Der Super-Sonntag hielt, was er versprach! Sowohl im Spitzenduell zwischen Bayern und Bremen als auch beim Revierschlager in Dortmund gegen Schalke wurde spannender und fesselnder Fußball geboten, gewürzt mit zahlreichen Toren.
In einem attraktiven und von beiden Seiten leidenschaftlich geführten Derby führte Schalke (ohne Kuranyi, Gelbsperre) zur Pause verdient. S04 hatte nicht nur die besseren Torgelegenheiten, sondern verfügte auch über die reifere Spielanlage. Der Revierschlager begann schlecht für den BVB. Erst musste Klimowicz schon nach einer Viertelstunde mit einer Schulterverletzung vom Feld, kurz darauf ging Schalke in Führung. Doch die Borussen bewiesen Moral und schlugen fast postwendend zurück. Ein Eigentor aber brachte die Slomka-Elf erneut in Front.
Der BVB ließ sich auch durch einen weiteren Rückschlag - Torwart Ziegler musste verletzt gegen Bade ausgetauscht werden - nicht entmutigen und kam kurz nach dem Seitenwechsel zum 2:2. In der Schlussviertelstunde waren die Borussen aber nur noch zu zehnt, Dede sah nach Foul an Rakitic Rot. Und genau über Dedes linke Seite kam Schalke zum Siegtreffer.
Bremen legte auf neuem Rasen in der Allianz-Arena einen Blitzsstart hin und ging früh in Führung. Werder beeindruckte nach dem schnellen 1:0 vor allem in den ersten 20 Minuten, ehe die Bayern den Druck verstärkten, sich auch von einem verschossenen Elfmeter nicht aufhalten ließen und den verdienten Ausgleich erzielten.
Die Hitzfeld-Elf kam couragierter aus der Kabine, drängte Bremen das Spiel auf, entwickelte aber nicht genug Gefahr für das Bremer Tor. Bei Werder feierte Owomoyela nach langer Verletzungspause sein Comeback im Profiteam, bei den Bayern durfte Kroos für Schweinsteiger ran. Eine Wachablösung? Eine Viertelstunde vor Spielende erzielte Bayern durch Toni das 2:1. Nicht regelgerecht wie Schiedsrichter Kinhöfer irrtümlich meinte und auf Abseits entschied.
Im Topspiel des Samstags duellierten sich die punktgleichen Verfolger Leverkusen und Hamburg. Zunächst setzte Bayer ein paar Duftmarken, doch HSV-Keeper Rost parierte zweimal glänzend. Das Tor vor der Pause machte Rafael van der Vaart, der zum zehnten Mal in dieser Saison einschoss. Es reichte nicht zum fünften Auswärtssieg für Huub Stevens' Schützlinge, weil Leverkusen sich im zweiten Abschnitt steigerte. Nationalspieler Manuel Friedrich köpfte nach einer Ecke zum Ausgleich für die Rheinländer ein, die damit zumindest bis Sonntag Rang drei vor den punktgleichen Hanseaten verteidigten.
Hannover 96 strebte gegen Karlsruhe zwei Dinge an: den ersten Rückrundensieg und ein ebenso prall gefülltes Punktekonto wie die Badener. Beides ging nicht in Erfüllung, obwohl Balitsch die Niedersachsen in Führung brachte. Der KSC schlug zurück. Kennedy traf im zweiten Spiel zum zweiten Mal für seinen neuen Verein - der Australier war kurz zuvor von einer "Weltreise" mit seinem Nationalteam zurückgekehrt und hatte auch dabei getroffen. Wenig später startete Eichner einen furiosen Flankenlauf, den Hajnal kaltschnäuzig verwertete. Spät kam 96 wieder in Fahrt: Rosenthal wuchtete den Ball aus der Distanz zum 2:2 ins Netz (87.), Hankes Treffer mit dem Schlusspfiff fand wegen vermeintlichen Foulspiels keine Anerkennung. Das Spiel endete mit Diskussionsbedarf.
Mit dem Torwartwechsel Ulreich für Schäfer wollte Stuttgarts Meistertrainer Armin Veh den Schwaben auf die Sprünge helfen. Doch nach dem verpatzten Auftakt auf Schalke ging auch die Heimpremiere 2008 in die Binsen. Und das ausgerechnet gegen die Krisen-Hertha! Youngster Ulreich parierte zunächst grandios gegen Ebert (6.), um Sekunden später gegen Pantelic machtlos zu sein. Gomez glich zwar noch aus, doch erneut Pantelic (9. Tor) vor und Neuzugang Raffael nach dem Seitenwechsel stellten die Weichen für den zweiten Auswärtssieg der Favre-Elf.
Das Kellerduo Duisburg und Cottbus hatte VfL-Auswärtsaufgaben vor der Brust. Beide schnupperten am Sieg. Der MSV führte dank eines Traumtores von Niculescu, ehe Schäfer und Grafite für den knappen "Wölfe"-Sieg sorgten. Mit ausgeglichener Bilanz kletterte die Magath-Elf in die obere Tabellenhälfte. Cottbus zeigte Moral in Bochum. Nach einem Ipsa-Eigentor führte die "Blume im Revier". Sestak zeigte einmal mehr Knipserqualitäten, ehe Neuerwerb Papadopulos Sekunden vor der Pause Cottbus mit seinem zweiten Treffer hoffen ließ. Auer schien für klare Verhältnisse gesorgt zu haben (68.). Schien - denn Skela im Gegenzug und wenig später Jelic sorgten für den fünften Auswärtszähler der Lausitzer.
Den erhofften Sprung aus der Abstiegszone hat der 1. FC Nürnberg verpasst. Ohne den gesperrten Abwehrchef Wolf sowie ohne den verletzten Mintal hatte der FCN den besseren Start. Nach Charisteas' Abseitstor hatte Sturmpartner Koller mehr Glück - das erste Tor für den neuen Verein und das erste Bundesligator seit seinem Abschied aus Dortmund. Am 13. Mai 2006 hatte der Tscheche mit einem Doppelpack in München ein 3:3 gegen die Bayern herbeigeführt. Doch der Vorsprung gab Nürnberg nicht die nötige Sicherheit, zumal Rahn noch vor der Pause sträflich frei stand und ausglich. Viel Krampf dann im zweiten Abschnitt - so bleibt Nürnberg noch länger unter dem Strich. Der FC Hansa überspringt Bielefeld und ist nun 14. im Klassement.
Am Freitagabend zeigte Frankfurt über weite Strecken eine souveräne, wenn auch nicht glanzvolle Vorstellung. Diese wurde zurecht durch das 2:1 mit drei Punkten belohnt, wobei die Eintracht erst nach dem plötzlichen Anschlusstor der Arminen durch Wichniarek etwas ins Schwimmen geriet. Dabei stand der polnische Angreifer der Ostwestfalen klar im Anseits. Die beiden Frankfurter Tore dagegen kann man durchaus als blitzsaubere Kontertore beschreiben, was auch einiges über das Defensivverhalten der Frontzeck-Elf aussagt. Frankfurt feiert den zweiten Sieg in der Rückrunde, Bielefeld wartet weiter auf das erste Erfolgserlebnis im Jahr 2008.
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