. Kommt hinzu, dass bei allen spielerischen Mängeln die Aggressivität fehlte. Auch in dieser Beziehung waren die Spanier überlegen, vor allem in Eins-gegen-Eins-Situationen (Anelka, McManaman).

Die Schlüsselspieler : Die Offensivabteilung der Gastgeber personifizierte das "neue Real". Anelka in der Spitze und (mehr noch) Raul dahinter waren kaum zu bremsen. Raul war überragend im Zuspiel in die Tiefe, er war der Anspieler des Abends, lauf- und spielfreudig, einfallsreich in jeder Phase. Wie schon im Hinspiel war ihm Fink zugeordnet - und der hatte Probleme, die Wirkung des Real-Spielmachers einzudämmen.

Die Hoffnung : Nach der Pause, etwa eine Viertelstunde lang, zeigten die Münchner, dass sie mit mehr Courage im Spiel nach vorn durchaus ihre Chancen haben - auch gegen ein selbstbewussteres Real. Mit dem eingewechselten Wiesinger auf rechts und Salihamidzic auf links lief es besser. Das Potenzial ist also nicht verloren, es war an diesem Abend nur verschüttet. Der Meister muss "nur" mutiger, entschlossener spielen. Insgesamt ließ der Real- Schwung in der zweiten Halbzeit nach. Gleichzeitig kamen die Bayern besser ins Spiel (Scholl). Kommt hinzu, dass Effenberg im Rückspiel dabei sein wird. Die Spanier dagegen müssen in der Defensive auf zwei Spieler verzichten: Die Verteidiger Salgado und Karanka sind im Rückspiel gesperrt.

Karlheinz Wild

03.05.00
 
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Aufstellungen, Einwechslungen & Reservebänke

Real Madrid
Aufstellung:
Casillas (3) - 
Campo (3,5) , 
Karanka (3,5)    
Michel Salgado (3)    
Roberto Carlos (3)    
Redondo (3) - 
McManaman (2,5) - 
Raul (2) - 
Morientes (3)    
Anelka (2)        

Einwechslungen:
61. Savio für Morientes
80. Baljic für Anelka

Trainer:
del Bosque
Bayern München
Aufstellung:
Kahn (2) - 
Babbel (4) , 
Jeremies (5) , 
T. Linke (4) - 
Lizarazu (3,5) - 
Salihamidzic (4,5)    
Fink (4,5) , 
Tarnat (5)    
Scholl (3,5)    
Elber (5)    

Einwechslungen:
46. Wiesinger (4,5) für Tarnat
78. R. Santa Cruz für Salihamidzic
78. Jancker für Elber

Trainer:
Hitzfeld

Tore & Karten

 
Torschützen
1:0
Anelka (4., Rechtsschuss)
2:0
Jeremies (33., Eigentor)
Gelbe Karten
Real Madrid:
Karanka
(3. Gelbe Karte)
,
Michel Salgado
(2.)
,
Roberto Carlos
(2.)
Bayern:
Scholl
(4. Gelbe Karte)

Spielinfo

Anstoß:
03.05.2000 20:45 Uhr
Stadion:
Santiago Bernabéu, Madrid
Zuschauer:
95000 (ausverkauft)
Spielnote:  2,5
Chancenverhältnis:
6:2
Eckenverhältnis:
6:6
Schiedsrichter:
Anders Frisk (Schweden)   Note 2
fiel nicht auf Schwalben herein und hatte die phasenweise sehr hitzige Partie gut im Griff.
Spieler des Spiels:
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