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12.01.2019, 15:11

München: Wer konnte überzeugen? Wer hat enttäuscht?

Die Erkenntnisse aus dem Bayern-Trainingslager

Top-Bedingungen, höchst intensive Einheiten. Das Trainingslager des FC Bayern in Doha, Katar, war ein guter Start ins Jahr 2019. Doch was fiel auf in diesen sieben Tagen? Welche Spieler konnten punkten? Für wen lief es enttäuschend? Der kicker war dabei und erklärt die Auffälligkeiten.

Trainer Niko Kovac
Hat das Rennen um die Meisterschaft noch nicht aufgegeben: Trainer Niko Kovac.
© imagoZoomansicht

Sieben Tage lang und zum elften Mal absolvierte der FC Bayern sein Wintertrainingslager in Katar, dem Gastgeberland der Weltmeisterschaft 2022. Die Bedingungen in Doha, an der Aspire Academy, waren zum Fußballspielen perfekt: 25 Grad warm, aber nicht zu heiß; ein optimaler Rasen; eine Anlage auf höchstem Niveau. Dort begann der Startschuss für die Mission Aufholjagd auf Borussia Dortmund, das mit sechs Punkten Vorsprung vor dem Rekordmeister die Tabelle anführt.

Kampfansagen an Dortmund

Sie alle, Spieler wie Trainer, blicken nahezu ausschließlich auf das Meisterschaftsrennen, sprechen sich Mut zu und schicken die eine oder andere Kampfansage an den BVB, der sich im spanischen Marbella auf die Rückrunde vorbereitet. "Ich denke, dass wir am Ende Meister werden", sagte Niklas Süle. Manuel Neuer meinte: "Bei Dortmund lief nicht alles perfekt, sie hatten auch Glück." Und die sechs Zähler Rückstand seien ohnehin "nicht viel", so der Kapitän.

Bayern ist also überzeugt von sich selbst und davon, die Schale auch zum siebten Mal in Folge an die Isar zu holen. Doch wie lief es sportlich? Was fiel auf? Wer konnte überzeugen? Und wer konnte die Woche in Doha nicht für sich nutzen?

James überzeugte sofort mit feinen Pässen - aber Müller erhielt den Vorzug

Eine der besten Nachrichten für die Bayern: James ist zurück. Der Kolumbianer hat seinen Außenbandteilanriss im Knie auskuriert, konnte sofort voll mittrainieren, spielte auch schon wieder gewohnt feine Pässe. Ihm hat die Woche mit dem Team gutgetan, auch wenn ihn Trainer Niko Kovac meist bei Trainingsspielen in die B-Mannschaft einteilte. Im A-Team erhielt Thomas Müller den Vorzug auf der Zehn. Auf den Flügeln spielten Serge Gnabry und Franck Ribery (bis zu seiner Verletzung beim letzten Geheimtraining). Weil auch Arjen Robben noch nicht hundertprozentig fit ist - er übte nur individuell -, sollte Kingsley Coman nachrücken. Für den Franzosen war die Woche unheimlich wertvoll. Denn nach seinem Comeback kurz vor Weihnachten fehlte ihm die endgültige Frische, die er nun in den intensiven, meist zweistündigen Einheiten aufholen konnte.

Davis: sehr schnell, aber oft unsicher

Auf der Außenbahn gibt es dann noch Neuzugang Alphonso Davies, der "schon gut integriert ist", wie Neuer sagt. Der 18-Jährige überzeugte mit Schnelligkeit in seinen Aktionen, allerdings waren ihm im letzten Drittel - ob Pass oder Torabschluss - noch Unsicherheiten anzumerken. So wählte er oft die Sicherheitsvariante, brach den Angriff ab, spielte den Ball zurück. Er braucht noch Zeit, um sich an den FCB anzupassen.

Martinez und Sanches fehlte die Entschlossenheit

Ein eher müdes Gesicht gab Javi Martinez ab. Der Spanier wirkte häufig nicht entschlossen genug, ihm mangelte es beim Zweikampf oder bei Pässen an der letzten Konsequenz. Ähnlich sah es bei Renato Sanches aus: unglückliche Ballverluste, Fehlpässe und schludrig im Abschluss. Die beiden konnten daher wohl kaum punkten. So sollten Thiago und Leon Goretzka im Mittelfeldzentrum die Nase vorn haben.

Innenverteidiger: Zweikampf zwischen Hummels und Boateng

Bei den Außenverteidigern spielten Joshua Kimmich und David Alaba in den Trainingsspielen ihre gewohnte Rolle. Trainer Kovac schulte das Duo insbesondere in puncto Raumverhalten, erklärte, wann der Gegner gedoppelt werden müsse, und wie man die Wege zustelle. Bleibt noch das Innenverteidiger-Trio. Auf Niklas Süle wird gebaut, Jerome Boateng und Mats Hummels müssen sich wohl um den Platz neben dem 23-Jährigen streiten. Boateng zählte in Doha aber fast immer zum A-Team, das sich zusammensetzte aus: Neuer - Kimmich, Süle, Boateng, Alaba - Thiago, Goretzka - Gnabry, Müller, Ribery - Lewandowski. So wie vor der Winterpause, als der FC Bayern zurückfand in die Erfolgsspur. Gegen Hoffenheim soll es weitergehen. "Falls wir da gut starten sollten", sagte Müller, "kann sich schon das Gefühl verfestigen, dass man nicht zu schlagen ist. Da wollen wir wieder hin."

Georg Holzner

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