Dortmund: Kruska hegt Abschiedsgedanken
Hummels in der Warteschleife
Bis zum 30. Juni läuft noch der Leihvertrag von Mats Hummels. Und ginge es nach ihm, dürfte es ruhig ein bisschen länger sein. "Meine Tendenz geht klar in diese Richtung", so der Verteidiger. Von Seiten des FC Bayern scheint es keine Einwände gegen einen endgültigen Transfer zu geben, die Münchner seien gesprächsbereit, hieß es. BVB-Sportdirektor Michael Zorc hofft auf eine schnelle Einigung. "Wir brauchen Planungssicherheit", so Zorc. Hummels schlägt in dieselbe Kerbe. "Ich möchte spätestens bis Anfang Februar Klarheit."
Der in den anstehenden Gesprächen von seinem Vater Hermann vertretene Hummels, der in der Hinrunde zwölf Einsätze verzeichnete (1 Tor, kicker-Notenschnitt 3,21) und sich als abgeklärter Abräumer eine hohe Akzeptanz erwarb, bekräftigte am Sonntag, dass er sich ausschließlich mit zwei Gedankenmodellen (Bayern oder Borussia) beschäftigt. Alle anderen Möglichkeiten (Wechsel zu einem dritten Verein) schließt er aus. "Daran denke ich nicht", sagt Hummels, "das wäre nicht ansatzweise fair dem BVB gegenüber."
Vorerst muss der 20-Jährige aber kürzer treten. Wie am Montag bekannt wurde, erlitt Hummels beim Hallenturnier in Dortmund einen Teilriss des Innen- und des Außenbandes im rechten Sprunggelenk. Der Defensivspezialist wird den Westfalen rund sechs Wochen fehlen und verpasst so den Auftakt zur Rückrunde. Gleiches gilt für Dede, wegen eines Kreuzbandrisses seit längerem außer Gefecht. Er wird auch die Reise ins Trainingslager nach Marbella noch nicht mitmachen, hofft aber auf eine Rückkehr in das Mannschaftstraining für Ende Januar. Aktuell absolviert der Linksverteidiger ein Rehaprogramm in Donaustauf.
Abschiedssignale von Kruska
Vor dem Absprung steht bei den Dortmundern Marc-André Kruska, auch wenn die Borussia ihn gerne halten würde. "Wir sprechen zurzeit mit ihm. Aber er hat signalisiert, dass er seinen Vertrag nicht verlängern will", so Zorc. Der defensive Mittelfeldspieler hatte in der Hinrunde nur zwei Einsätze zu verzeichnen.
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Mats HummelsEbenso wie seine verteidigenden Kollegen Hummels und Dede noch verletzt: Jakub Blaszczykowski (23). Der Turbo-Dribbler hat sich bei den von Trainer Jürgen Klopp (41) in den Ferien verordneten Laufeinheiten einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen und nimmt die Rückrunden-Vorbereitung deshalb erst mit Verzögerung auf. Auch mit ihm wird sich Zorc zeitnah an den Verhandlungstisch setzen - um Blaszczykowskis Vertrag (bis 2011) nach Möglichkeit vorzeitig zu verlängern.
Berichte, dass Polens Fußballer des Jahres eine entsprechende Offerte bereits zurückgewiesen habe, bezeichnete Zorc als "vollkommenen Nonsens". Irgendwann im Januar wird Blaszczykowskis Berater in Dortmund (oder im Trainingslager in Marbella) erwartet. Bisher, versichert der Sportdirektor, der nach Giovanni Federico (ausgeliehen an den Karlsruher SC) nun auch Diego Klimowicz (zum VfL Bochum) von der Gehaltsliste streichen konnte, sei "noch nichts terminiert".
Kehl in der Warteschleife
Terminieren kann auch Sebastian Kehl (28) in diesen Tagen nichts, nicht einmal seinen Einstieg ins Training. Die Knochenstauchung am rechten Sprunggelenk (mit Einblutung), die den Kapitän der Borussia schon die letzten vier Spiele vor der Winterpause kostete, lässt weiter keine Maximalbelastung zu. Der Fuß reagiert. Und verursacht bei Druck und Stress Schmerzen. "Niemand hätte gedacht, dass sich das so lange hinzieht", stöhnt Kehl, "ich bin frustriert, nicht optimal arbeiten zu können."
Ein Comeback bis zum Rückrundenstart am 31. Januar gegen Leverkusen rückt für ihn in weite Ferne. Seit dem 15. November, dem 4:0 über Frankfurt, konnte Kehl (13 Saisoneinsätze, kicker-Notenschnitt 3,33) nicht mehr ins Geschehen eingreifen. Heute sagt er: "Ich bleibe dran. Aber erzwingen kann man nichts."
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