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12.01.2019, 11:17

Filbry: "Wir haben viel erreicht"

Werder: Die Bilanz der Südafrika-Tour

Am Samstagabend um 19.40 Uhr Ortszeit soll der Werder-Tross planmäßig von Johannesburg aus in Richtung Heimat abheben. Die Stunden davor sind geprägt von den Vorbereitungen zum Aufbruch. Zeit für eine Bilanz des zehntägigen "Abenteuers" der Grün-Weißen in Südafrika.


Aus dem Bremer Trainingslager in Randburg berichtet Thiemo Müller

Max Kruse im Gespräch mit Kindern
Der Mehrwert ergab sich neben dem Platz: Max Kruse im Gespräch mit Kindern.
© imagoZoomansicht

Zusammengefasst lässt sich festhalten: Es war ganz gewiss kein "normales" Trainingslager aufgrund der intensiven Eindrücke, welche die Profis abseits ihrer hauptberuflichen Aktivitäten auf dem Rasen sammelten. Rein sportlich allerdings herrschte "business as usual".

Neben dem wegen eines heftigen Unwetters abgebrochenen Test gegen die Kaizer Chiefs am vergangenen Sonntag war der Trainingsrasen vor Ort schon das Ungewöhnlichste. Auf dem stumpfen Grün versprangen die Bälle mitunter erheblich. Für Trainer Florian Kohfeldt dennoch kein Problem. Erstens sei der Rasen im spanischen Algorfa vor einem Jahr "ähnlich gewesen", zweitens genüge "eine Einheit in Bremen, um sich wieder umzustellen", so der Fußballlehrer. Auch darauf, dass die Bälle dann wieder "etwas anders fliegen als auf 1700 Meter Höhe" in Randburg. Für den Coach Kleinigkeiten, auch bei den Profis wäre etwaige Verstimmung über die ungewohnten Details nicht erkennbar gewesen. Den Stand der Vorbereitung bezeichnen denn auch alle Beteiligten als absolut zufriedenstellend. "Wir sind mit dem Trainingslager sehr, sehr zufrieden", verkündet gar Kapitän Max Kruse. "Wir haben sehr gut gearbeitet, mit vielen läuferischen Aspekten. Jetzt müssen wir das eben auch in Punkte umsetzen."

Mangelhafte Chancenverwertung, Konteranfälligkeit und individuelle Fehler

Kohfeldt gibt sich "zuversichtlich", dass dies direkt am kommenden Samstag in Hannover gelingt, bei allem ebenfalls geäußerten Respekt vor dem Gegner. "Wir konnten alle Inhalte durchziehen, die wir uns vorgenommen haben", so der Cheftrainer. Dass bei der Generalprobe gegen ein B-Team des südafrikanischen Spitzenreiters BidVest Wits nur ein 2:2 heraussprang "macht mich nicht nervös". Denn: "Mir war wichtig zu sehen, was wir im Training gemacht haben. Damit war ich zufrieden." Gleichwohl traten die entscheidenden Schwachpunkte der Hinrunde weiterhin zutage: Mangelhafte Chancenverwertung, Konteranfälligkeit und krasse individuelle Fehler, die Gegentore heraufbeschwören. Dass Kohfeldt seinen Schützlingen vorhalten musste, beim Auslösen des Gegenpressings "nicht aggressiv genug" gewesen zu sein, ist zumindest kein gutes Zeichen. Werders Profis müssen bis kommenden Samstag noch in den Wettkampfmodus schalten. Wieder mit an Bord sein werden in Hannover die angeschlagenen Theo Gebre Selassie und Johannes Eggestein, die den Abschlusstest verpassten. Hinter Florian Kainz (muskuläre Probleme im Oberschenkel) steht noch ein Fragezeichen. Ungewiss auch, ob es bei Philipp Bargfrede nach seiner Verletzungspause bereits für die Startelf reicht.

Hätte der Trainer allein entschieden, hätte er natürlich gesagt: Wir wollen lieber nach Spanien oder Portugal.Klubchef Klaus Filbry

Mit Blick auf die PR-Aktivitäten vor Ort verbucht Klubchef Klaus Filbry die Reise als vollen Erfolg: "Wir haben viel erreicht, viele Maßnahmen für südafrikanische Medien durchgeführt. Marco Bode war in der größten südafrikanischen Sportshow und Radioshow zu Gast. Da hatten wir hier an einem Tag eine Reichweite von über sieben Millionen Menschen." Dass die Testspiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden mussten und nicht im südafrikanischen TV übertragen werden durften, bleibt ein Wermutstropfen, dessen man sich aber vorab bewusst war. "Wir haben uns trotzdem entschieden, hierher zu fliegen", hält Filbry fest, "weil Südafrika ein wichtiger Zielmarkt für die Bundesliga ist. Wir sind solidarischer Teil der Liga und sehen uns als Verein daher auch in der Verantwortung. Schließlich sind wir auch alle gerne dabei, wenn die TV-Gelder aus der internationalen Vermarktung ausgeschüttet werden." Allerdings räumte Filbry unverblümt ein: "Hätte der Trainer allein entschieden, hätte er natürlich gesagt: Wir wollen lieber nach Spanien oder Portugal."

Township-Besuch - "Das hat etwas bei den Jungs ausgelöst"

Dem Eindruck, das Kerngeschäft habe unter den Marketingaspekten gelitten, tritt Kohfeldt jedoch deutlich entgegen: "Wir haben den Sport keinesfalls um die PR-Aktivitäten herum geplant. Als das Ziel Südafrika feststand, habe ich meinen Plan festgelegt. Alles andere wurde damit in Einklang gebracht." So sei auch der Nachtflug "überhaupt kein Problem gewesen. Wir konnten am ersten Tag die gleiche Trainingseinheit durchführen wie wenn wir in die Türkei, nach Portugal oder ins Zillertal geflogen wären."

Und im Nachhinein bewertet Kohfeldt das Rahmenprogramm teilweise sogar explizit als Pluspunkt: "Was ich als positiven Effekt vorab gar nicht hoch genug eingeschätzt habe, war der Township-Besuch der Mannschaft. Das hat etwas bei den Jungs ausgelöst. Diesen Mehrwert hast du beispielsweise nicht in Marbella." Auch objektiv bleibt jedenfalls so viel festzuhalten: Sollte Werder in der Rückrunde die Erwartungen nicht erfüllen, dann wären die Gründe dafür nicht in der Südafrika-Tour zu suchen.

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