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14.11.2007, 11:22

Dortmund: Nationalspieler feiert Comeback in der Zweiten

Kehl hofft doppelt

Der Bundesliga-Rasen und damit auch die EURO 2008 in Österreich und der Schweiz liegen für Nationalspieler Sebastian Kehl wieder in Sichtweite. Der 27-jährige Mittelfeldspieler der Dortmunder Borussia, der 31-mal für die deutsche Auswahl am Ball war und zu den WM-Helden 2006 gehörte, gab am Dienstagabend in der Regionalliga Nord ein gelungenes Comeback. Mit der zweiten BVB-Mannschaft hielt Kehl Spitzenreiter Emden mit 3:2 in Schach.

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Kehl gegen Salihamidzic
11. August 2006, Sebastian Kehl prallt mit Hasan Salihamidzic zusammen.
© imago Zoomansicht

Sebastian Kehl spielt seit der Weltmeisterschaft vor knapp eineinhalb Jahren nur noch sporadisch Fußball. Ein rustikales Einsteigen der damaligen Bayern-Arbeitsbiene Hasan Salihamidzic am 11. August 2006 kostete ihn einen Großteil der vergangenen Saison. Beim Auftaktspiel (2:0) der Borussia in der Allianz-Arena hatte "Brazzo" dem Ex-Freiburger in der 19. Minute eine Risswunde am Knie beigebracht, die Kehl monatelang zurückwarf. Und dabei war er als defensives Glied in der BVB-Mittelfeldraute mit großen Ambitionen in die Runde gestartet.

Denn wenige Wochen zuvor hatte Sebastian Kehl bei der WM starke Leistungen abgeliefert. Im Halbfinale gegen Italien (0:2 n.V.) überzeugte er als Ersatz des gesperrten Torsten Frings ebenso (kicker-Note 2,5) wie beim abschließenden 3:1-Erfolg in der Partie um den dritten Platz gegen Portugal (Note 2).

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Von drei bis vier Wochen Pause war nach einer ersten Untersuchung in München hernach die Rede. Die Risswunde verheilte zwar plangemäß, doch eine Knochenstauchung im lädierten Gelenk ließ ein für den Spätsommer in Aussicht gestelltes Comeback platzen.

Im Oktober 2006 fehlte Kehl immer noch auf dem Platz. "Ich mache mir Sorgen um Sebastian", sagte der damalige Coach Bert van Marwijk, "er hat nur elf Tage trainiert bisher. Elf Tage in elf Wochen." Der Frust beim Spieler wuchs ("es geht nicht voran"), Lust auf weitere Prognosen hatte er keine.

Auch im Wintertrainingslager Anfang des Jahres in Marbella konnte Kehl unter dem mittlerweile verantwortlichen Trainer Jürgen Röber nur vorsichtige Gehversuche machen. Erst am 4. Februar war es dann so weit. Im Heimspiel gegen den späteren Meister Stuttgart (0:1) kam Kehl in der 58. Minute zurück aufs Feld, konnte Sekunden später das entscheidende Tor durch Nationalmannschaftskollege Mario Gomez jedoch nicht verhindern. Lediglich vier weitere Einsätze folgten noch, am Ende unter Thomas Doll, der seinem Mittelfeldmann in der Sommervorbereitung auf die laufende Spielzeit ein Extralob zollte und Mut für die anstehenden Aufgaben machte: "Bisher", freute sich Doll, "kommt Sebastian sehr gut durch diese Sommer-Vorbereitung."

Und so stand Kehl am 12. August, also fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem Salihamidzic-Foul wieder mit großen Hoffnungen in der BVB-Startelf beim Heimspiel gegen Duisburg. 90 Minuten hielt er durch (kicker-Note 4), danach war erstmal wieder Schluss mit Fußball. Denn beim folgenden Derby auf Schalke (1:4) fehlte der Pechvogel bereits wieder. Sein linkes Knie hatte auf die Belastung gegen Duisburg ungleich heftiger reagiert als erwartet. Das Narbengewebe hatte sich entzündet. Es folgte eine Spritzenkur des gereizten Gelenks und Kehl verschwand bis Mitte Oktober wieder im Dortmunder Lazarett.

Sebastian Kehl
Genug gesessen: Sebastian Kehl spielt wieder Fußball.
© imago Zoomansicht

Seither arbeitete er sich wieder im Mannschaftstraining an Dolls 18-er-Kader heran, saß beim 1:2 in Hannover Anfang November nach 83-tägiger Pause erstmals wieder auf der Bank. Erste Matchpraxis sammelte er am Mittwochabend vor 803 Zuschauern im Stadion "Rote Erde" gegen Emden (3:2). Über 79 Minuten hielt er durch und trug zum wichtigen Erfolg der BVB-Zweiten im Hinblick auf die Qualifikation für die Dritte Liga bei.

In zweierlei Hinsicht scheint Sebastian Kehl also rechtzeitig fit zu werden. Zum einen läuft sein Vertrag in Dortmund im Sommer aus. Im Februar wird er 28 Jahre alt, das nächste Arbeitspapier wird also kein unwichtiges sein. Zum anderen steht im Sommer die EURO in Österreich und der Schweiz an. Die deutsche Mannschaft hat sich ohne Kehl problemlos für die Endrunde qualifiziert. Der Ex-Freiburger Kehl steht beim Ex-Freiburg Joachim Löw dennoch weiter auf dem Zettel - wenn sein Knie in den kommenden Monaten durchhält.

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14.11.2007, 11:22

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