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05.03.2019, 16:34

Nürnberg: Defensiv-Allrounder überzeugte gegen Leipzig

Wieder der Alte? Erras bejaht

Auch wenn der 1. FC Nürnberg gegen RB Leipzig über weite Strecken mithalten konnte, setzte es am Ende wieder einen Dämpfer. Doch in Zeiten, wo es schwierig scheint, Hoffnung zu bewahren, gibt es für den Tabellenletzten zumindest einen Lichtblick.

Patrick Erras
Hielt gegen Leipzig das Zentrum meist dicht: Nürnbergs Sechser Patrick Erras.
© imagoZoomansicht

Kann es Sieger geben nach einer Niederlage, die eine Negativserie von sieglosen Partien auf 18 hochschraubt? Wenn auch keine richtigen, dann zumindest heimliche. Womit wir beim Nürnberger Patrick Erras wären, der am Wochenende beim 0:1 gegen RB mal wieder von Beginn auf der Sechs ran durfte - nach einer Pause von zehn Spieltagen, sei angefügt. Dass der 24-Jährige diesem Umstand den Adduktorenproblemen von Ondrej Petrak zu verdanken hatte?

Geschenkt. Entscheidend ist, was er aus dieser Chance machte. Und das war angesichts seiner langen Pause wie auch der Offensivqualität des Gegners richtig ordentlich, auch wenn der Defensiv-Allrounder nicht mit spektakulären Aktionen für Aufsehen sorgte. Dies ist allerdings als Bindeglied zwischen Abwehrkette und Mittelfeld auch gar nicht seine Aufgabe gewesen. Was nützen einem Sechser wie seiner Mannschaft die dynamischsten Vorstöße, wenn dadurch im defensiven Mittelfeldzentrum für den Gegner einladend große Löcher entstehen?

Meist unauffällig, aber wichtig

Richtig, nichts, ungeachtet dessen, dass das mit den dynamischen Vorstößen ohnehin nicht das Ding des langen Schlacks sind. Er, mit einer großen Spielintelligenz ausgestattet, ist einer, der das gegnerische Angriffsspiel lesen und diesem dann durch cleveres Stellungsspiel die Wucht nehmen kann. Kurz gesagt: die Kunst, dort zu stehen, wohin der Gegner den Ball spielt. Ist zwar häufig unauffällig, aber immer wichtig.

Ähnlich unspektakulär hält Erras es mit dem Spielaufbau wie auch mit dem eroberten Ball - gleichwohl er das Auge für den öffnenden Vertikalpass hat, wählt er diesen nur, wenn er eine Chance sieht, dass dieser ankommt. Ballbesitz vor Risiko lautet seine Devise, seine Fehlpassquote jedenfalls ist im Normalfall gering. So auch bei seinem Auftritt am vergangenen Samstag, für den er ein Lob von Interimscoach Boris Schommers erhält: "Dass das Zentrum vor der Viererkette zu war, dazu trug er einen großen Teil bei."

Hoffnungsträger statt Invalid

Erras selbst sagt zu seinem dritten Startelf-Einsatz in dieser Saison nur, dass er sich "gut gefühlt hat." Klingt nach einer Selbstverständlichkeit, was es aber nicht ist. Dass er überhaupt Bundesliga spielen kann, ist für ihn nämlich schon ein großer Sieg. Über sich und sein Knie, in dem er sich im März 2016 im Training einen Totalschaden zuzog. Das Damoklesschwert der Sport-Invalidität hing lange Zeit drohend über ihm. Und auch jetzt ist die Frage nicht gänzlich verschwunden, ob er wieder ganz der Alte ist? Er bejaht, und doch ist es nicht von der Hand zu weisen, dass er auf dem Weg der Genesung ein Stück weit frühere Selbstverständlichkeit verloren hat.

Das "Früher" fand allerdings auch auf ganz hohem Niveau statt: Mitte Oktober 2015 gab er gegen den FSV Frankfurt sein Zweitliga-Debüt - und stand 15 Spiele später als hochtalentierter Spielgestalter von hinten heraus bei vielen Bundesliga-Klubs dick unterstrichen in den Notizblöcken. So mag es zwar nur eine These sein, dass er ohne den besagten Unfall weit mehr als die jetzt zu Buche schlagenden neun Bundesliga-Einsätze hätte, aber eine nachvollziehbare.

Christian Biechele

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weitere Infos zu Erras

Vorname:Patrick
Nachname:Erras
Nation: Deutschland
Verein:1. FC Nürnberg
Geboren am:21.01.1995


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