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03.10.2008, 13:30

BVB: Handgreiflichkeiten in Udine

Klopp: "Werden noch belohnt"

Das "Wunder" im Stadio Friuli blieb für Borussia Dortmund aus. Der BVB scheiterte knapp nach Elfmeterschießen (3:4). Wer glaubt, dass die Dortmunder nun mit gesenktem Kopf in den Bundesliga-Alltag zurückkehren, sieht sich getäuscht. Trotz des Ausscheidens ist man beim derzeitigen Tabellen-Fünften zuversichtlich für die Zukunft und geht mit breiter Brust ins nächste Spiel. Ärger gab es noch für BVB-Trainer Jürgen Klopp und Sebastian Kehl mit Securitys nach der Partie in Italien.

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Jürgen Klopp
Trotz "gefühlter Niederlage" ist er stolz auf seine Mannschaft. Die Leistungen lassen auf mehr hoffen: BVB-Trainer Jürgen Klopp.
© imago Zoomansicht

Am letzten Spieltag feierten die Westfalen gegen den VfB Stuttgart (3:0) den ersten Heimsieg der Saison. Fünf Tage später musste Borussia Dortmund nach Elfmeterschießen das Erstrunden-Aus im UEFA-Pokal gegen Udinese Calcio hinnehmen. Für den derzeitigen Tabellen-Fünften der Bundesliga war das eine schmerzvolle Niederlage. Nachdem der BVB im Hinspiel 0:2 verloren hatte, schaffte er in Italien ein 2:0 in der regulären Spielzeit - bevor man vom Elfmeterpunkt mit 3:4 scheiterte.

"Im Moment fühlt sich dieser Sieg an wie eine Niederlage. Doch ich bin sehr stolz auf das, was wir heute abgezogen haben", kommentierte Jürgen Klopp das Beinahe-Fußballwunder in Italien. Der zweifache Torschütze Tamas Hajnal, der sein Team in die Verlängerung rettete, war es, dem als erstes die Nerven beim Elfmeterschießen versagten. "So kurz vor dem Ziel zu stehen und dann zu scheitern – das ist sehr bitter", sagte Hajnal zu seinem Missgeschick.

Spielbericht

Trotz dem bitteren Aus lässt die Partie für den BVB auf das Spiel am Sonntag gegen Hannover 96 hoffen. "Ich kann da keine Tragik erkennen. Denn dieses Spiel hat auch dem Letzten gezeigt, dass wir willens sind, für Siege zu kämpfen", meinte Dortmunds-Coach mit höchster Anerkennung für den grandiosen 165. Europapokal-Auftritt seiner Elf.

Kehl: "Sind auf einem sehr guten Weg"

Auch Kapitän Sebastian Kehl blickte nach dem Kampf gegen den Tabellen-Dritten der Serie A für das Heimspiel gegen 96 nach vorne: "Im Hinspiel haben wir uns in vielen Situationen dämlich angestellt", kommentierte Kehl das 0:2-in Deutschland gegen Udinese. "Das hat den Ausschlag gegeben. Wir sind auf einem sehr, sehr guten Weg. Heute konnte man der Mannschaft keinen Vorwurf machen."

Der gebürtige Stuttgarter Klopp machte seiner Mannschaft Mut für die nächsten Aufgaben in der Bundesliga und im DFB-Pokal: "Wir werden für das, was wir investiert haben, im Lauf dieses Jahres belohnt werden."

Bei Dortmund ist man der Ansicht, dass die ersten Veränderungen des Teams bereits Früchte tragen und sie auf einem guten Weg seien, auf die große Bühne zurückzukehren. "Jeder hat gesehen, dass wir uns positiv entwickelt haben. Leider dürfen wir diese Entwicklung in Europa jetzt nicht mehr unter Beweis stellen", bedauerte der 28-jährige Kehl. Anerkennung gab es auch vom BVB-Sportdirektor Michael Zorc: "Wir sind mit einer unglaublichen Energieleistung zurückgekommen und gemeinsam da durchgegangen."

Klopp und BVB-Offizielle an Interviews gehindert

Nicht genug, dass sie gerade eine bittere Niederlage hinnehmen mussten, im Anschluss an das Spiel kam es für Jürgen Klopp und Kapitän Sebastian Kehl noch zu unschönen Szenen. Italienische Sicherheitskräfte hinderten die beiden daran, deutschen Medienvertretern Interviews zu geben, obwohl eine Mixed-Zone für Interviews eingerichtet worden war, die jedoch dann nicht genutzt werden konnte. Es soll sogar zu Handgreiflichkeiten und Beleidigungen gegen den BVB-Trainer, dessen Arm wohl festgehalten wurde, gekommen sein. Auch Kehl wurde der Gang zu den Journalisten verwehrt.

Klopp reagierte verärgert auf die Vorkommnisse. "Sollen wir erst die Polizei rufen", sagte der 41-Jährige, der mehr als eine halbe Stunde lang vergeblich darauf wartete, dass Udines Trainer Pasquale Marino zur offiziellen Pressekonferenz erschien, die dann nicht stattfand. Beobachter der Europäischen Fußball-Union (UEFA) wurden von den Dortmundern über die Geschehnisse in Kenntnis gesetzt. 30 Minuten lang gab es zwischen BVB-Offiziellen, Journalisten und italienischen Ordnern tumultartige Szenen. "So etwas habe ich noch nie erlebt", sagte Borussias-Pressechef Josef Schneck.

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03.10.2008, 13:30
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