FC Schalke: Am Montag muss sich der Manager erklären
Aus für Müller! Oder was?
Den seit Tagen angekündigten Besuch im DSF-Doppelpass sagte Andreas Müller (46) am Wochenende kurzfristig ab. Bloß kein unglückliches Wort mehr, das ihn die allerletzte und ohnehin nur noch geringe Chance auf die Weiterbeschäftigung als Schalke-Manager kosten könnte. Heute, Montag, Vormittag trifft Aufsichtsratschef Clemens Tönnies (52) Müller auf der S04-Geschäftsstelle zum Rapport. Das Gremium, so Tönnies gegenüber dem kicker, habe "einige konkrete Fragen, wie sich Müller die Zukunft vorstellt". Und: "Vom Ausgang des Gesprächs wird abhängen, ob wir mit Andreas Müller weitermachen oder eben nicht."
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Aus für Müller - oder was sollte ihn noch retten? Dass die Zeichen auf sofortige Trennung stehen, dementiert niemand mehr. Am Samstag traf sich ein Großteil des Aufsichtsrats im Konferenzsaal der Tönnies-Fleischfabrik in Rheda zur bereits nach dem Pokal-Aus in Mainz angesetzten "informellen Zusammenkunft".
Vertrauen tendiert gegen null
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Erkenntnis: Das Vertrauen in eine erfolgreiche Zukunft mit Müller tendiert gegen null. Tönnies wurde gebeten, zu prüfen, "ob Müller uns von einer weiteren Zusammenarbeit überzeugen kann". Das ist schon deshalb schwer vorstellbar, weil der Manager sein Konzept erst kürzlich präsentiert aber keine entscheidenden Pluspunkte gesammelt hat.
Bleibt die Frage, ob Müller überhaupt noch eine echte Chance oder nur eine letzte formelle Anhörung erhält. Denn: Laut Vereinssatzung ist der Aufsichtsrat vor der Abberufung eines Vorstandsmitglieds verpflichtet, diesem "die Gelegenheit zur Aussprache" zu gewähren und ihn mindestens drei Tage vorher vom entsprechenden Tagesordnungspunkt einer Aufsichtsratssitzung zu informieren. Geschieht dies heute, könnte Müller mittels außerordentlicher Aufsichtsratssitzung noch vor dem Spiel in Wolfsburg am Freitag seinen Posten loswerden. Eine turnusmäßige Sitzung ist für Dienstag, den 17. März, anberaumt. "Spätestens dann", so Tönnies, "ist alles entschieden."
"Wir haben Andi immer Vertrauen entgegengebracht, aber die Ergebnisse irritieren mich." Clemens Tönnies
Vor noch nicht einmal 15 Monaten übrigens, im Dezember 2007, hatte Tönnies Müller als "idealen Mann für Schalke" gepriesen, der Aufsichtsrat den ursprünglich im Sommer 2008 auslaufenden Manager-Vertrag bis 2011 verlängert. Wie schnell sich die Meinung änderte, mutet fragwürdig an. Wobei Müller seitdem mit seiner kostenintensiven Einkaufspolitik (u.a. Streit, Grossmüller, Engelaar, Farfan) deutlich danebenlag. "Wir haben Andi immer Vertrauen entgegengebracht", erklärt Tönnies, "aber die Ergebnisse irritieren mich".
Favoriten auf Müllers Nachfolge sind derweil noch nicht ausgemacht. Denkbar wäre eine interne Lösung, etwa Klub-Ikone Olaf Thon (42), oder die kommissarische Übernahme durch Trainer Fred Rutten (46), der schon in Enschede in Personalunion wirkte. Der Coach jedenfalls steht laut Tönnies "nicht zur Disposition". Zumindest bis zu den Partien in Wolfsburg und gegen Hamburg, da noch eine Wende zum Positiven möglich scheint. Ob Rutten die neue Saison in Angriff nehmen darf, bleibt fraglich - angesichts des unansehnlichen Schalker Fußballs, des bisherigen Misserfolgs sowie Ruttens hoher Mitverantwortung an den millionenschweren Enttäuschungen Engelaar und Farfan.
Thiemo Müller
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