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07.01.2019, 10:28

Bremen: PR-Tour in Südafrika läuft nicht rund

Werder: Ein Camp mit Hindernissen

Werder Bremen ist quasi im Auftrag der DFL in Südafrika unterwegs, um Werbung für die Bundesliga zu machen. Das Bemühen um größtmögliche Aufmerksamkeit wird durch die südafrikanische Liga allerdings massiv torpediert. Und auch die Trainingsbedingungen sorgen nicht für große Zufriedenheit.


Aus dem Bremer Trainingslager in Randburg/Südafrika berichtet Thiemo Müller

PR-Tour ohne Zuschauer: Die Testspiele finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
PR-Tour ohne Zuschauer: Die Testspiele finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
© imagoZoomansicht

Wenn man so will, war der Abbruch des Bremer Tests gegen die Kaizer Chiefs in Johannesburg am Sonntagabend so etwas wie das "i-Tüpfelchen" auf ein Spiel, das ohnehin von kuriosen Begleitumständen geprägt wurde. Denn: Während Werder vor Ort Werbung für die Bundesliga machen soll und entsprechende finanzielle Unterstützung durch die DFL erhält, stößt diese PR-Tour in Südafrika selbst nicht auf ungeteilte Gegenliebe. Freundschaftsspiele ihrer Klubs, so die Vorgabe der heimischen Liga, dürfen derzeit nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden und auch nicht im südafrikanischen TV übertragen werden. Hintergrund ist der laufende Punktspielbetrieb, der sich aktuell sogar in einer Englischen Woche befindet.

"Die südafrikanische Liga hat Sorge, dass Aufmerksamkeit von ihr weggezogen wird", erklärt Werders Aufsichtsratschef Marco Bode. Immerhin durften zumindest die mitgereisten Bremer Fans ins Stadion, zudem eine Reihe von Besuchern aus dem Umfeld des gastgebenden Klubs. Somit bildeten dann rund 200 Zuschauer die Kulisse im über 94.000 Plätze bietenden FNB-Stadion, dem Schauplatz des WM-Finals von 2010. Auch am Freitag, im zweiten geplanten Test beim Erstligisten BidVest Wits, wird die Resonanz zwangsläufig ähnlich mager sein. Das Bemühen um größtmögliche Aufmerksamkeit für Werder und die Bundesliga wird so natürlich massiv torpediert. "Schon schade", findet das Bode. "Es war uns zwar vorher klar, aber man sollte für die Zukunft da doch eine andere Lösung finden." Das ginge logischer Weise nur im Dialog zwischen DFL und südafrikanischer Liga - und wäre naturgemäß eine Frage des Geldes. Die DFL müsste wohl oder übel für eine Zuschauer-Freigabe und landesweite TV-Übertragung zahlen. Ob das als lohnend zu erachten wäre, bleibt zweifelhaft.

"Das zeigt die Stärke und Beliebtheit der Marke Werder"

Dass Werders Präsenz in der Metropolregion Johannesburg praktisch untergeht, glaubt Bode dennoch nicht: "Es gibt auch abseits der Spiele viele Ansatzpunkte, wodurch die Bundesliga von unserer Anwesenheit profitiert." So stehen für Profis und Verantwortliche zahlreiche Interviews mit südafrikanischen Medien auf dem Programm. Am Dienstag folgt der Besuch einer sozialen Einrichtung für Jugendliche in Johannesburg, von der man sich ebenfalls eine öffentliche Wirkung verspricht. "Wir freuen uns, hier Botschafter für die Liga sein zu können", betont Bode. "Das wir dafür ausgewählt wurden, zeigt die Stärke und Beliebtheit der Marke Werder, die so ein Aufenthalt nur weiter steigern kann." Zudem sei die damit verbundene persönliche Horizonterweiterung für jeden Profi "ein Gewinn". Am freien Montag stehen für Max Kruse und Kollegen wahlweise ein Besuch des Apartheid-Museums, der Trip in einen Löwenpark oder eine Johannesburg-Tour auf dem Programm. Das schadet gewiss keinem und kann, ebenso wie das Zusammenwohnen in Vierer-Bungalows auf der erstklassigen Hotelanlage, den Teamgeist positiv beeinflussen.

Lange Reise und kein sportlicher Mehrwert

Allein: Ein sportlicher Mehrwert der extrem langen Reise lässt sich im Vergleich zu Zielen wie Spanien oder Portugal nicht ableiten. Das liegt zum einen an der überraschenden Unbeständigkeit des Wetters, zum anderen an der grundsätzlichen Beschaffenheit des Trainingsrasens, auch wenn diese vorab bekannt war. Beide Komponenten sind nicht vergleichbar mit den herausragenden Bedingungen, die etwa der FC Bayern oder einst Schalke seit Jahren in schönster Regelmäßigkeit in Katar antreffen. Die Beschaffenheit des Trainingsgeländes nennt Bode denn auch "bestmöglich. Es gibt Unterschiede, die sind zu akzeptieren". Anpassungsprobleme der Profis an den deutlich stumpferen Rasen sind bei flachen Bällen logisch und nicht zu übersehen. Für eine Bilanz des bis Samstag währenden Camps ist es ohnehin noch zu früh, doch seit dem Spielabbruch "ist die Zufriedenheit relativiert", wie Trainer Florian Kohfeldt zugibt. Ob die Bewertung am Ende mindestens "Okay" lautet oder der Südafrika-Trip sportlich als Schlag ins Wasser verbucht werden muss, wird maßgeblich von einem reibungslosen Verlauf des Testspiels am Freitag abhängen.

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