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06.12.2018, 16:20

DFB-Schiedsrichterchef äußert sich zur Elfmeter-Szene

Fröhlich zum Handchaos: "Beide Male im Graubereich"

Es war eines der Aufregerthemen des vergangenen Bundesliga-Spieltags: Der gegen Schalkes Bastian Oczipka verhängte Handelfmeter beim 1:1 in Hoffenheim. Nun äußert sich DFB-Schiedsrichterchef Lutz-Michael Fröhlich zu der umstrittenen Szene.

Ishak Belfodil und Schalkes Bastian Oczipka (v.li.)
Zwei Protagonisten beim Handchaos in Sinsheim: Ishak Belfodil und Schalkes Bastian Oczipka (v.li.).
© Getty ImagesZoomansicht

Was war passiert? Ishak Belfodil schoss im Liegen und aus äußerst kurzer Distanz den Ball an den Arm Oczipkas, der den TSG-Angreifer gerade stellen wollte, also mitten in der Bewegung war. Schiedsrichter Dr. Robert Kampka pfiff und entschied auf Handelfmeter. Erstaunlich vor allem deshalb, weil Sekundenbruchteile vor dieser Szene Belfodil der Ball - ebenso in einer Gegenbewegung - an den Arm geschossen wurde. Eigentlich eine vergleichbare Situation, laut Sky-Schiedsrichterexperte Peter Gagelmann aber sei lediglich Oczipkas "Handspiel" strafbar gewesen. Warum? Das fragte sich am Samstagabend so mancher Stadionbesucher.

Fünf Tage nach der beschriebenen Szene meldet sich via DFB-Webseite nun Fröhlich, Leiter der Elite-Referees zu Wort. Am Wochenende war er krankheitsbedingt nicht im Einsatz. Ganz allgemein sagt er: "Bei den etwa 50 Handspielbewertungen in den bisher 107 Bundesligaspielen der Saison 2018/2019 waren wir insgesamt auf einem guten Weg, was eine klare und vor allem einheitliche Regelauslegung angeht." Bewertet werde qua Regelwerk die Absicht, dazu würden Kriterien herangezogen wie "Arme über Schulterhöhe hinaus, vom Körper abgespreizte oder deutlich abgewinkelte Arme, die Bewegung der Arme oder der Hand zum Ball". Diese seien "in fast allen Fällen klar und regeltechnisch korrekt umgesetzt worden".

Ein systematisches Problem also auf Basis eines vielleicht zu komplizierten und unpräzisen Regeltextes (und dessen nicht immer nachvollziehbarer Auslegung) sieht Fröhlich demnach nicht. Im Gegenteil, die Regelauslegung sei klar und berechenbar, speziell "was Abwehraktionen mit weit abgespreizten Armen angeht".

Suche nach dem richtigen Ansatz

Anders äußerten sich die betroffenen Trainer Domenico Tedesco und Julian Nagelsmann am Samstagabend, sie plädierten für eine Vereinfachung ohne die oben aufgeführten Kriterien. Das wäre dann die berühmte "Hand, die zum Ball geht". Die aktuelle Diskussion bei den Regelhütern aber, so Fröhlich, bewegt sich "weg von der Intention der Absicht hin zu der Einschätzung eines Bewegungsablaufs, ob dieser natürlich erfolgt". Was auf Basis des Begriffs "Absicht" nachvollziehbar ist, denn kein Schiedsrichter kann ja in den Kopf eines Spielers schauen, um Absicht oder Nicht-Absicht zu erkennen. Die Frage ist nur, ob diese Herangehensweise einen komplexen Sachverhalt vereinfachen wird oder ob nicht vielmehr der Ansatz Nagelsmanns und Tedescos erfolgversprechender wäre.

20 Szenen beim Kurzseminar

Denn offenbar herrscht Anlass, die Hand-Problematik zu thematisieren, schließlich wurden beim Kurzseminar in Düsseldorf in dieser Woche laut Fröhlich 20 solcher Szenen durchgesprochen. "Darunter auch die Spielsituationen, die die aktuelle öffentliche Diskussion auslösten", sagt Fröhlich. Zudem auch eine weitere Szene aus dem 1:1 zwischen der TSG und Schalke: Daniel Caligiuri flankte, der Ball prallte an die Hüfte des grätschenden Steven Zuber und von dort an den nach oben gestreckten Arm des Schweizers. "Es hätte gut und schlüssig in diese Regelauslegung gepasst, wenn es bei dem Strafstoß beim Handspiel des Hoffenheimer Spielers Zuber geblieben wäre", urteilt der 61-Jährige, der sich, wie er auf Nachfrage erklärte, gewünscht hätte, dass der Video-Assistent Kampka nicht in die Review-Area geschickt hätte.

Konkret wurde er dann gegenüber dem kicker auch in der Sache Oczipka/Belfodil. Fröhlich sagte, dass man sich "beide Male im Graubereich" bewegt hätte. Es wäre eher kein Handspiel gewesen, allerdings "ist das immer eine individuelle Bewertungsfrage und die situative Entscheidung ist in dieser Schnelligkeit schwer zu treffen", stellt sich der Schiri-Boss vor seine Schützlinge. Daher griff in diesem Fall auch nicht der Video-Assistent ein, da es sich nicht um eine klare Fehlentscheidung gehandelt habe.

Benni Hofmann

 

kicker

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