Verschiedener könnten die Gefühlswelten fast nicht sein als in den Lagern der beiden Ex-Bundesligisten. "Wenn du so spät ein Tor schießt, ist es immer ein bisschen Glück - aber es war hochverdient. Das ist Millerntor: Fighten bis zur letzten Sekunde, und dann geht noch was", sagte St. Paulis Coach Andre Schubert, der im Moment des Sieges euphorisch auf den Platz gestürmt war.
"Wir haben mit allen Kräften verteidigt und hätten einen Punkt verdient gehabt. Aber im Fußball gibt es keine Gerechtigkeit", haderte dagegen MSV-Trainer Milan Sasic.
Die Kiez-Kicker drückten in der zweiten Hälfte auf den Siegtreffer, erst recht, nachdem Duisburgs Vasilios Pliatsikas mit der Ampelkarte vom Platz geflogen war (69.) - wie übrigens schon am 1. Spieltag bei der 2:3-Niederlage in Karlsruhe. Doch MSV-Keeper Florian Fromlowitz hielt fantastisch. Einmal sogar mit einem Fallrückzieher auf der Linie in der Nachspielzeit. Die Zebras hatten den einen Punkt schon auf der Rechnung, doch Fin Bartels ließ das Millerntor nach klasse Vorarbeit von Daube Sekunden vor Schluss erbeben (90.+3).
"Die Schlüsselszene war natürlich die Gelb-Rote Karte", so Sasic, der sich dennoch ärgerte: "Aus meiner Sicht hat das Spiel so lange gedauert, bis St. Pauli ein Tor gemacht hat."
Torhüter Fromlowitz war ebenfalls niedergeschlagen: "Das tut weh. Wir haben einen super Fight geliefert und einen Punkt verdient gehabt. Es wurden erst zwei Minuten Nachspielzeit angezeigt, dann werden es drei." Der Keeper verspricht den Zebra-Fans aber: "Wir versuchen, gegen Dresden wieder alles gut zu machen." Der MSV wartet weiter auf den ersten Dreier in dieser Spielzeit.
Beim Hamburger Kultklub herrschte dagegen Feierstimmung. Neuzugang Kevin Schindler, der schon im Testspiel gegen seinen Ex-Klub Bremen (4:5) getroffen hatte, brachte die Hamburger vor 23.354 Zuschauern im Millerntor-Stadion in Führung (33.). Duisburgs Branimir Bajic glich zwar noch vor der Pause aus (38.), doch das Ende ist bekannt. "Ein gelungener Einstand für mich. Schon beim Einlaufen hatte ich Gänsehaut. Der Sieg war natürlich glücklich", gab auch Debütant Schindler zu, der sich in blendender Verfassung präsentierte.
Am kommenden Sonntag geht's für die Schubert-Elf zur Eintracht nach Braunschweig.
Welches Paar soll bei der EURO die Innenverteidigung bilden?(47698 Teilnehmer)
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