Hoppla - dünnhäutig, verbittert geworden nach dem Pokalaus in Jena und nach der vierten Niederlage im sechsten Heimspiel, dieser sonst vermeintlich so lustige Fußballlehrer? Ist ihm inmitten der langsam dramatische Züge annehmenden Krise die Souveränität abhanden gekommen? Zweimal ein klares Nein: Hans Meyer gehen zwar die Punkte und damit die wichtigsten Argumente seiner Zunft ab, die Lage hat er dennoch im Griff.
Blinder Aktionismus ist ihm fremd; da gibt es keine Kurztrainingslager, die üblichen, von Phrasen strotzenden Appelle an Ehre und Moral der Spieler findet man ebenso wenig wie ein wildes, als Strafe zu verstehendes Rotieren bei der Aufstellung. Der Club-Trainer, im Vertrauen in das Können seines Kaders wie in das eigene, verfährt nach der Politik der ruhigen Hand. Er ändert keine Trainingsabläufe, kein Spielsystem, und auch seine Ansprache bleibt die gleiche. Mal lobend, mal polternd, mitunter auch verletzend; typisch Meyer eben.
Und dünnhäutig ist er übrigens immer gewesen; nichts ist schiefer als das Bild, das Meyer als stets spaßigen Zeitgenossen zeichnet. Er vermag fraglos den charmanten Plauderer zu geben, kann aber ebenso in der nächsten Sekunde plötzlich grundlos Arglist vermuten. Schnell regt sich Misstrauen in ihm, selbstgerecht, sarkastisch kanzelt er Fragesteller ab, attackiert, empfindet auch berechtigte und notwendige Fragen als Zumutung. Hinter all dem steckt freilich auch Masche. Getreu der Devise "Lasst die Mannschaft in Ruhe" zieht er gerade in Extremsituationen die Aufmerksamkeit auf sich. Auch im Wissen um seine unverändert starke, unantastbare Position.
"Trainerwechsel? Ich kenne nur einen, mit dem wir aus dieser misslichen Lage garantiert herauskommen. Und der heißt Hans Meyer", würgt Präsident Michael A.Roth auch nach dem 0:1 gegen den VfB jede Debatte ab. Und auch wenn der ein oder andere Hinterbänkler in der Führungsebene den Trainer hinter vorgehaltener Hand infrage stellt: Die Stimmung im Verein wie in dessen Umfeld spiegelt dies nicht wider. Die maßgeblich handelnden Personen des Club wie dessen Fans haben die vergangenen 24 Monate mit dem DFB-Pokalsieg als Höhepunkt nicht vergessen. Und sie haben die nicht lange zurückliegenden Zeiten noch gut im Gedächtnis, als eine emotionale, sich zu einseitig am Tagesgeschehen orientierende Vereinspolitik dem FCN schweres Ungemach bescherte.
Vorbei; heute kann Hans Meyer die Frage "Und was nun?" ruhig analysieren, ohne dass ihm seine Worte als Durchhalteparolen ausgelegt werden. "Die Mannschaft hat Charakter", sagt er, "wir werden solche Spiele bald wieder gewinnen." Klar, der Club braucht dringend Erfolge; am Donnerstag im UEFA-Pokal gegen Everton, noch dringlicher drei Tage später in Bielefeld. "Fürs Selbstvertrauen", wie Meyer sagt - und für den Erhalt des Friedens im und um den FCN herum.
Wer wird Meister?(23349 Teilnehmer)
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| Verein | Name | Datum | Position |
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08.02.12
Sturm
Freiburg: Nach 15 Ligaspielen wieder zu Niigata |
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31.01.12
Sturm
Stuttgart: Aufregung nach Wechsel zu Fulham |
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31.01.12
Mittelfeld
Regensburg: Der vierte Neue kommt aus Freiburg |
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