Patrick Ebert wird bis auf weiteres bei den Amateuren trainieren, erstmals am Donnerstagnachmittag. Die U23 spielt am Wochenenede in der Regionalliga Nord gegen den 1. FC Magdeburg. Trainer Lucien Favre traf die Entscheidung und begründete sie am Donnerstagmittag auf einer Pressekonferenz, nachdem er Ebert die Suspendierung am Morgen mitgeteilt hatte.
"Es ist immer das Schlechteste für einen Trainer, wenn du so eine Entscheidung fällen musst. Es war eine enorme Enttäuschung für mich, weil wir viel für Patrick Ebert getan haben", so Favre. Der Coach wollte erst einmal überlegen und eine Nacht vergehen lassen, sprach die Suspendierung deshalb nicht schon am Mittwoch aus. Der Eidgenosse bezeichnete sich als "sehr tolerant, aber wir konnten nicht anders handeln". Die Hertha hätte Ebert viel durchgehen lassen. "Diesmal ist er aber zu weit gegangen."
Manager Dieter Hoeneß trägt die Entscheidung Favres mit. "Es gab keine andere Wahl." Wichtig sei es gewesen, dem Spieler zu zeigen, "Junge, Du hattest viele Chancen". Ebert werde jedoch nicht den Rest seines bis 2011 laufenden Vertrages bei der U23 verbringen.
Ebert und Boateng sollen in der Nacht zum Mittwoch dabei beobachtet worden sein, wie sie gegen 3.30 Uhr den Lack eines Auto zerkratzten und an weiteren Wagen die Außenspiegel abtraten. Ebert bestätigte bislang nur, gemeinsam mit Boateng zur besagten Zeit im Stadtbezirk Wilmersdorf von einer Polizeistreife angehalten worden zu sein. Den Vorwurf der Sachbeschädigung bestreitet er vehement ("Das sind Lügengeschichten"), wie sein Berater Jörg Neubauer dem kicker bestätigte. Gleichwohl hatte die Hertha Ebert bereits am Mittwoch zu einer Geldstrafe verdonnert - auch, weil dieser nicht zum ersten Mal nachts unterwegs war. Die Tatsache, dass der Mittelfeldspieler zur "Unzeit" auf der Straße war, sei ausschlaggebend für die Suspendierung gewesen. Und damit nicht die von Ebert heftig bestrittene Sachbeschädigung.
Ebert-Kumpel Marko Pantelic sagte zur Streichung des befreundeten Teamkollegen: "Der Trainer hat getan, was er tun musste. Aber man muss Patrick Ebert nun unterstützen." In die gleiche Kerbe schlägt Mittelfeldakteur Cicero. "Wir sind aufgerufen, mit Patrick zu sprechen, ihm zu helfen und ihn wieder zu integrieren", sagte der Brasilianer gegenüber dem kicker.
Durch die Suspendierung wird nun definitiv Favres Erfolgself gesprengt. Vier Spiele in Folge bot der Schweizer dieselbe Anfangsformation auf. Ebert glänzte in den vergangenen Wochen insbesondere als Torvorbereiter (vier Assists zwischen dem 20. und 23. Spieltag). In den fünf zurückliegenden Partien kommt er auf einen kicker-Notenschnitt von 2,8.
Vorstellbar ist, das für Ebert Nicu rechts beginnt, links wäre dann Platz für Neuzugang Babic. Die Alternative hieße: Cicero links, Nicu rechts und Kacar zentral.
Dass all der Wirbel um Patrick Ebert die Konzentration der Mannschaft auf das Stuttgart-Spiel beeinträchtigt, glaubt Trainer Lucien Favre nicht.
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