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20.01.2019, 13:36

Stuttgarter Aufholjagd übertüncht so manches

"Dietrich-raus-Rufe" - VfB droht Führungskrise

Der Exodus beginnt, als Alexander Hack den Ball zum 3:0 für Mainz 05 ins Stuttgarter Tor bugsiert. Zahlreiche VfB-Fans verlassen vorzeitig die Arena, die ungekrönte Aufholjagd zum 2:3 verpassen sie - genau wie den Unmut, der sich gegen den Präsidenten richtet. "Dietrich raus", skandieren unüberhörbar Teile der Fans. Vorbote einer ungemütlichen Rückrunde für Mannschaft, Spieler, Trainer - und die Klubführung um den 70-Jährigen Boss.

Fans des VfB Stuttgart
Die Anhänger des VfB Stuttgart protestieren gegen den Vereinspräsidenten Wolfgang Dietrich.
© imagoZoomansicht

Flankiert von entsprechenden Bannern ("Dietrich raus" und "Spalter") hallen die Rufe gegen Wolfgang Dietrich aus der Cannstatter Kurve, begleitet von gellenden Pfiffen. "Dass unsere Fans, die uns immer phantastisch unterstützt haben, nach einem 0:3 zu Hause gegen Mainz sauer sind und dann auch mal ihren Unmut kundtun, ist verständlich", versucht Sportvorstand Michael Reschke nach Schlusspfiff, die Situation zu entschärfen. Doch bei gleich- und damit ausbleibendem sportlichen Erfolg wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis sich die Enttäuschung noch heftiger Bahn bricht.

VfB verpasste knapp ein Fußballwunder

Die beiden Treffer durch Nicolas Gonzalez und Marc-Oliver Kempf übertünchen in der Endabrechnung gegen den FSV vieles. So wird aus unterirdischen 45, verhaltenen 30 und kämpferisch-wilden, dynamischen 15 Minuten im Nachhinein ein nur knapp verpasstes Fußballwunder, mit dem sich leicht Augenwischerei betreiben lässt. Dabei dürften sich die VfB-Anhänger auf den Rängen in Durchgang eins wie Katastrophentouristen vorgekommen sein.

51.881 Zuschauer strömten am Samstag nach Cannstatt, 54.950 sind es im Schnitt - das ist Rang vier in der Bundesliga (hinter dem BVB, dem FC Bayern und Schalke 04) und angesichts der Darbietungen der Schwaben aller Ehren wert. Doch diese Masse, die zum Trumpf im Abstiegskampf werden kann, weil sie mit Wucht und Lautstärke eine Mannschaft nach vorne peitscht, äußert nun ihren Unmut - angesichts des Geschehens auf dem Rasen zurecht.

Dietrich rückt in den Fokus der Kritik

Dass nun Dietrich, also der Kopf des Vereins und des Aufsichtsrats der ausgegliederten VfB-AG, in den Fokus der Kritiker rückt, obgleich er mit dem Sportlichen nur bedingt zu tun hat, hat eine Vorgeschichte. Schon seine Wahl zum Präsidenten des e.V. fiel 2016 mit 57,2 Prozent ausnehmend knapp aus, wohlgemerkt ohne Gegenkandidat. An dem Unternehmer scheiden sich bei den Stuttgarter Anhängern die Geister. Was seit jeher unter anderem an seiner einstigen Tätigkeit als Sprecher des Reizprojektes "Stuttgart 21", sowie an seinen früheren Engagements bei den auf Fußball spezialisierten Finanzdienstleistern Ventric und Quattrex liegt. Sollte die sportliche Krise sich ausweiten, droht beim VfB eine Führungskrise.

Benjamin Hofmann

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Vereinsdaten

Vereinsname:VfB Stuttgart
Gründungsdatum:09.09.1893
Mitglieder:64.000 (01.07.2018)
Vereinsfarben:Weiß-Rot
Anschrift:Mercedesstraße 109
70372 Stuttgart
Telefon: 01 80 6 - 991893
Telefax: (07 11) 55 00 71 96
E-Mail: service@vfb-stuttgart.de
Internet:http://www.vfb.de

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Pl. VereinTorePkte.
1Borussia Dortmund45:1845
 
2Bayern München39:1939
 
3Bor. Mönchengladbach37:1836
 
4RB Leipzig31:1831
 
5Eintracht Frankfurt37:2430
 
6VfL Wolfsburg28:2428
 
7Hertha BSC29:2827
 
8TSG Hoffenheim33:2625
 
9Werder Bremen29:2925
 
10Bayer 04 Leverkusen26:3024
 
111. FSV Mainz 0520:2424
 
12FC Schalke 0422:2521
 
13SC Freiburg22:2821
 
14Fortuna Düsseldorf21:3421
 
15FC Augsburg26:3115
 
16VfB Stuttgart14:3814
 
17Hannover 9617:3611
 
181. FC Nürnberg15:4111

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