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20.06.2009, 16:52

Hamburg: Machtkampf des Duos Beiersdorfer/Hoffmann

HSV-Bosse im Clinch

Beim Bundesligisten Hamburger SV ist ein Machtkampf zwischen dem Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann und Sportchef Dietmar Beiersdorfer entbrannt. Nicht zum ersten Mal: In der Vergangenheit hatten beide Funktionäre jeweils bei Trainerentscheidungen unterschiedliche Auffassungen.

Die HSV-Bosse Dietmar Beiersdorfer (li.) und Bernd Hoffmann
Unterschiedlicher Meinung: Dietmar Beiersdorfer (li.) und Bernd Hoffmann.
© imagoZoomansicht

HSV-Aufsichtsratsvorsitzender Horst Becker, bei dem Beiersdorfer um Unterstützung bat, will sich am Montag oder spätestens am Dienstag mit dem Zwist in der Führungsetage beschäftigen.

"Das Gespräch mit Beiersdorfer dauerte über zwei Stunden, ich nehme seine Probleme sehr ernst", äußerte sich Becker gegenüber der Welt am Sonntag: "Ich bin aber der Meinung, dass man sich immer beide Seiten anhören muss, um zu einem Urteil zu finden." Mit Hoffmann habe er wegen einer Reise nach New York bislang nur telefoniert, sagte Becker. Ein persönliches Gespräch soll schnell folgen.

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Der Aufsichtsratschef ließ völlig offen, ob am Ende des vorgesehenen Krisengesprächs personelle Konsequenzen zu erwarten sind: "Wir wollen in dieser Besetzung weiter arbeiten, sonst bräuchten wir solch einen Termin ja gar nicht anzusetzen", sagte Becker. Schon im Vorjahr hatte der Aufsichtsrat die beiden Top-Funktionäre zu einem Krisengespräch gebeten.

Hintergrund des Streits ist offenbar eine unterschiedliche Bewertung der vergangenen Saison als auch der Transferpolitik. Beiersdorfer, von seinem Wesen her eher zurückhaltend, zeigte sich mit dem Erreichen der Europa League zufrieden. Hoffmann dagegen, wesentlich impulsiver und öffentlichkeitsnäher veranlagt, äußerte sich mehrfach enttäuscht über das Verpassen von drei möglichen Titeln und bemängelte öffentlich "fehlende Leidenschaft". Bei der Transferpolitik gründen die unterschiedlichen Auffassungen wohl darin, dass der HSV bislang noch keinen Zugang für die kommende Saison verpflichtet hat.

Hoffmann und Beiersdorfer waren schon in der Vergangenheit mehrmals aneinandergeraten. So schenkte Beiersdorfer gegen Hoffmanns Meinung Ende 2006 Trainer Thomas Doll zu lange das Vertrauen. Und Anfang 2008 gingen die Ansichten bezüglich eines Nachfolgers für Coach Huub Stevens wochenlang auseinander.

Beiersdorfer ist seit August 2002 beim HSV tätig, Hoffmann folgte im Februar 2003. Der Verein erreichte mit beiden fünfmal in Folge einen internationalen Wettbwerb und belegt in der Rangliste der UEFA zur Zeit Platz 13.

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20.06.2009, 16:52
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