Hält der Trend an, droht ein unbefriedigender Rang wie im Vorjahr: 10. Tabellenplatz. Die Parallele: Vor Jahresfrist reüssierte Werder in den Pokalwettbewerben. Sieg im DFB-Pokal, Finaleinzug im UEFA-Cup. Auch heuer können sie sich national und international in diesen Wettbewerben Meriten erwerben.
Statt bei Tiefsttemperaturen zu trainieren, rief Chefcoach Thomas Schaaf am Mittwoch zur Videoanalyse des 2:3 gegen die Bayern - für seine Profis wohl ein Gruselfilm. Ansatzpunkte für den Trainer ergeben sich genug. Es tut sich ein ganzes Minenfeld voller Probleme auf. Der kicker analysiert die alarmierende Schwächephase und nennt die wichtigsten Baustellen für Schaaf:
Die Einstellung: Der Bazillus Selbstzufriedenheit hat sich eingenistet. Ohne Kraftanstrengung wollen die Werder-Spieler nur mit spielerischen Mitteln die Aufgaben lösen. Das misslingt. Kein effektives Pressing, kein Stören im Mittelfeld, unzulängliche Defensivarbeit, namentlich von Mesut Özil. "Jeder muss wieder dem anderen helfen", fordert Allofs.
Die Balance: In der Hinserie gut abgestimmt, erweist sich wieder die Abstimmung zwischen offensivem Schwung und defensiver Absicherung als problematisch. "So viele Chancen", stöhnte Schaaf nach dem ungleichen Duell gegen die Bayern, habe seine Mannschaft noch nie zugelassen. Der alte Fehler: Werder, ein Team, das für Offensivfußball steht, stürmt ins Verderben, lässt sich zu leicht auskontern.
„Jeder muss wieder dem anderen helfen.“Klaus Allofs
Die Formschwäche: Davon sind die "jungen Wilden" befallen, vor allem Özil. Ende der Durchsage beim "magischen Dreieck". Der offensive Zauberkreis bestimmt nicht mehr das Geschehen. Bedenklich, dass sich auch gestandene Leitfiguren wie Per Mertesacker zuletzt anstecken ließen.
Die Ausfälle: Vor allem Claudio Pizarro fehlte. Nach dem zehnten Spieltag setzte seine Leidenszeit ein: nur ein Einsatz über die volle Distanz in Hamburg, zwei Einwechslungen gegen Schalke und in Frankfurt. Doch auch der Ausfall von Philipp Bargfrede schmerzt. Der Aufsteiger der Saison, ein stabilisierendes Element im Mittelfeld, fällt seit dem 15. Spieltag wegen Knie-Problemen aus.
Die Problemzonen: Gleich drei an der Zahl. Nachdem sich Clemens Fritz auf der rechten Seite gesteigert hat und zu alter Leistungsfähigkeit zurückzufinden scheint, zeichnet sich auf der Gegenseite noch nicht die ideale Lösung ab. Sebastian Boenisch, nach seiner Knie-Operation noch nicht wieder fit, kann die hohen Erwartungen nur teilweise erfüllen. Während Rechtsfuß Petri Pasanen nur eine Notlösung bleibt und Dusko Tosic aussortiert worden ist, muss beim neuen Tunesier Aymen Abdennour abgewartet werden. Die durch Bargfredes Ausfall verwaiste Stelle im Mittelfeld wird weder durch Tim Borowski noch durch den verletzungsanfälligen Daniel Jensen adäquat besetzt. Das größte Manko ergibt sich aber im Angriff: Wenn Pizarro fehlt, fehlt Marko Marin der Nebenmann. Hugo Almeida, immerhin WM-Kandidat aus Portugal, kommt über Ansätze nicht hinaus. Die Rivalen Markus Rosenberg und Marcelo Moreno beweisen immer wieder ihre Untauglichkeit.
Für nicht tauglich hielt Schaaf zuletzt auch Jurica Vranjes. Der kam in dieser Saison überhaupt noch nicht zum Einsatz und wird Bremen wohl Richtung Türkei verlassen. Dort soll er auf Leihbasis bis zum Saisonende für den türkischen Erstligisten Genclerbirgli, wo Thomas Doll Trainer ist, spielen. Bevor er aber am Freitag den Medizin-Check in der Türkei absolvierte, holte er zum verbalen Rundumschlag aus. Im Visier: Trainer Thomas Schaaf. "Vielleicht der beste Trainer", den er je gehabt habe, "als Psychologe aber ist er eine Katastrophe und menschlich für mich die größte Enttäuschung meines Lebens", wird der 29-Jährige am Freitag in mehreren Bremer Zeitungen zitiert. Der Verein wollte die Aussagen des 2005 aus Stuttgart gekommenen Mittelfeldspielers nicht kommentieren. "Das ist nicht der Stil von Werder Bremen", meinte Mediendirektor Tino Polster.
Vranjes, der noch bis 2011 bei Werder unter Vertrag steht, hatte schon im Sommer seinen Unmut geäußert. Der eigentlich in Bremen als Musterprofi verschriene Kroate konnte nicht nachvollziehen, wieso ihm Alexandros Tziolis in der Rückrunde der Saison 2008/09 meist vorgezogen wurde. Nun zieht es den ausgemusterten Vranjes weg, weil er "keinen Bock mehr" gehabt habe, in Bremen zu bleiben "und nur zu trainieren".
Welches Paar soll bei der EURO die Innenverteidigung bilden?(47698 Teilnehmer)
|
|
|||||||||||||||
|
||||||||||||||||
| Verein | Name | Datum | Position |
|---|---|---|---|
|
31.05.12
Abwehr
Aachen: Auch Heller und Baumgärtel neu, Waterman zur PSV |
|||
|
31.05.12
Sturm
Aachen: Auch Heller und Baumgärtel neu, Waterman zur PSV |
|||
|
30.05.12
Sturm
Köln: Offensivmann kehrt aus Düsseldorf zurück |
|||
|
29.05.12
Abwehr
Paderborn: Verteidiger kommt aus Hoffenheim - Krause geht |
|||
| Die aktuellsten Forenbeiträge |
|---|
|
Krieg den Ureinwohnern
von:
rote-erde
- 31.05.12, 23:58 - 15 mal gelesen
|
|
Re: Deutschland - Israel 2:0
von:
_OMEGA_
- 31.05.12, 23:37 - 39 mal gelesen
|