Die erste von acht Halbzeiten zwischen Bremen und dem HSV ging am vergangenen Mittwoch eindeutig an Werder. Selbstbewusst und abgeklärt spielten die kleinen Hanseaten gegen die großen, die ihrerseits gehemmt und mutlos (re-) agierten. Dass es überhaupt noch zu einer dramatischen Verlängerung samt Elfmeterkrimi kam, lag daran, dass Werder die HSV-Schwächen nicht frühzeitig bestrafte und die Rote Karte für Jarolim die bis dahin wenig geschlossen wirkende HSV-Elf wieder zusammenschweißte.
Schon vor dem Eröffnungsspiel der 19-tägigen neudeutschen "Derbyflut" hatte ich den Verdacht, dass diese ungewöhnliche Konstellation für die Hamburger problematischer sein könnte, weil sie neben den beiden Pokalwettbewerben auch in der Liga noch hundertprozentig gefordert sind. Das hat Konsequenzen für Körper und Psyche. Werder dagegen kann sich voll und ganz auf die K.-o.-Spiele konzentrieren - dies war und ist ein kleiner Vorteil.
Im zweiten und dritten Akt stehen nun die Halbfinalspiele des UEFA-Pokals vor der Tür - wieder ein neuer Wettbewerb mit eigenen Gesetzen. Es wird spannend sein zu beobachten, welche taktischen Konsequenzen insbesondere Martin Jol aus der ersten Begegnung ziehen wird. Wie in einem Schachduell wird er in der zweiten Partie wohl eine andere Eröffnung wählen als in der ersten Partie; Thomas Schaaf weiß dies aber auch!
Trotzdem: Der HSV hat nach wie vor gute Chancen, eine erfolgreiche Saison mit einem großen Triumph zu krönen. Und dem Team um Martin Jol und Didi Beiersdorfer sollte Respekt gezollt werden, unabhängig davon, wie die kommenden Duelle mit Werder ausgehen. Dieser Respekt wird ihnen von den Verantwortlichen aus Bremen entgegengebracht; ich hoffe sehr, dass sich auch die Werder-Fans anschließen werden. Wir alle haben Spaß an einer gesunden Rivalität zwischen den Nordklubs, aber wir sollten auch froh darüber sein, dass diese beiden Teams auf diesem Niveau miteinander konkurrieren und einer von ihnen im UEFA-Cup-Finale in Istanbul stehen wird. Nichts wäre schlimmer, als wenn diese Konkurrenz in Hass oder übertriebene Feindschaft umschlagen würde.
Der kicker-Kolumnistenkreis: Giuseppe Bergomi, Thomas Berthold, Fredi Bobic, Marco Bode, Didier Deschamps, Thomas Helmer, Bernd Heynemann, Morten Olsen, Bernd Schuster, Uli Stielike, Joachim Streich, Olaf Thon, Rudi Völler, Marc Wilmots
Welches Paar soll bei der EURO die Innenverteidigung bilden?(47655 Teilnehmer)
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| Verein | Name | Datum | Position |
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