Werner und Rangnick müssen weiter mit einem Fluch leben

Kampl weiß: "Wir haben den Anfang verpennt"

Bundesliga - 19.01. 21:21

RB Leipzig ist Bundesliga-Spitzenreiter Borussia Dortmund als ebenbürtiger Kontrahent begegnet - und hat am Ende doch durchaus bitter mit 0:1 verloren. Woran das lag? Ganz einfach: Die Sachsen hatten sich zu Beginn nicht gut angestellt und ließen im weiteren Verlauf durchaus gute Möglichkeiten liegen. Trotzdem blickt der Klub weiter optimistisch voraus.

Sichtlich enttäuscht nach dem 0:1 gegen Dortmund: Leipzigs Kevin Kampl & Co. © imago

"Wir sind schlecht ins Spiel gestartet. Der Wille hat am Anfang ein bisschen gefehlt, in der zweiten Halbzeit waren die Chancen dann da", erkannte RB-Vorstandsboss Oliver Mintzlaff direkt nach Spielschluss gegenüber "Sky" und ergänzte - und traf damit den Nagel auf den Punkt. Denn trotz schwungvollen ersten drei Minuten agierten die Sachsen im Topspiel gegen den BVB äußerst verhalten und fingen sich berechtigterweise das entscheidende 0:1 .

In der Folge aber verkauften sich die Gastgeber teuer, erspielten sich mit engagierter Spielweise teils sehr gute Chancen - verzweifelten dabei aber weitestgehend an sich (Stichwort: offensive Fehlpässe in entscheidenden Momenten) selbst sowie am starken Torwart Roman Bürki. "Ein Punkt für uns wäre unter dem Strich verdient gewesen", so Mintzlaff weiter. Das sah Cheftrainer Ralf Rangnick, der nur drei seiner 16 Bundesliga-Duelle mit Dortmund gewonnen hat (zuletzt im September 2008 mit Ex-Klub Hoffenheim), genauso: "Wir haben die ersten 20 Minuten Mühe gehabt, den Zugriff zu kriegen. Wir waren nicht mutig genug, deswegen haben wir auch wieder vom 4-3-3 aufs bewährte 4-2-2-2 umgestellt. Die zweite Halbzeit war dann Wahnsinn, denn wenn man so viele Chancen gegen Tabellenführer Dortmund hat, dann muss man auch ein Tor erzielen. Das war einfach extrem schade für uns."

"Wir können am Ende aber auch viel Positives mitnehmen."

Kevin Kampl

Kevin Kampl, Antreiber und Aufbauspieler sowie in Abwesenheit von Willi Orban (Bank) auch noch Kapitän, hatte dem wenig hinzuzufügen: "Wir haben heute das Tor einfach nicht getroffen, Chancen genug waren da. Wir haben den Anfang, die ersten 25 Minuten klar verpennt - und da ist Dortmund auch verdient in Führung gegangen. Danach haben wir es aber gut gemacht und hätten uns belohnen müssen."

"Aus unseren Möglichkeiten Kapital schlagen"

Angst und bange wird es den Leipziger vor den anstehenden Aufgaben in Düsseldorf, in Hannover und gegen Wolfsburg im DFB-Pokal-Achtelfinale aber nicht. "Wir können am Ende aber auch viel Positives mitnehmen, weil wir gegen den Tabellenführer auch viel richtig gemacht und gut mitgehalten haben", so Kampl. Rangnick dazu: "Dass du einen Gegner wie Dortmund nicht komplett ausschalten kannst, ist doch klar. Doch über 70 Minuten waren wir nicht nur auf Augenhöhe, sondern zum Teil auch die drückendere Mannschaft. Das müssen wir einfach mitnehmen in die nächsten Wochen und aus unseren Möglichkeiten Kapital schlagen."

Ob da dann auch Timo Werner, mit dem RB in den nächsten Wochen in Sachen Zukunft Klarheit schaffen will (Kampl: "Natürlich wollen wir Spieler alle, dass er hierbleibt - wir wissen, dass er ein Weltklasse-Spieler ist"), wieder ein Tor erzielen wird? Möglich. Denn seinen Angstgegner hat er erst einmal wieder aus den Augen: Auch im neunten Duell mit dem BVB ist dem deutschen Nationalspieler noch kein einziger Treffer gelungen.

mag

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