Leverkusen Geschäftsführer mahnt vor Krasnodar-Rückspiel

Völler wegen Havertz: "Wir sind nicht Bayern München"

Bundesliga - 17.02. 21:10

Bayer Leverkusen ist in der Bundesliga das Team der Stunde und hat das beim 2:0 gegen Fortuna Düsseldorf ein weiteres Mal unter Beweis gestellt. Einmal mehr im Fokus war auch das verheißungsvolle Talent Kai Havertz, zu dessen Zukunft sich Geschäftsführer Sport Rudi Völler - wie auch zu neuen Saisonzielen - spezifischer äußerte.

Blickt nur vom nächsten Spiel bis zum Ende der Saison: Rudi Völler. © imago

Bei Bayer Leverkusen, so befand Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel, "kann und darf man mal mit 0:2 verlieren". Die beste Rückrundenmannschaft der Bundesliga ist nach dem vierten Sieg in Folge weiterhin voll auf Kurs, kam gegen die Fortuna auf beeindruckende Bestwerte. 84 Prozent Ballbesitz hat seit dem 33. Spieltag der Saison 2015/16 (Borussia Dortmund gegen Eintracht Frankfurt) keine Bundesliga-Mannschaft mehr gehabt, keine spielte in einer einzelnen Halbzeit der laufenden Saison 518 Pässe - wie die Werkself im ersten Abschnitt gegen F95.

"Wir hatten offensiv überhaupt keine Durchschlagskraft", haderte indes Funkel gegenüber "Sky", der mit der Defensivleistung seiner personell geschwächten Mannschaft ("Ich glaube, dass bei Jean Zimmer mindestens ein Band gerissen ist") zufrieden war: "Leverkusen hat kaum Möglichkeiten gehabt, die zwei Tore dürfen so eigentlich nicht fallen."

Havertz: "Ich habe den Trick gewusst"

Dass die beiden Leverkusener Treffer doch fielen, hatte wohl auch etwas mit individueller Klasse - und einer gewissen Eingespieltheit - zu tun: "Ich habe den Trick von Kevin (Volland, d. Red.) gekannt und bin auf Verdacht losgelaufen", verriet Havertz, der in der 18. Minute, Volland hatte mustergültig vorbereitet, das 1:0 erzielte. Und der auch zugab, dass "Düsseldorf es uns schwer, die Räume eng gemacht hatte". Das 2:0-Endergebnis sei dennoch "fair", nun wollen er und Bayer "nächste Woche natürlich auch den fünften Liga-Sieg in Folge holen".

Der Geschäftsführer Sport der Werkself, Rudi Völler, denkt da noch etwas kurzfristiger. "Wir tun gut daran, schnell umzuschalten - am Donnerstag (Europa-League-Sechzehntelfinal-Rückspiel gegen Krasnodar) wird es wesentlich schwererer und das Spiel ist ganz wichtig." Auch, weil Völler auf Nachfrage noch nicht auf Rang vier und aufwärts schielen, sondern "in dieser Europa-League-Saison weit kommen" will. Sein Verein befindet sich auf bestem Wege, erkennt Havertz doch "viele Dinge, die unter Bosz anders sind, die in den vergangenen zwei Monaten positiv verändert wurden". Der 19-Jährige führt fort: "Man kann sagen, dass wir von Spiel zu Spiel besser werden."

"Es gibt jetzt keinen Grund für ihn zu sagen, ich will in die große weite Welt."

Rudi Völler über die Situation von Kai Havertz

Was auch auf den begehrten Jungprofi selbst zutrifft. "Zehn Jahre binden geht leider nicht, das würden wir natürlich gerne machen", scherzte Völler auf die Zukunft seines Spielers angesprochen. "Es gibt jetzt keinen Grund für ihn zu sagen, ich will in die große weite Welt", meint der Weltmeister von 1990, der deshalb erneut ankündigte, dass "Kai im Sommer bleibt - dann schauen wir von Jahr zu Jahr". Auch in diesem Punkt wollte der 58-Jährige also nicht zu weit in die Zukunft blicken und damit gleichzeitig zu große Erwartungen in der Causa Havertz klein halten: "Dass wir ein Klub sind, der auch mal den ein oder anderen Spieler verliert, ist klar. Wir sind nicht Bayern München."

nba

weitere News und Hintergründe