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21.12.2009, 20:12

Kommentar von Christian Biechele

"Der FCN hat an Glaubwürdigkeit verloren"

Michael Oenning ein Bauernopfer? Nun ja, die letzten zumeist indiskutablen Auftritte seiner Elf sprachen eine zu deutliche Sprache. Keine Tore, keine Punkte - da verliert ein Trainer ungeachtet seines Könnens wie auch ungeachtet seiner früheren Erfolge wie den Aufstieg automatisch an Glaubwürdigkeit. Extern und, das Entscheidende, intern - die Führungsspieler des Aufsteigers zweifelten mehr oder minder lautstark am Kurs ihres Vorgesetzten. So gesehen, war es ein nachvollziehbarer Schritt. Und doch hat der FCN an Glaubwürdigkeit verloren.

kicker-Redakteur Christian Biechele.
kicker-Redakteur Christian Biechele.

"Ich bin kein Trainer-Killer. Oenning bleibt, komme, was wolle", posaunte Präsident Franz Schäfer vor wenigen Wochen noch fröhlich heraus. Dabei hätte er wissen müssen, wie schwer so ein Versprechen zu halten ist. In seiner Funktion als Vize-Präsident, die er von Oktober 2003 bis Anfang Juni 2009 inne hatte, hob er schließlich immer schnell die Hand, wenn es darum ging, Trainer wie Wolfgang Wolf oder Hans Meyer zu "killen". Mehr noch - als letzterer am 11. Februar 2008 entlassen wurde, erzählte Schäfer jedem, ob er es wissen wollte oder nicht, dass er Hans Meyer schon viel früher den blauen Brief geschickt hätte.

Oder man nehme Sportdirektor Martin Bader, der selbst immer mehr in die Bredouille kommt, weil der FCN seit 2007 - und damit zum dritten Mal in Serie - im Sommer die Leistungsfähigkeit seines Kaders falsch eingeschätzt hatte. Mal war laut dem Sportdirektor der Weg mit Oenning "alternativlos", mal war der Verein "restlos und felsenfest" von Oenning überzeugt, sonst wäre dessen Vertrag im vergangenen Winter wohl kaum vorzeitig bis 2011 verlängert worden. Überholte Argumente, so überholt wie seine Aussagen im Fall Kluge und Schalke 04 gegen Ende der vergangenen Woche. "Wir geben doch keinen Leistungsträger ab", verneinte Bader mit dem Brustton der Überzeugung. Am Samstag fiel ihm dann sein Präsident in den Rücken, indem er offen davon sprach, dass Schalke Kluge wolle und Kluge Schalke wolle.

Ins Bild passt es auch, wie der FCN seine Mitglieder und Fans jüngst über seine finanzielle Situation informierte. Vor gut einem Jahr verkündete Geschäftsführer Ralf Woy bei der Jahreshauptversammlung, dass der Club trotz eines überwiegend Bundesliga-Bezüge erhaltenen Kaders mit einer "schwarzen Null" aus der Zweitliga-Saison gehen wolle. Vor wenigen Monaten referierte er bei gleicher Veranstaltung darüber, dass jedem im Verein klar war, dass Liga zwei ein nicht gerade kleines Draufzahlgeschäft sei. In Zahlen: 5,8 Millionen Euro Miese. Und dass dem FCN auch jetzt in der Bundesliga trotz nahezu verdoppelter TV- und Sponsorengelder erneut ein saftiger Verlust droht, klang erst beim Bericht vom Aufsichtsrat durch.

Gut, das Geschwätz von gestern soll ja niemanden interessieren. Und auch klar, dass das Klappern, das Schönen wie auch das Verschweigen zum Geschäft gehören. Aber, man kann den Bogen auch überspannen - wie die Führungsriege des FCN.

21.12.09
 

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