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01.04.2018, 17:30

Leipzig zittert sich zum Sieg in Hannover

Hasenhüttl über Videobeweis: "Anschlusstreffer zum 1:10"

Vor dem Gastspiel in Hannover hatte Ralph Hasenhüttl mit Blick auf die Tabellensituation des Kontrahenten davon gesprochen, dass sein Team "gegen Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel nicht die Sterne vom Himmel gespielt" hat. Beim 3:2-Erfolg bei Hannover 96 traten Kapitän Willi Orban und Kollegen lange Zeit souverän auf, hatten Ball und Gegner deutlich im Griff, um am Ende mit zitternden Knien über die Ziellinie zu gelangen.

Ralph Hasenhüttl
Mit einem blauen Auge davongekommen: Leipzig und Trainer Ralph Hasenhüttl.
© imagoZoomansicht

"Wir sind RB Leipzig, wir machen es immer spannend", sagte Emil Forsberg mit einem Augenzwinkern. Und was der schwedische Offensivspieler meinte, war klar. RB hat in der laufenden Runde, speziell im Kalenderjahr 2018, manche komfortable Spielsituation - in Form einer Führung etwa - aus der Hand gegeben: In Freiburg, in Frankfurt oder gegen den 1. FC Köln etwa, als jeweils nach eigener 1:0-Führung 1:2 verloren wurde. Und so sagt Forsberg: "Bei 3:1 nach 76 Minuten muss das Spiel tot sein. Aber es läuft in diesem Jahr ein bisschen so für uns, es wird immer eng."

Warum RB eine Partie, die das Team klar unter Kontrolle hatte, fast noch aus der Hand gegeben hatte, dazu gab es verschiedene Erklärungen. "Aber wir haben die letzte halbe Stunde einfach auch nicht gut verteidigt", sagte Sportdirektor Ralf Rangnick, "wir haben viel zu viele Flanken zugelassen, viel zu viele Freistöße und Eckbälle produziert. Deswegen war es am Ende tatsächlich noch ein Zittersieg." Der 59-Jährige sah den Grund für die ungewollte Spannung am Ende auch ein Stück weit in der zuvor gezeigten Dominanz. "Das hat schon ein bisschen was damit zu tun, dass man sich in dieser Spielweise gefällt und sagt: Wir sind klar besser. Das war ja auch so. Aber das nützt im Fußball halt nichts."

In die gleiche Kerbe schlug auch Yussuf Poulsen, dessen zwischenzeitliches Tor zum 3:1 (76.) den Gastgebern nach deren 1:2 durch Salif Sané (71.) endgültig den Wind aus den Segeln genommen zu haben schien. "Vielleicht sind wir ein bisschen zu leichtsinnig an die Aufgabe gegangen und haben gedacht: Es geht weiter so easy wie in der 1. Halbzeit. Aber Hannover kann auch kicken, das hat man gesehen." Auch Willi Orban urteilte in diese Richtung. "Wir haben ein bisschen die Coolness verloren, die wir in der ersten Halbzeit fast ein bisschen zu viel hatten. Wir haben den Ball nicht mehr halten können, hatten keine Entlastung mehr und haben so den Gegner aufgebaut. Daraus müssen wir lernen."

Leipzig profitiert bei Füllkrug-Entscheidung

Dass das Nachlassen nicht mit einem Punktverlust bestraft wurde, lag daran, dass RB dieses Mal vom Videobeweis profitierte. Der zeigte, dass sich 96-Angreifer Niclas Füllkrug vor seinem Treffer zum vermeintlichen 3:3 womöglich um ein paar Zentimeter mit seinem rechten Fuß im Abseits befunden hatte (82.). Und nachdem RB in dieser Saison in einigen Situationen Leidtragender einer Entscheidungs-Korrektur per Video-Assistenten war, nahmen Spieler und Offizielle es mit einer gewissen Genugtuung zur Kenntnis, dass Leipzig diesmal Profiteur war. "Anschlusstreffer zum 1:10", sagte Hasenhüttl in der Pressekonferenz mit einem Anflug von Galgenhumor. "Wir hatten endlich mal Glück mit dem Videobeweis. Das nehmen wir einfach mit", sagte derweil Konrad Laimer, und der Rechtsverteidiger ergänzte: "Ich denke trotzdem, dass wir den Sieg verdient haben."

Das sahen auch Forsberg und Orban so. "Wir haben viele Dinge gut gemacht und 3:2 gewonnen. Damit sind wir zufrieden", betonte Forsberg. Und sein Kapitän sagte: "60, 65 Minuten haben wir ein überragendes Spiel gemacht und den Gegner dominiert. Gerade im Spiel mit dem Ball. Wir hatten eine schöne Balance zwischen Tempo und Rhythmuswechsel und sind auch gegen den Ball sehr griffig gewesen."

Rangnick: "Brutal wichtig, das Ding zu ziehen"

Am Ende reichte das ja auch zum 13. Saisonsieg. Und Sportdirektor Rangnick wies - bei allen Defiziten in der Endphase - auf die Bedeutung für die kurzfristige Zukunft hin. "Trotzdem war es brutal wichtig, das Ding zu ziehen. Ähnlich wie in Mainz im letzten Jahr. Da haben wir auch 3:2 gewonnen und mussten am Ende richtig fighten und dagegenhalten. Unabhängig davon, dass nicht alles optimal war, war es ein sehr wichtiger Sieg."

Andreas Hunzinger

Bundesliga, 2017/18, 28. Spieltag
Hannover 96 - RB Leipzig 2:3
Hannover 96 - RB Leipzig 2:3
"Hannover sagt nein zum Produkt RB!"

Die Fans der Niedersachsen hatten vor dem Duell ihres Klubs mit Leipzig eine klare Meinung kundzutun.
© imago

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Nation: Deutschland
  Ungarn
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Geboren am:03.11.1992

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Nation: Schweden
Verein:RB Leipzig
Geboren am:23.10.1991

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Nachname:Poulsen
Nation: Dänemark
Verein:RB Leipzig
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