"Jürgen hat einen Zweijahresvertrag unterzeichnet", erklärte Karl-Heinz Rummenigge, der unterstrich, mit Klinsmann den "absoluten Wunschkandidaten" verpflichtet zu haben. Viele Namen wurden in den letzten Tagen gehandelt, nachdem Hitzfeld angekündigt hatte, seinen Vertrag beim FC Bayern nicht zu verlängern. Die Verantwortlichen der Münchner hatten danach betont, in aller Ruhe nach einer geeigneten Lösung für die Zeit nach Hitzfeld zu suchen. Nun hat der derzeitige Tabellenführer der Bundesliga mit Klinsmann einen neuen Mann präsentiert, der an der Isar allerdings kein Unbekannter ist. Der 43-Jährige stand als Spieler von 1995 bis 1997 unter Vertrag und gewann in dieser Zeit den UEFA-Cup und die deutsche Meisterschaft.
"Wir haben immer gesagt, den, den wir haben wollen, kriegen wir auch", hatte Bayern-Manager Uli Hoeneß schon vor der offiziellen Vorstellung von Klinsmann als Bayern-Coach betont und begründete die frühe Entscheidung: "Wir wollten vor dem Trainingslager Ruhe haben."
Rummenigge und Hoeneß ließen wissen, dass sie "seit geraumer Zeit in ständigem Kontakt zu Jürgen" gestanden hatten, nachdem der Vorstandboss den Ex-Bundestrainer als Lösung vorschlug. Als Trainer hatte Klinsmann die deutsche Nationalmannschaft, die er nach der enttäuschenden EM 2004 als Nachfolger von Rudi Völler übernommen hatte, 2006 zum dritten Platz bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land geführt. Eine Klub-Mannschaft hat der Wahl-Kalifornier allerdings bislang noch nicht betreut.
Darin sieht Klinsmann aber kein Problem. "Ich sehe als Vereinstrainer sogar mehr Möglichkeiten auf die Entwicklung eines jeden einzelnen Spielers Einfluss zu nehmen", so der künftige Bayern-Coach. Der will "ein Trainerteam, besetzt mit internationalen Leuten, teilweise Amerikaner, aber auch aus anderen Ländern", in München aufbauen, um seine "Philosophie, jeden einzelnen Spieler besser zu machen", durchziehen zu können.
Auch der nach der Saison scheidende Hitzfeld sieht in der Tatsache, dass sein Nachfolger noch kein Vereinstrainer war, keinen Nachteil und findet, dass sich der Verein "für einen erstklassigen Trainer entschieden" hat. "Mich tangiert das nicht mehr. Ich beschäftige mich nicht mit dem Thema. Als Kapitän konzentriere ich meine Energie auf das Hier und Jetzt. Wer hier in der nächsten Saison trainiert, spielt für mich keine Rolle mehr", reagierte Torwart-Titan Oliver Kahn, der unter Klinsmann in der Nationalelf vor der WM 2006 zur Nummer zwei degradiert wurde.
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