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12.03.2019, 14:00

Fehlte die Kraft? Waren es taktische Gründe?

Warum bettelte Freiburg um ein Gegentor?

Am Ende stand ein etwas glücklicher, aber nicht unverdienter 2:1-Heimsieg gegen Hertha BSC. Mit diesen drei wichtigen Punkten auf dem Weg zum Klassenerhalt lässt sich die Partie für Christian Streich und Co. gelassener analysieren. Eine Frage drängt sich dabei auf: Warum ließ sich Freiburg in der zweiten Halbzeit so tief in die eigene Hälfte drücken und bettelte förmlich um ein Gegentor?

Christian Streich und Lars Voßler
Hatten gegen Hertha einiges zu besprechen: Freiburgs-Coach Christian Streich (l.) und sein Assistent Lars Voßler.
© picture allianceZoomansicht

Nicht wenige Zuschauer im Schwarzwaldstadion waren etwa ab der 55. Minute im Spiel gegen Berlin irritiert. Die SC-Profis, die in der ersten Halbzeit eine weitgehend ansprechende Leistung gezeigt und 4:2 Chancen verzeichnet hatten sowie 1:0 in Führung lagen, ließen sich seltsam passiv tief in die eigene Hälfte drängen. Entlastung in Form von eigenen zielstrebigen Angriffsaktionen fand kaum noch statt. Lediglich Vincenzo Grifo mit einem verzogenen Schlenzer (59. Minute) und Kapitän Mike Frantz nach einem Solo (67.) brachten das Tor von Rune Jarstein bis zum überraschenden Siegtreffer nach einem Eckball (Eigentor Vedad Ibisevic, 81.) ein wenig in Gefahr.

Auf der anderen Seite dominierte Hertha den Gegner und kam immer wieder zu Abschlüssen. Der mit der vierten Chance in dieser Phase schön herausgespielte Treffer von Ibisevic zum zwischenzeitlichen 1:1 war die überfällige wie logische Folge. Aber was war eigentlich passiert? Was führte zum abrupten Abfall im Freiburger Spiel?

Nun gut, es gab eine veränderte Personallage. Der SC startete aus Verletzungsgründen den zweiten Durchgang mit zwei Wechseln in der Viererkette. Der zuletzt ein Reservisten-Dasein fristende Pascal Stenzel verteidigte rechts, Bundesliga-Debütant Nico Schlotterbeck neben ihm im Zentrum. Bei Hertha ersetzte Arne Maier in der Pause Fabian Lustenberger, Trainer Pal Dardai stellte zudem von einem 3-4-1-2 auf ein 4-2-3-1 um. Also zwei Abwehrakteure ohne Rhythmus auf der einen Seite - auf der anderen ein ballsicherer Profi im Mittelfeld und eine clevere Systemumstellung. Aber reicht das aus, damit gleich alle Freiburger den Drive und so den Zugriff auf die Partie verlieren? Eher nicht. Da muss mehr dahinterstecken.

Grifo "ein bisschen zu tief" - Streich: "Haben viel trainiert"

Niklas Stark gegen Vincenzo Grifo
Freiburgs Vincenzo Grifo (r.) gegen Herthas Niklas Stark.
© imagoZoomansicht

Zunächst fand der SC taktisch nicht die ideale Antwort auf die Umstellung der Hertha. Bis zur 70. Minute agierte Freiburg weiterhin im traditionellen 4-4-2, ehe sich Streich eilig mit seinem Co-Trainer Lars Voßler an der Seitenlinie besprach. Der Mannschaft wurde danach per Handzeichen ein 4-1-4-1 kommuniziert, das jedoch nicht wie gewünscht umgesetzt wurde. Grifo, eigentlich links außen in der offensiven Viererreihe postiert, ließ sich oft so tief fallen, dass es nach einer Fünferkette in der Abwehr aussah. "Der Vince war ein bisschen zu tief, weil er Angst hatte, erwischt zu werden im Rücken, weil er zwar mit allem Engagement verteidigt, aber kein Spezialist und Lukas Klünter sehr schnell ist. Das hätten wir vielleicht anders machen und uns früher für das 5-4-1 gegen den Ball entscheiden sollen", räumte Streich hinterher ein. So agierte Freiburg dann nach dem überraschenden 2:1 - und gewann mit dem Treffer im Rücken vorne und hinten wieder mehr Sicherheit. "Da konnte der Vince wieder den Innenverteidiger anlaufen, weil hinter ihm Christian Günter links in der Fünferkette hoch rausschieben konnte. Wir wollten aber vorher hinten nicht mit drei Innenverteidigern nur gegen einen Stürmer spielen in Herthas 4-2-3-1", erläuterte Streich, meinte aber auch, dass es gegen die ballsicheren Berliner Mittelfeldakteure "extrem schwierig" gewesen sei.

Bei allen taktischen Aspekte fiel jedoch noch etwas anderes auf. Vielen Zuschauern und auch Torwart Alexander Schwolow: "Die Jungs waren, aus welchen Gründen auch immer, ein bisschen platt. Ich habe nach dem 1:1 nicht mehr gedacht, dass es noch klappt." Und auch Günter merkte an, dass "bei uns ein bisschen die Kräfte nachgelassen haben." Warum? War womöglich die Trainingssteuerung nicht optimal auf den Wettkampf-Zeitpunkt abgestimmt? Auch hier gab Streich offen Auskunft und übernahm die Verantwortung: "Wir haben viel trainiert in den letzten drei, vier Wochen. Wir haben schon weniger trainiert. Ich habe aber gesagt, es wird wieder mehr trainiert. Wir mussten mit dem Ball üben. Jetzt waren die Jungs ein bisschen müde." Streich kam dennoch zu diesem Fazit: "Es war aber richtig. Wir mussten die ganze Energie reingeben. Und wenn dann von der Kraft her mal ein paar Minuten fehlen - egal. Es ging um die Haltung."

Lienhart fehlt im Training und wird in Gladbach ziemlich sicher ausfallen

All diese Einschätzungen wurden sicher maßgeblich vom Wissen über den letztlich so wichtigen Sieg im Kampf um den Klassenerhalt beeinflusst. Nun darf man gespannt sein, wie sich die SC-Profis am Freitagabend in Mönchengladbach präsentieren? Mit welcher Taktik, mit welchem System, mit welchem Personal und mit welchem Kraft- und Energielevel? Nach einem freien Montag begann die Vorbereitung jedenfalls am Dienstagvormittag auf dem Trainingsplatz - wie erwartet ohne Philipp Lienhart, der gegen Berlin eine Gehirnerschütterung erlitten hatte. Der Österreicher wird am Freitag in Gladbach ziemlich sicher ausfallen.

Carsten Schröter-Lorenz

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weitere Infos zu Streich

Vorname:Christian
Nachname:Streich
Nation: Deutschland
Verein:SC Freiburg

weitere Infos zu Grifo

Vorname:Vincenzo
Nachname:Grifo
Nation: Italien
Verein:SC Freiburg
Geboren am:07.04.1993

Bundesliga - Tabelle

Pl. VereinTorePkte.
1Bayern München62:2757
 
2Borussia Dortmund61:2857
 
3RB Leipzig43:2046
 
4Bor. Mönchengladbach44:3046
 
5Eintracht Frankfurt50:3043
 
6Bayer 04 Leverkusen46:3742
 
7VfL Wolfsburg39:3739
 
8TSG Hoffenheim49:3737
 
9Werder Bremen43:3736
 
10Hertha BSC38:3635
 
11Fortuna Düsseldorf31:4531
 
12SC Freiburg36:4130
 
131. FSV Mainz 0527:3930
 
14FC Schalke 0427:4323
 
15FC Augsburg34:4622
 
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17Hannover 9623:5814
 
181. FC Nürnberg19:5113

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