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17.04.2009, 09:43

Borussia Dortmund: Interview mit Tamas Hajnal

"Dedes Worte sind uns Warnung genug"

Borussia Dortmund hat Blut geleckt. Zuletzt gewann die Klopp-Elf drei Spiele in Folge. Der internationale Fußball lockt. Wie das im Saison-Schlussspurt noch gehen kann, verrät Tamas Hajnal (28). Der Ungar glänzt als fünftbester Vorbereiter der Liga. Insgesamt hat er neun Tore aufgelegt und vier selbst erzielt.

Borussia Dortmund: Tamas Hajnal
Optimistisch: Tamas Hajnal glaubt, dass der BVB alle sieben Spiele noch gewinnen kann.
© imagoZoomansicht

kicker: Drei Siege mit dem BVB, zwei mit Ungarns Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation - schweben Sie gerade auf Wolke sieben, Herr Hajnal?

Tamas Hajnal: Es erzeugt ein gutes Gefühl, so eine Serie zu starten. Ich würde sie gerne ausbauen.

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kicker: Dann könnte es sogar mit der Europa League (bisher UEFA-Cup, die Redaktion) noch etwas werden. Wie realistisch ist das?

Hajnal: Der Abstand beträgt fünf Punkte. Das ist aufholbar. Wir können alle noch ausstehenden sieben Spiele gewinnen. Warum nicht? Aber wenn wir anfangen, konkret über andere Mannschaften nachzudenken, verlieren wir vielleicht die Konzentration auf uns selbst.

kicker: Könnte das Restprogramm den Ausschlag zugunsten von Dortmund geben?

Hajnal: Auf dem Papier könnte es ein kleiner Vorteil sein. Wir haben mit Hamburg und Wolfsburg nur noch zwei Topteams zu spielen, die anderen kämpfen gegen den Abstieg oder stehen in der Tabelle hinter uns.

kicker: Wie Bochum, der nächste Gegner. Jürgen Klopp ermahnte Ihre Mannschaft schon am Dienstag, "knallhart zu bleiben" und nicht locker zu lassen, um aus der Saison noch "eine richtig geile" zu machen. Ist es nötig, dafür die Sinne zu schärfen?

Hajnal: Dem Trainer ging es darum, dass wir nach zwei freien Tagen über Ostern sofort wieder da anfangen, wo wir gegen Köln aufgehört haben, und nicht erst langsam wieder aufbauen.

kicker: Trug sein energischer Appell bereits Früchte?

Hajnal: Die ersten Einheiten in dieser Woche waren gut. Es gab viele Duelle, viele spritzige und aggressive Aktionen. Außerdem sind uns die Worte Dedes, der an unsere schwache Bilanz in Bochum erinnerte, Warnung genug. Es kann und darf nicht sein, dass wir glauben, es ginge jetzt alles von allein.

kicker: Trotz der Siege über Bremen, Hertha BSC und Köln hat sich der BVB in der Tabelle kaum bewegt. Dämpft das die Freude?

Hajnal: Nein, der Abstand hat sich verkleinert. Das Feld ist viel enger zusammengerückt. Wir sind jetzt an Mannschaften wie Hoffenheim oder Schalke dran, die vor Wochen noch weit weg waren.

kicker: Mit den bisher erreichten 43 Punkten wäre die Borussia im Schnitt der vergangenen zehn Jahren mindestens Sechster gewesen.

Hajnal: Das spricht für die Ausgeglichenheit der Liga. Die Leistungsdichte bis zum Zehnten Bremen ist sehr groß. Heute kann niemand auf den Platz gehen und sagen: Es reichen nur 90Prozent. Dann hat man schon vorher verloren.

kicker: BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke beklagt die Dominanz des großen Geldes. Hat Dortmund deshalb weniger Chancen, dauerhaft in die Phalanx der Großen einzudringen?

Hajnal: Wolfsburg, Hoffenheim oder Leverkusen haben einfach bessere Möglichkeiten als wir. Wir müssen versuchen, andere Lösungen zu finden, um die Vorteile dieser Vereine auszugleichen.

kicker: Was schlagen Sie vor?

Hajnal: Besser arbeiten. Ein gutes Scouting. Die Mannschaft weiterentwickeln. Unser aktueller Kader muss sich schon jetzt vor keinem anderen verstecken.

kicker: Wäre die Saison deshalb ein Fehlschlag, wenn Sie sich nicht für die Europa League qualifizieren sollten?

Hajnal: So würde ich das nicht sagen. Man kann eine klare Entwicklung sehen. In Dortmund wächst etwas heran. Die Mischung im Kader ist gut. Sollten wir nicht mehr rankommen, kann man uns nicht vorwerfen, dass alles schlecht war.

kicker: Ihr Ex-Klub Karlsruhe steht nach nunmehr acht torlosen Spielen schon mit eineinhalb Beinen in der 2. Liga. Haben Sie noch Hoffnung?

Hajnal: Zu sehen, was dort passiert, tut weh. Die Karlsruher spielen wirklich keinen schlechten Fußball. Ein bisschen Hoffnung habe ich noch. Vielleicht tun sie uns am Samstag einen Gefallen und schlagen Hoffenheim.

Interview: Thomas Hennecke

17.04.09
 
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