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08.02.2019, 10:23

Wie Nagelsmann mit der Hoffenheimer Tristesse umgeht

"Ich bin selbst schuld und muss das auch ausbaden"

Bei der TSG Hoffenheim herrscht vor dem Gastspiel beim BVB Frust, die Zielsetzung Champions League wurde vorerst gestrichen. Ein Zahlenvergleich ist allerdings besser als gedacht - und überrascht auch Julian Nagelsmann.

Julian Nagelsmann
Schwierige Phase in Hoffenheim: Julian Nagelsmann.
© imagoZoomansicht

Manchmal muss sich Julian Nagelsmann über sich selbst wundern. Bei der Analyse der aktuell unbefriedigenden Lage hat Hoffenheims Cheftrainer einen Quervergleich gezogen zur Situation vor exakt einem Jahr. "Auch da hatten wir eine ähnliche Situation, wohlgemerkt mit zwei Punkten weniger als jetzt. Das vergessen viele, zu denen ich auch zähle", gesteht der 31-Jährige vor dem Auswärtsspiel in Dortmund am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) und schlussfolgert: "Es ist nicht alles grau. Wir hinken ein bisschen hinter unseren eigenen Ansprüchen her, deswegen sind wir auch unzufrieden."

Genau das ist der Punkt. Denn diese Ansprüche wurden nicht allein durch die eigenen Erfolge angehoben, weil den Kraichgauern damals noch ein Endspurt bis auf Rang drei und direkt in die Champions League gelang - sondern auch vor dieser Saison formulierte Titelträume taten ein Übriges. "Da bin ich auch selbst beteiligt oder selbst dran schuld, wenn man da einen Schuldigen suchen muss", gibt Nagelsmann unumwunden zu, "also muss ich das auch selber ausbaden. Ich habe die Ansprüche ja hochgeschraubt. Ich habe auch eigene Ansprüche, und wenn die nicht befriedigt werden, bin ich sauer und frustriert."

Ich bin einfach sehr ehrlich, das wird mir manchmal zum Verhängnis.Julian Nagelsmann

Nagelsmann wurde für seine forschen Ankündigungen in der Branche dafür durchweg gelobt und keineswegs belächelt. "Ich bin einfach sehr ehrlich, das wird mir manchmal zum Verhängnis", muss Nagelsmann nun in einer schwierigen Phase erkennen, "das wird mir manchmal um die Ohren gehauen. Wenngleich wir zwei Punkte besser sind als letztes Jahr zu diesem Zeitpunkt."

Das stimmt in der Tat. Damals rangierte Hoffenheim nach 20 Spieltagen mit 27 Zählern und einer negativen Tordifferenz (-1) auf Platz neun. Jetzt ist die TSG mit 29 Punkten Achter (Tordifferenz +9). Damals war Tabellenführer FC Bayern 23 Punkte enteilt, jetzt thront Dortmund 20 Punkte vor der TSG auf Platz eins. Allerdings waren die Abstände dahinter kleiner. 13 Zähler trennen Hoffenheim aktuell von Platz zwei und drei, acht von Rang vier. Damals waren der Zweite und Dritte nur sieben, der Vierte nur sechs Punkte entfernt. Genau deshalb strich Nagelsmann nun auch die Zielsetzung Champions League. Vorerst.

Gegen "die Oberen" stimmen die Ergebnisse nicht

"Die Tabelle lügt im Normalfall selten, und wenn du gegen die Oberen nicht gewinnst, stehen die wahrscheinlich verdient über dir. Das ist aktuell so", sagt Nagelsmann. Zwei Niederlagen gegen die Bayern stehen zu Buche, eine zu Hause gegen Frankfurt, ebenso gegen Leipzig, wo die TSG auch im Pokal scheiterte. Immerhin endete das Hinspiel gegen Dortmund 1:1 - "wenngleich wir da deutlich stärker waren, was die Chancen anging, und das Spiel hätten gewinnen müssen", erinnert sich Nagelsmann. Damals jagte in der Nachspielzeit Ishak Belfodil den Ball aus zwei Metern übers Tor.

"Dortmund hat noch kein Heimspiel verloren, wir versuchen, das zu ändern", verspricht Nagelsmann, auch wenn aktuell alles für die Borussen spricht. "Sie stehen statistisch gesehen in allen Werten vor allen anderen Mannschaften, sie stehen völlig zu Recht ganz oben. Da zu spielen, ist sehr schwer. Neben einer guten Mannschaft und einem sehr guten Trainer ist da auch noch ein unfassbares Publikum hinten dran, das manchmal so laut ist, dass man sein eigenes Wort nicht versteht. Da müssen wir alle eine sehr gute Tagesform haben."

Nagelsmann rätselt: Ist Dortmunds Pokal-Aus ein Vorteil?

Immerhin hatte Dortmund im Gegensatz zur TSG eine englische Woche und durch das Pokal-Aus im Heimspiel gegen Bremen auch ein Negativerlebnis zu verkraften. "Es wird vielleicht Auswirkungen haben, aber ob die zwingend negativ sein werden, weiß ich nicht. Kann sein, dass sie jetzt sauer und noch engagierter sind als zuvor. Kann auch sein, dass sie ein bisschen verunsichert sind und nicht ganz so gut spielen", rätselt Nagelsmann.

In Dortmund, zu Hause gegen Hannover, in Leipzig, in Frankfurt: In den kommenden vier Spielen tritt die TSG dreimal auswärts bei Top-Fünf-Klubs an. Mal schauen, ob und wie sich die Hoffenheimer Zielsetzung danach verändern wird.

Michael Pfeifer

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Pl. VereinTorePkte.
1Borussia Dortmund54:2350
 
2Bayern München47:2445
 
3Bor. Mönchengladbach41:2142
 
4RB Leipzig38:1838
 
5Eintracht Frankfurt40:2733
 
6Bayer 04 Leverkusen37:3233
 
7VfL Wolfsburg32:3032
 
8Hertha BSC34:3131
 
9TSG Hoffenheim41:3230
 
10Werder Bremen36:3230
 
111. FSV Mainz 0523:3327
 
12Fortuna Düsseldorf25:3925
 
13SC Freiburg29:3723
 
14FC Schalke 0425:3222
 
15FC Augsburg29:3718
 
16VfB Stuttgart17:4715
 
17Hannover 9620:4414
 
181. FC Nürnberg17:4612

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