
Die erneuten rassistischen Beschimpfungen, zuletzt beim Zwischenrunden-Spiel gegen Borussia Mönchengladbach der Faschistengruß - die UEFA hat Lazio aufgrund des Verhaltens der Anhänger bestraft. Der Hauptstadtklub muss neben der VfB-Partie ein weiteres Europapokal-Spiel vor leeren Rängen bestreiten. Lazio-Präsident Claudio Lotito nannte die Strafe in einer ersten Reaktion unverhältnismäßig: "Lazio hat alles in seiner Macht stehende getan, um diese Vorfälle zu verhindern. Eine Sperre von zwei Spielen ist absurd." Und er legte im italienischen Fernsehen nach: "Wir können als Verein nicht für die Fehler von einigen Wenigen bestraft werden", schimpfte der Lazio-Präsident und will gegen das Urteil Einspruch einlegen.
Auch Stuttgarts Manager Fredi Bobic bezeichnete das Urteil als "sehr ärgerlich" und sprach von einem "Drama" für die Fans. Trainer Bruno Labbadia findet es "wahnsinnig schlecht" und für die Anhänger "brutal". Das mache den Wettbewerb "ein Stück weit kaputt". Stuttgart will seine Fans, die bereits die offizielle Klub-Reise zum Spiel gebucht haben, vollumfänglich entschädigen. Den Anhängern, die Flüge privat organisiert hatten, will Bobic ebenfalls helfen. Er geht nicht davon aus, dass der Einspruch der Italiener Erfolg haben könnte.
Vergleichbare Vorfälle hatte es bereits in den beiden Spielen gegen Tottenham Hotspur und in Maribor gegeben. Der Verband hatte daraufhin Geldstrafen in Höhe von 180.000 Euro verhängt.
Ende Januar hatte die UEFA dann eine zweijährige Bewährungszeit verhängt und das Strafmaß von einem Heimspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgesetzt. Die Partie gegen Gladbach war nun die erste in dieser Zeit. Am Rande der Begegnung in Rom waren außerdem drei Gladbacher Fans bei Messerangriffen verletzt worden.
Auch Fenerbahce Istanbul sein Achtelfinal-Rückspiel in der Europa League gegen Viktoria Pilsen am 14. März ohne Zuschauer austragen. Die UEFA verhängte die Strafe gegen den türkischen Klub aufgrund der Vorfälle beim Zwischenrundenspiel gegen BATE Baryssau: Schon bei dieser Partie waren Zuschauer wegen voriger Ausschreitungen ausgeschlossen gewesen, dennoch war ein Leuchtgeschoss über die Stadionmauer auf das Spielfeld geflogen. Zudem droht Fenerbahce für ein Jahr der Ausschluss aus dem nächsten europäischen Wettbewerb, für den es sich qualifiziert. Diese Strafe sprach die UEFA für zwei Jahre zur Bewährung aus. Zudem muss der Istanbuler Verein eine Geldstrafe in Höhe von 60.000 Euro zahlen. Der Verein hat drei Tage Zeit, gegen das Urteil Einspruch einzulegen.
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