Am Freitagnachmittag wurde Prasnikar auf einer Pressekonferenz vorgestellt. Im Anschluss daran leitete er erstmals das Training und bereitete die Mannschaft auf das Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt (Sonntag, 17 Uhr) vor. Dann wird er erstmals auf der Bank Platz nehmen. Heiko Weber rückt also zurück ins zweite Glied.
"Ich habe als Trainer in meiner Heimat alles erreicht, daher sehe ich die Bundesliga als eine große Herausforderung an", skizzierte Prasnikar im Rahmen der Vorstellung seine eigenen Erwartungen. Die "sehr schöne, aber auch sehr schwere Aufgabe" wolle er mit einem offensiv ausgerichteten Spielsystem bewältigen. "Ich stelle mir vor, dass wir mit spielerischen Mitteln zum Erfolg kommen."
"Wir sind sehr froh, dass wir einen erfahrenen Trainer und ausgewiesenen Fachmann unter Vertrag nehmen konnten", hatte Präsident Ulrich Lepsch am Freitag im Vorfeld geäußert. Der 54-jährige Coach erhält in der Lausitz einen Vertrag bis 2009.
Am Donnerstagabend hatten letzte Verhandlungen stattgefunden. Bereits zuvor hatte Cottbus zunächst dem Polen Franciszek Smuda von Lech Posen und dem Norweger Jörn Andersen, zuletzt Skoda Xanthi (Griechenland), abgesagt. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Prasnikar bereits als Kandidat Nr. 1 herauskristallisiert. Der neue Trainer gilt nach kicker-Informationen als Taktikfuchs und Kumpeltyp, der jedoch auch dazwischen hauen kann. Prasnikar, neben dem früheren Stuttgarter Srecko Katanec einer von zwei Toptrainern in Slowenien, spricht auch die deutsche Sprache.
Vor seinem Wechsel nach Cottbus trainierte er in seiner Heimat zuletzt den Tabellensechsten Primorje Ajdovscina. 1999 führte er NK Maribor in die Champions League, mit Siegen über Genk und Lyon. In der Gruppenphase scheiterte das Team dann an Bayer Leverkusen (0:2, 0:0), Lazio Rom und Dynamo Kiew. Dreimal zeichnete er für die slowenische Nationalelf verantwortlich, zuletzt bis Mai 2004. Mit Olimpija Ljubljana und Maribor holte er mehrere Meistertitel in Slowenien.
Die Cottbuser Suche ist damit beendet, nachdem sich der FC Energie zuvor einige Absagen eingehandelt hatte. Heidrich hatte gegenüber dem kicker bestätigt, Jürgen Kohler sei nach der Trennung von Sander ein Nachfolgekandidat gewesen, doch Kohler habe "ohne Angabe von Gründen abgesagt". Er hätte bereits am Sonntag das Training übernehmen sollen.
Nach der Absage von Kohler habe die Vereinsführung sich auf einen Kandidatenkreis von drei Personen geeinigt. "Wir wollen einen neuen Trainer", sagte Präsident Lepsch. Heiko Weber, Coach der Regionalliga-Mannschaft, betreute das Bundesliga-Team interimsweise beim 0:5 in München, er wiederum wurde von Detlef Ullrich bei der zweiten Mannschaft vertreten.
"Es ist nicht so, dass niemand zu uns will, so schlimm sind wir nicht", hatte Lepsch über die Trainersuche gesagt. Smuda und Andersen hatten zwar ihre Bereitschaft signalisiert, waren offensichtlich aber nur zweite Wahl.
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