Dortmund: Pagelsdorf und Klopp gehandelt
Doll findet's "respektlos"
Heute besteht diese Welt in einer für ihn ungesunden Häufigkeit aus Niederlagen, und weil nicht alle so ehrenvoll ausfielen wie die am Samstag in Berlin, wird fundamentale Kritik an ihm geübt.
Dass sich diese Kritik unmittelbar vor dem Pokalfinale Bahn brach und in der Öffentlichkeit im Umfeld des großen Duells mit dem FC Bayern schon über Nachfolger (Pagelsdorf, Klopp) spekuliert wurde, findet Doll mit einer Miene wie aus Granit "respektlos".
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Als er am Sonntagmorgen aufwachte und in den Fernseh- oder Radiosendern die Endspiel-Nachdreher liefen, sickerte noch einmal in sein Bewusstsein, "dass wir die Möglichkeit hatten zu gewinnen". Doll erzählte von den Tränen, die selbst bei den harten Jungs in seinem Team flossen. Der goldene Pott, den wieder die Bayern in den Berliner Nachthimmel stemmen durften, kam ihm vor wie eine Frucht, die sie zu pflücken vergessen hatten. "Wir waren so dicht dran", seufzt er.
Von den 500 Bankettgästen (und den mehr als 20000 Fans im Stadion) wurden Doll und seine Spieler bejubelt wie Sieger. Der Stimmungsabsturz in den Tagen vor dem Showdown im Olympia-stadion sei durch die Energieleistung in den 120 Minuten "komplett aufgefangen" worden, meint Präsident Dr. Reinhard Rauball (61), die "generelle Großwetterlage" habe sich deutlich verbessert.
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Dortmund stagniert
In welcher Form das auch den Übungsleiter der Borussia einschließt, ist weiter ungewiss. Obwohl Rauball, Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (48) und Sportdirektor Michael Zorc (45) verdächtigt werden, Doll nicht mehr vorbehaltlos zu unterstützen, führen sie "keine Trainerdiskussion". Jedenfalls nicht öffentlich. Doll bleibt Coach. Mindestens bis zum Saisonende am 17. Mai. Danach, darauf deutet einiges hin, ist Schluss, wenn sich die Mannschaft weiter so wechselhaft gibt wie ein endloser April.
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Hartnäckig halten sich Gerüchte, denen zu Folge sich die Entscheider der Borussia jetzt schon auf dem (internationalen) Markt umschauen. Im Fall einer vorzeitigen Trennung würde Doll (trotz des bis 2010 laufenden Vertrages) nur mit einer vergleichsweise niedrigen Summe entschädigt: Von einer Summe knapp unter einer halben Million Euro ist die Rede.
Doll schiebt jeden Gedanken daran beiseite. Er empfiehlt, die aufgeregt geführte Diskussion über seine Person "nicht so hoch anzusetzen. Ich spüre das Vertrauen von Watzke und Rauball." Nach 13 Monaten in Dortmund hat er den Eindruck gewonnen, dass Watzke mit einer Beziehungskrise "offen umgehen" würde.
In Berlin hatte Doll den üblichen Ablauf geändert. Schon am Freitag hatte er das Geheimnis um seine Aufstellung gelüftet. Auf die Mannschaftssitzung am Spieltag verzichtete er; statt dessen instruierte er seine Spieler am Abend vorher mit Videosequenzen, untermalt von aggressiver Heavy-Metal-Musik, die so heftig in den Trommelfellen der Zuhörer schepperte, dass keiner auch nur ein bisschen in seiner Aufmerksamkeit nachließ.
Schon am Freitag in Frankfurt kann Doll wieder an den Lautstärkereglern drehen.
Wörns geht, Kovac wohl auch
Die kommenden Spielzeit wird Borussia Dortmund wohl mit neuer Abwehrzentrale angehen. Neben Christian Wörns, der sich in Sachen Zukunft noch nicht entschieden hat - Karriereende, 2. Liga, Ausland? - soll auch Robert Kovac den Verein verlassen. Wie der kicker erfuhr, wurde dem Kroaten kürzlich nahe gelegt, zu gehen. Ein Jahr vor Vertragsende wohlgemerkt. Die Personalplanungen des BVB laufen offenbar in eine andere Richtung.
Zwei Innenverteidiger werden gesucht, einer von ihnen ist der Serbe Marko Basa (25, UC Le Mans, rund 7,5 Millionen Euro teuer), der andere könnte Jeremie Brechet (28) sein, dessen Vertrag beim FC Sochaux ausläuft. Hinter zwei gestandenen Abwehrspielern sollen dann Mats Hummels (19, neun Saisonspiele), Markus Brzenska (23, zwölf) und Martin Amedick (25, 14) Gewehr bei Fuß stehen.
Thomas Hennecke
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