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22.10.2008, 11:17

Hannover: Streitpunkt 50+1-Regel

96 droht mit dem Gang vors Gericht

Der Vorstand der Deutschen Fußball-Liga (DFL) sprach sich in der vergangenen Woche gegen eine Änderung der 50+1-Regel aus. Mit dieser Regelung soll der deutsche Fußball vor mehrheitlichen Übernahmen durch Großinvestoren geschützt werden und eine Stimmenmehrheit von Investoren bei den Bundesliga-Klubs verhindert werden. Dagegen wehrt sich nun Hannover 96, notfalls vor Gericht.

Entschiedener Gegner der 50+1-Regel: Hannovers Präsident Martin Kind.
Entschiedener Gegner der 50+1-Regel: Hannovers Präsident Martin Kind.
© imagoZoomansicht

Hannovers Präsident Martin Kind hatte schon seit längerem gefordert, die Regelung aufzuheben, um seinen Verein für Investoren zu öffnen.

Der DFL-Vorstandsbeschluss "wurde nach einer sehr sachlich geführten Diskussion und unter Berücksichtigung der Argumente von Hannover 96 getroffen", hatte Ligapräsident Reinhard Rauball in der vergangenen Woche erklärt.

Genau dagegen wehren sich die Niedersachsen nun in einer am Mittwoch veröffentlichten Presseerklärung.

Der Klub sei "überrascht über die Mitteilung, nach der es der Vorstand des Ligaverbandes ablehne, eine Änderung der so genannten 50+1-Regelung den Gesellschaftern zu empfehlen", heißt es da. "Hannover 96 wurde in Person von Herrn Martin Kind durch den Präsidenten des Ligaverbandes, Herrn Dr. Reinhard Rauball, am Donnerstag hierüber telefonisch kurz und stichwortartig informiert. Die insoweit von der DFL verbreitete Presseerklärung wurde mit Hannover 96 nicht abgestimmt", widerspricht der Klub den Angaben Rauballs.

Hannover 96 droht sogar mit dem Gang vors Gericht, sollte es sich der Ligavorstand der DFL nicht noch einmal anders überlegen. "Mit der Hannover 96 am Donnerstag telefonisch mitgeteilten Entscheidung des Ligavorstandes hat der Ligaverband die bisherigen beidseitigen Bemühungen um eine Lösung im Konsens beendet. Sollte diese Entscheidung durch den Ligaverband bestätigt werden, wird Hannover 96 ohne Zeitverlust eine gerichtliche Klärung der bestehenden 50+1-Regelung und den damit verbundenen, ansonsten nicht bekannten Beschränkungen der Wirtschaftsordnung vornehmen lassen."

Dr. Reinhard Rauball dagegen argumentierte schon vergangene Woche: "Die Bundesliga lebt von ihrer Stabilität und ihrer Ausgeglichenheit. Maßgebliches Gut muss auch künftig der Schutz des Wettbewerbs bleiben."

 

kicker-sportmagazin

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