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17.09.2011, 20:15

Köln: Geromel verletzt sich

Novakovic: "Der schönste Sieg meines Lebens"

Nach über 15 Jahren hat der 1. FC Köln mit einem 4:1 (1:0) den ersten Sieg in der Bundesliga beim Nachbarn Bayer Leverkusen geschafft. Die Stimmung war entsprechend euphorisch nach dem intensiven rheinischen Derby. Einzig Geromels Verletzung trübte die gute Laune etwas. Doch die Situation bei den Geißböcken war schon anders, nach dem dritten Spieltag sah sich Volker Finke sogar gezwungen, Trainer Stale Solbakken eine Jobgarantie auszustellen.

Milivoje Novakovic (links) und Lukas Podolski
Nahmen die Werkself auseinander: Milivoje Novakovic (links) und Lukas Podolski.
© picture allianceZoomansicht

Nach den ersten drei Spielen der neuen Saison hatte Köln einen mageren Punkt. Die Trainerdiskussion war in vollem Gange und Finke stellte klar. "Ich habe ihn für mindestens zwei Jahre geholt - und nicht für zwei oder drei Spiele. Das verspreche ich", legte sich der Sportdirektor fest. Mit Konzeptfußball war der Norweger angetreten und die Spieler mussten sich umstellen. In Leverkusen ist dies offenbar bestens gelungen.

Vor 30.210 Zuschauern in der ausverkauften BayArena schossen Milivoje Novakovic (44. Minute), Nationalstürmer Lukas Podolski (47./54.) und Mato Jajalo (90.+4) die Tore für die Gäste. Simon Rolfes (70.) gelang das zwischenzeitliche 1:3 (70.). Zudem sah Andre Schürrle die Rote Karte. Schimpfend und wütend verließen die Spieler von Bayer Leverkusen nach dem Debakel im 53. Lokalderby gegen den 1. FC Köln den Rasen.

Herr Völler, warum sagen Sie mir das nicht in der Kabine?Schiedsrichter Günter Perl

Allen voran Sportdirektor Rudi Völler hatte genug und stellte Schiedsrichter Günter Perl noch auf dem Platz zur Rede. "Er hat mit zweierlei Maß gemessen. Das geht nicht, das habe ich ihm auch gesagt", berichtete der ehemalige DFB-Teamchef, der die Frage Perls ("Herr Völler, warum sagen Sie mir das nicht in der Kabine?") ziemlich unwirsch konterte: "Sonst kriegt es ja keiner mit!". Ein Grund für seinen Ärger dürfte gewesen sein, dass Podolski kurz vor der Halbzeit Schürrle recht grob foulte und gänzlich ohne Verwarnung davonkam.

Rudi Völler
Platzte nach dem Schlusspfiff der Kragen: Rudi Völler beklagte sich beim Schiedsrichter.
© Getty Images

In Köln interessierte sich dafür nach dem Schlusspfiff niemand mehr. "Wir haben so viele Jahre hier nicht gewonnen und können jetzt feiern", freute Torschütze Novakovic. Die Kölner waren zuletzt am 6. April 1996 mit 2:1 in Leverkusen erfolgreich gewesen. "Das ist der schönste Sieg meines Lebens", fügte er überschwänglich hinzu. Zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt ist in Köln traditionell nicht viel Platz. Köln-Experte Podolski weiß das: "Wenn wir so auftreten wie heute, wenn jeder kämpft und rennt, dann sind wir auf dem richtigen Weg. Wir dürfen aber nicht anfangen zu träumen, dass nach einem Spiel schon wieder alles in Ordnung ist".

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Geromel sorgt für den Wermutstropfen

Dazu passte, dass an einem launigen Nachmittag für die Kölner die Verletzung von Pedro Geromel etwas auf die Stimmung drückte. Der Brasilianer erlitt in der Schlussphase offenbar eine Knieverletzung und musste vom Platz getragen werden. Weitere Untersuchungen am Sonntag sollen Aufschluss über die Schwere der Blessur geben.

"Wir müssen wohl wieder die Abwehr umbauen. Heute war Rune Bratseth (Ex-Bundesliga-Profi von Werder Bremen, Anm. d. Red.) hier. Vielleicht kann er uns helfen", sagte FC-Trainer Solbakken über seinen norwegischen Landsmann, der einst ein überragender Innenverteidiger gewesen war.

Wie geht's weiter in Köln? Podolski hat die To-Do-Liste parat: "Jetzt müssen wir auch mal zu Hause nachlegen. In der letzten Saison haben wir uns auf unsere Heimstärke verlassen können. Wir müssen die richtige Balance finden zwischen Heim- und Auswärtsspielen." Die magere Heimbilanz (ein Punkt) gibt ihm Recht, kommenden Sonntag um 15.30 Uhr wird gegen Hoffenheim der nächste Versuch gestartet.

Fotostrecke zum 6. Spieltag
Bilder: Furioses Finish von 96, cooler Auftritt der Bayern
Petersen und Schweinsteiger
Auch Petersen trifft

Nils Petersen, in Abwesenheit des verletzten Mario Gomez in vorderster Front tätig, schoss die Bayern auf Schalke in Führung. Bastian Schweinsteiger feiert mit.
© Getty Images

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