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05.08.2011, 09:09

Köln: Mohamad trainiert wieder

Solbakken: Warum sein Konzept noch nicht greift

Für Sascha Riether (28) stellt der Wechsel vom VfL Wolfsburg zum 1. FC Köln eine große Umstellung dar. Doch nicht nur er hat noch Probleme mit der ungewohnten Spielidee des neuen Trainers Stale Solbakken. "Er orientiert sich mehr am Raum als am Gegner", nennt Riether den Kern der neuen taktischen Marschroute beim FC - und das ist nicht nur für den Finke- und Magath-Schüler neu. Der kicker erklärt, warum Solbakkens Plan noch zu selten greift.

Stale Solbakken
Dirigent: FC-Trainer Stale Solbakken hat ein Spiel-Konzept, das konträr zu den in Deutschland üblichen ist.
© imagoZoomansicht

Wenn der FC am Samstag (15.30 Uhr) den VfL Wolfsburg empfängt, kommt es zum Duell zweier Welten: Stale Solbakken (43) und Felix Magath (58) pflegen konträre Ansätze. Nicht nur bei der Konditionsarbeit: Dort der "Schleifer" Magath, hier der "sanfte" Norweger ganz ohne "Knochenmühle".

Sascha Riether erlebte beides. Der 28-Jährige wechselte erst im Juli vom VfL zum FC. Vor dem Duell mit dem Ex-Klub beschäftigt den Mittelfeldspieler aber vielmehr Solbakkens Taktik.

Diese greift noch nicht. "Der Trainer hatte einiges zu korrigieren", wusste Sportdirektor Volker Finke (63) nach dem Pokalspiel beim SC Wiedenbrück (3:0). "Defensiv sind wir noch nicht ganz so kompakt, wie wir uns das vorstellen", analysiert Riether, "damit ist die ganze Mannschaft gemeint. Die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen müssen enger sein, dann können wir mehr Druck auf den Gegner ausüben." Der FC befindet sich noch in der Lernphase. Torjäger Milivoje Novakovic gibt zu: "Wir müssen noch schneller das System kapieren." Dieses stellt für die Spieler Neuland dar. Viele gewohnte Verhaltensmuster gelten nicht mehr.

Der Trainer will anders spielen lassen, als es viele Spieler bisher gewohnt waren.Sascha Riether

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Während offensiv das schnelle Umschalten funktioniert und Lukas Podolski (26) sowie Milivoje Novakovic (32) harmonieren, tun sich im Rückwärtsgang oft Lücken auf, auch wegen der beiden Stürmer.

Solbakkens Konzept ist konträr zu den in Deutschland üblichen. Riether: "Der Trainer will anders spielen lassen, als es viele Spieler bisher gewohnt waren. Er orientiert sich mehr am Raum als am Gegner." Nicht nur für den Kilometerfresser, der unter Magath und einst unter Finke lernte, den Gegner aggressiv unter Druck zu setzen und zu doppeln, wenn man ihn nach außen gedrängt hatte, ist dies eine große Umstellung.

Statt dominant wirken die beiden Sechser, Martin Lanig (27) und Riether, aber passiv. Was allerdings an der Vorgabe ihres Trainers liegt, der möchte, dass die Mittelfeldspieler durchweg eine Linie bilden und diese nicht verlassen, um den Gegner zu attackieren. Riether bestätigt: "Der Trainer hat neue Ansätze. Wir müssen versuchen, diese noch besser umzusetzen. Das ist keine Kritik am Trainer. Das ist sein Ansatz, mit dem der Trainer Erfolg hatte und dem wir positiv gegenüberstehen, auch wenn es mit viel taktischer Arbeit verbunden ist."

Angriff-Mittelfeld: Ist der Abstand zu groß, tritt eine Kettenreaktion ein

Noch greift Solbakkens Plan zu selten. Oft tritt eine ungewollte Kettenreaktion ein. Da der Abstand zwischen Angriff und Mittelfeld zu groß ist, wie auch Solbakken moniert, läuft das von den zwei Stürmern zu häufig autonom initiierte Pressing oft ins Leere. Da weder Podolski noch Novakovic konsequent den gegnerischen Sechser zustellen, kann dieser zudem von seinen Verteidigern leicht angespielt und so kein Druck auf den Gegner aufgebaut werden. Im Gegenteil: Im Kölner 4-4-2 ergeben sich so Unterzahlsituationen im Mittelfeld. Die Folge: Der Gegner kann ohne Druck den richtigen Moment abwarten, um die von Solbakken weit vorgezogene Abwehrkette mit einem Pass auszuhebeln.

Oder der FC gerät, wenn der Gegner das Spiel - wie von Solbakken gewollt - in Tornähe aus dem Zentrum auf die Flügel verlagert, außen in Bedrängnis. Nicht nur, weil die offensiven Flügelspieler schlecht umschalten, so dem Gegner Überzahl ermöglichen. Sondern auch, weil bei Solbakken die Außenverteidiger oft in Eins-gegen-eins-Situationen stehen (sollen). Riskant, besonders gegen Tempodribbler wie Robben, die hierzulande jeder Trainer doppeln lässt.

Für Solbakkens Plan spricht, dass er gar in der Champions League aufging. Dort vertrauten die Spieler des FC Kopenhagen seinem Konzept. In Köln muss dieser Status erst noch erreicht werden: "Wenn man ein neues Konzept einführt, ist ein guter Start noch wichtiger, damit die Mannschaft daran glaubt", weiß der Trainer. Gegen Wolfsburg steht seines erstmals auf dem Prüfstand.

Mohamad ist zurück im Mannschaftstraining, auch Rensing hofft noch

Womöglich dann wieder mit dabei: Innenverteidiger Youssef Mohamad (30), der im DFB-Pokal noch fehlte, nach seiner Innenbandzerrung am Donnerstag aber ins Mannschaftstraining zurückkehrte. Auch Keeper Michael Rensing (27), den die gleiche Blessur plagt, hat seine Hoffnungen auf einen Einsatz noch nicht aufgegeben: "Seit Dienstag habe ich wieder ein besseres Gefühl."

05.08.11
 
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zum Thema

weitere Infos zu Solbakken

Vorname:Stale
Nachname:Solbakken
Nation: Norwegen
Verein:1. FC Köln

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weitere Infos zu Riether

Vorname:Sascha
Nachname:Riether
Nation: Deutschland
Verein:1. FC Köln
Geboren am:23.03.1983

weitere Infos zu Mohamad

Vorname:Youssef
Nachname:Mohamad
Nation: Libanon
Verein:Al-Ahli Dubai
Geboren am:01.07.1980

weitere Infos zu Rensing

Vorname:Michael
Nachname:Rensing
Nation: Deutschland
Verein:1. FC Köln
Geboren am:14.05.1984

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