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03.02.2009, 14:30

Fandel für technische Hilfsmittel

DFB-Referees sind spitze

Die deutschen Schiedsrichter sind auf internationaler Ebene gefragt wie nie zuvor. Im Jahr 2008 waren Herbert Fandel und Co. 110 Mal für die FIFA oder UEFA im Einsatz, zudem 33 Mal für ausländische Verbände. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ist der einzige Verband in Europa, der gleich drei Schiedsrichter in der höchste Kategorie der UEFA entsendet.

Fußball, Herbert Fandel
Wartet auf die Einführung technischer Hilfsmittel: Deutschlands Top-Schiedsrichter Herbert Fandel.
© picture-allianceZoomansicht

"Diese beeindruckenden Zahlen und die Tatsache, dass Deutschland die einzige europäische Nation ist, die drei Schiedsrichter für die Top-Kategorie der UEFA stellt, sind Beleg für die internationale Wertschätzung", sagte Eugen Strigel, Lehrwart der Unparteiischen beim DFB, am Dienstag in Frankfurt/Main.

"Wir sind weltweit an der Spitze und wirklich sehr stolz darauf, dass wir international so oft eingesetzt wurden", sagte Strigel. Während Fandel (Kyllburg) bei der Europameisterschaft in Österreich/Schweiz pfiff, waren Wolfgang Stark (Landshut) und Christine Beck (Magstadt) bei den Olympischen Spielen in Peking im Einsatz. Fandel, Stark und Florian Meyer (Burgdorf) gehören derzeit zu den am höchsten gehandelten Unparteiischen bei der UEFA, in der zweiten Gruppe ist der DFB mit Knut Kircher (Rottenburg) und Felix Brych (München) vertreten. Zehn deutsche Schiedsrichter und vier Schiedsrichterinnen dürfen FIFA-Spiele leiten.

Die Ansprüche an die Schiedsrichter sind in den letzten Jahren gewaltig gestiegen. "Wir müssen uns an das immer schnellere Spiel anpassen", meinte Fandel. "Das bedeutet auch ein erhöhter Trainingsaufwand, das ist schon ein Hochleistungssport geworden." Der hauptberufliche Konzertpianist und Leiter einer Kreismusikschule trainiert nach eigenen Angaben vier- bis fünfmal in der Woche.

Fandel für technische Hilfsmittel

Trotz der gestiegenen Professionalität gibt es auf dem Platz immer wieder knifflige Situationen. Fandel spricht sich in diesem Zusammenhang gegen zusätzliche Schiedsrichter aus und plädiert stattdessen für technische Hilfsmittel. "Ich habe Zweifel an dem Projekt mit fünf Schiedsrichtern, denn dann sind einfach zu viele Augen im Spiel. Meiner Meinung nach bringen zusätzliche Schiedsrichter hinter dem Tor nichts, vielmehr sollten ein Chip im Ball, eine Maschine oder ein Laser eingeführt werden, damit hundertprozentig angezeigt werden kann, ob der Ball im Tor war oder nicht", sagte der 44-Jährige am Dienstag.

Die UEFA hat bei der Qualifikation zur U19-Europameisterschaft auf Zypern erstmals in offiziellen Spielen den Einsatz von insgesamt fünf Schiedsrichtern getestet. Die Zusatz-Referees waren hinter dem Tor postiert, durften aber das Feld auch betreten. Neben der Frage, ob ein Ball die Torlinie überschritt oder nicht, soll besonders das Trikotzerren im Strafraum und das Zeitspiel des Torwarts unterbunden werden.

William Gaillard, der Kommunikationsdirektor der UEFA, hatte erklärt: "Ich glaube schon, dass sich Spieler bei einem vierten und fünften Schiedsrichter mehr in Acht nehmen. Zehn Augen sehen eben mehr als sechs, vor allem wenn die zusätzlichen vier direkt am Strafraum postiert sind."

Fandel schlägt sich mit seiner Meinung auf die Seite von Uli Hoeneß. Der Bayern-Manager hatte sich nach der 0:1-Niederlage seiner Bayern zum Rückrundenauftakt beim Hamburger SV für die Einführung technischer Hilfsmittel ausgesprochen. "Das ist wieder eine Szene, wo ich unbedingt dafür bin, dass es die Torkamera gibt und wo ich die Technik gerne hätte", sagte Hoeneß.

Hintergrund ist eine Szene, aus der 47. Minute, als HSV-Keeper Frank Rost einen Kopfball von Bayern-Stürmer Miroslav Klose klärte. Selbst die TV-Bilder können keinen endgültigen Beweis dafür liefern, ob der Ball vor oder hinter der Linie war.

Vertrag mit Dekra verlängert

Die guten Leistungen der deutschen Schiedsrichter fanden ihre Anerkennung in der verlängerten Zusammenarbeit mit dem Dienstleistungsunternehmen Dekra. Der Sponsoringvertrag wurde am Dienstag um drei weitere Jahre bis zum 30. Juni 2012 verlängert.

"Dekra ist etwas ganz Besonderes, weil das Unternehmen sich in einem Bereich engagiert, der den Maßstäben von Objektivität und Neutralität gerecht werden muss", erklärte DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger: "Ich freue mich sehr, dass wir sagen können, dass sich die sechsjährige Zusammenarbeit gerade auch auf dieser Grundlage bewährt hat und daher eine Fortsetzung verdient."

Über die finanziellen Dimensionen des Engagements wurde nichts bekannt. Das neue Sponsoringkonzept sieht zudem vor, die sogenannte Dekra-Akademie in die Qualifizierung der Schiedsrichter einzubinden.

 

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