
Mit viel Freude und Enthusiasmus sei das Team in die Vorbereitung gestartet, so der gutgelaunte Schwabe, der bisher vier Trainingseinheiten leitete. Allerdings hat der neue Mann auf der Trainerbank noch lange nicht alle Spieler zur Verfügung. Am 9. Juli kehren Martin Demichelis, Lucio und Willy Sagnol zurück an die Säbener Straße, am 17. Juli stehen die deutschen Nationalspieler zur Verfügung - erst dann ist der Bayern-Kader komplett.
"Unsere Philosophie ist einfach. Wir wollen jeden Spieler jeden Tag besser machen, unser Training ist individuell ausgelegt", so Klinsmann. Genauso wie der Trainer lobten auch Vorstandsvorsitzender Karlheinz Rummenigge und Manager Uli Hoeneß das neue Leistungszentrum auf dem Gelände des FC Bayern, das eine individuelle Betreuung der Spieler erleichtern soll. Inspirieren ließ sich Klinsmann dabei auch auf internationalem Terrain, wie zum Beispiel beim NBA-Klub der Los Angeles Lakers. Überall habe er nach der WM 2006 Erfahrungen gesammelt, um sein Trainingsprogramm optimieren zu können. Auch Sprachunterricht muss der Bayern-Profi in der Ära Klinsmann nehmen, genauso wie er den richtigen Umgang mit den Medien trainieren muss.
Über das Ziel zum Auftaktspiel am 15. August gegen den Hamburger SV ließ Klinsmann keinen Zweifel aufkommen. "Wir haben vor jedem Klub und vor jeder Mannschaft Respekt, doch wir wollen jeden Gegner dominieren. Beim FC Bayern ist die Erwartungshaltung die höchste, die man haben kann."
Beim Thema Lukas Podolski ergriff schließlich Karlheinz Rummenigge das Wort. "Eine große Ente" sei die Meldung, dass der deutsche Nationalstürmer zum 1. FC Köln wechseln wird. Der FC Bayern werde Podolski nicht abgeben, dies habe er auch bei einem Gespräch mit FC-Manager Michael Meier betont. Dass in der kommenden Saison ein riesiger Konkurrenzkampf, vor allem im Mittelfeld, herrscht, ist Klinsmann natürlich klar. "Wir müssen ein Wechselspiel aufbauen. Da kommt viel Arbeit, vor allem in der kommunikativen Form, auf mich zu. Aber ich freue mich drauf." Dennoch rechnet der Weltmeister von 1990 fest mit dem Verbleib Lukas Podolski und auch von Bastian Schweinsteiger, auch wenn er beiden keine Stammplatzgarantie ausstellt. Die hat dafür ein Bayern-Torhüter. "Michael Rensing ist ganz klar die Nummer eins, Jörg Butt soll ihm den Rücken stärken. Michael wird unsere Rückendeckung und die Zeit bekommen, um international ein herausragender Torhüter zu werden", stellte Klinsmann klar.

Ob die Bayern nochmal auf dem Transfermarkt zuschlagen werden, hält Manager Uli Hoeneß für unwahrscheinlich. "Wir werden sicherlich keinen Spieler mehr verpflichten. Wir fühlen uns nicht unter großem Zugzwang, etwas zu tun." Eine klare Absage für einen weiteren Vorstoß hinsichtlich der Vepflichtung von Mario Gomez vom VfB Stuttgart.
Somit war die schreibende Zunft im Bilde. Die Bildjournalisten hingegen nicht. Gleich zu Beginn sorgte Klinsmann für Empörung bei den Fotographen. Ihnen wurde lediglich gestattet, zu Beginn der Pressekonferenz Aufnahmen zu machen. Die Folge: Rund zwei Dutzend Bildjournalisten verließen geschlossen den Presseraum. Klinsmann ließ über Markus Hörwick verlauten, dass er allergisch auf Blitzlicht reagiere und ihn das Geräusch der Kameras störe.
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