| Vorname: | Jürgen |
| Nachname: | Klopp |
| Nation: | Deutschland |
| Verein: | Borussia Dortmund |

Und da war Watzke wahrscheinlich nicht der einzige. Bei einem Dortmunder dürfte die Erleichterung ganz besonders groß gewesen sein: Mats Hummels hatte in der 58. Minute die große Chance zu Führung vergeben, als er vom Elfmeterpunkt mit einem kläglichen Versuch an Ajax-Torhüter Vermeer scheiterte. "Das war ein ganz schwacher Elfmeter", gab der Nationalspieler gegenüber "SKY" unumwunden zu: "Geplant war hoch in die Mitte, geschossen habe ich rechts unten. Man sollte sich sowas nie im letzten Moment anders überlegen."
Die Dortmunder hatten sich nach der Pause klar gesteigert und den niederländischen Rekordmeister über weite Strecken des zweiten Durchgangs im Schwitzkasten. Ein Tor lag lange in der Luft, wollte zunächst jedoch einfach nicht fallen - bis Lewandowski die Borussia schließlich doch noch belohnte. Und vor allem bei Hummels für Erleichterung sorgte: "Er hat mir das Ding heute gerettet. Wenn ich den Elfer mache, gehen wir als klarer Sieger vom Platz", meinte der Innenverteidiger: "Er hat das Ding überragend gemacht. Das sichert uns eine gute Ausgangslage, wir stehen nicht so blöd da wie letztes Jahr."
Da war der BVB mit einem 1:1 gegen Arsenal in die Königsklasse gestartet, hatte sich in Marseille und Piräus dann jedoch blauäugig und naiv angestellt und zwei bittere Pleiten kassiert. Das sollte so nicht noch einmal passieren: Am Dienstag blieben die Dortmunder ihrer Linie zwar treu, agierten dabei aber geduldig und rannten nicht ungestüm ins Verderben.
Gleichwohl hätte die Partie auch ganz anders ausgehen können, denn vor dem Dortmunder Dauerdruck hatte Ajax drei dicke Chancen zur Führung. Der BVB konnte sich bei seinem Torhüter bedanken, nicht in Rückstand geraten zu sein: Gegen Eriksen (12.), Boerrigter (36.) und de Jong (47.) parierte Weidenfeller glänzend. Einem 0:1 hinterherzulaufen, wäre gegen die ballsicheren und geschickt verteidigenden Gäste sicher kein leichtes Unterfangen geworden.

So aber hielt Weidenfeller den BVB im Spiel und Lewandowski, der zuvor schon einige Möglichkeiten ausgelassen hatte, sorgte mit seinem späten Treffer für strahlende Gesichter und einen gelungenen Start in die schwere Gruppe D. De Jongs Chance war so etwas wie ein Weckruf für die Dortmunder, die danach 14:0 Torschüsse verzeichneten. Zuvor war die Borussia erst zweimal mit einem Sieg in die Königsklasse gestartet - beide Male ging's danach bis ins Halbfinale.
So weit will beim Double-Gewinner aber natürlich noch niemand denken. Für das Ziel Achtelfinale war ein Sieg gegen Ajax ohnehin fast schon Pflicht. Im Gastspiel bei Manchester City, das zum Auftakt 2:3 bei Real Madrid verlor, sollten die Dortmunder solche Chancen in zwei Wochen allerdings besser nicht zulassen. Spieler vom Kaliber Aguero, Dzeko, Tevez oder Balotelli würden sie wohl nicht auslassen.
So sah auch Jürgen Klopp, der ein "unglaubliches und sehr intensives Spiel" gesehen hatte, bei allem Lob noch Platz für Luft nach oben: "Der Fortschritt der Mannschaft hält schon eine Weile an, wir entwickeln uns immer weiter. Es waren trotzdem ein paar Dinge dabei, die man viel besser machen kann."
Einigermaßen gesittet ging es übrigens auch am Rande der als Risikospiel eingestuften Begegnung zu. Drei Personen wurden vorläufig fest-, 53 weitere in Gewahrsam genommen, teilte die Dortmunder Polizei mit, die sich mit einem Großaufgebot von mehr als 1000 Beamten auf die Partie vorbereitet hatte. Nach kleineren Auseinandersetzungen im Vorfeld blieben weitere Zusammenstöße nach dem Dortmunder Sieg aus. "Es war kein störungsfreier Tag, doch die überwiegende Zahl der Fans hat sich friedlich verhalten", sagte eine Sprecherin auf SID-Anfrage.
| Pl. | Verein | Tore | Pkte. | |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Real Madrid | 3:2 | 3 | |
| 2 | Borussia Dortmund | 1:0 | 3 | |
| 3 | Manchester City | 2:3 | 0 | |
| 4 | Ajax Amsterdam | 0:1 | 0 | |