Der im November zum Cheftrainer der Schwaben aufgestiegene Ex-Nationalspieler Babbel darf den Bundesligisten wegen einer fehlenden Lizenz derzeit nur mit einer DFB-Sondergenehmigung bis zum Saisonende trainieren. Ein möglicher Kompromiss könnte nun so aussehen: "Markus Babbel bekommt nichts geschenkt. Er müsste die Lizenz auf dem zweiten Bildungsweg erwerben - etwa mit verstärktem Blockunterricht in spielfreien Zeiten", erklärte Heldt, der gerne langfristig an Babbel festhalten würde, "weil das alles einen sehr konsequenten und ausgewogenen Eindruck macht." Die Nachfolger-Suche ist derzeit eingestellt.
Falls der DFB einer Ausnahme für Babbel zustimme, könnten laut Heldt neben dem Ex-Nationalspieler auch andere profitieren. Das allgemeiner Handlungsbedarf bestehe, beweise der Fall Christian Wück. Der Ex-Bundesligaspieler war beim Zweitligisten Rot-Weiß Ahlen entlassen worden, weil er in Köln gerade seinen Trainerschein machte und deshalb nicht so oft bei der Mannschaft sein konnte. Mit der gleichen Begründung war zuvor auch schon Christian Hock beim SV Wehen Wiesbaden beurlaubt worden. Heldt: "Dieses Dilemma hat der DFB erkannt. Von daher hoffe ich, dass die Sache bald vom Tisch ist."
Die DFL und der DFB hatten zuletzt stets die Auffassung vertreten, dass der Cheftrainer eines Bundesligisten die Fußball-Lehrer-Lizenz besitzen muss und es künftig keine Sondergenehmigung für einen Kurzlehrgang oder Ausnahmeregelungen für verdienstvolle Nationalspieler oder ehemalige Profis geben soll. Babbel selbst hatte ausgeschlossen, zeitgleich mit seinem Amt als Chefcoach in Stuttgart einen normalen Trainerlehrgang des DFB zu besuchen: "Klar ist, dass ich nicht als hauptverantwortlicher Trainer bis Donnerstag beim Lehrgang in Köln sein kann und dann erst zur Mannschaft stoße. Das funktioniert nicht."
Auch eine andere Personalie entscheidet sich beim VfB demnächst: Bis Ende März soll feststehen, ob Jens Lehmann in Stuttgart noch ein Jahr dran hängt. Heldt: "Ich kann nur sagen, dass wir zuletzt gute Gespräche geführt haben. Wir wollen bis Ende März eine Entscheidung treffen. So ist es vereinbart." Bei Nationalstürmer Mario Gomez sei die Lage weiterhin so, dass man versuche, den Abgang so lange wie möglich hinauszuschieben: "Planungssicherheit hat man da nie." An Spekulationen um eine mögliche Rückkehr von Kevin Kuranyi als Gomez-Ersatz wollte Heldt sich nicht beteiligen.
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