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05.12.2018, 19:34

München: Seit acht Spielen nicht mehr zu Null

Last-Minute-Bayern: Einst Stärke, heute Problem

Die einen sprachen vom Bayern-Dusel, die anderen von Mentalität und Willen. Vielleicht war es in der Vergangenheit auch ein Mix aus beidem, wenn die Münchner in den Schlussminuten eine Partie entschieden haben. Es ist vor allem - wenn Bayern so spät traf - ein Mix aus Klasse der Münchner, Glauben daran und Angst der Gegner vor diesem Wissen, es die Bayern oft irgendwie doch noch schaffen. Beispiele gibt es genug. Zuletzt aber, gerade im eigenen Stadion, war der Rekordmeister vor allem in diesen Endphasen ungewöhnlich anfällig.

Patrik Andersson
Der Schuss zur Meisterschaft: Patrik Andersson trifft gegen den HSV zum 1:1.
© imagoZoomansicht

Diese Last-Minute-Allergie bei Heimspielen kennt man in München aus der Vergangenheit wohl nur vom historischen Königsklassen-Endspiel 1999 in Barcelona, als der FCB sich in der Nachspielzeit Manchester United 1:2 geschlagen geben musste. Ansonsten haben die Bayern ganz gute Erfahrungen mit Schlussphasen eines Spiels gesammelt: Damals, im Mai 2001 beispielsweise, als Schalke schon ein paar Minuten die Meisterschaft gefeiert hatte und das Team von Ottmar Hitzfeld in der Nachspielzeit durch einen indirekten Freistoß zurückschlug. Dank Patrick Anderssons Schuss durch die Mauer in Hamburg schnappten sich die Münchner die Schale in letzter Sekunde.

Ähnlich war's 2013. Im Champions-League-Finale. In der 89. Minute schob Arjen Robben den Ball zum 2:1-Siegtreffer über die Linie. Wenige Monate später beim UEFA Supercup gegen Chelsea rettete Javi Martinez den FCB in der 121. Minute ins Elfmeterschießen, wo Keeper Manuel Neuer dann den entscheidenden Schuss von Romelu Lukaku entschärfte. Kurios ging es auch vor anderthalb Jahren in Berlin zu, als Robert Lewandowski in der sage und schreibe sechsten Minute der Nachspielzeit noch den 1:1-Ausgleich erzielte ? und das sind nur die Highlights, es gibt noch massig Beispiele mehr.

Wie Bayern in den Schlussminuten Punkte verschenkte

Dodi Lukebakio
Später Rückschlag: Dodi Lukebakio trifft in der 93. Minute zum 3:3 bei den Bayern.
© imagoZoomansicht

Momentan sieht es anders aus. So gar nicht Bayern-like. Seit vier Bundesligapartien im eigenen Wohnzimmer ist der Serienmeister der vergangenen sechs Jahre nämlich sieglos. Angefangen hat diese Misere mit dem 1:1 gegen Augsburg, als die Münchner trotz einer Vielzahl an Chancen in der 86. Minute den Ausgleich kassierten. Gegen Freiburg wiederholten sich die Ereignisse. Bayerns Defensive konnte eine Hereingabe nicht abwehren, 1:1 in der 89. Minute. Vor anderthalb Wochen gegen Düsseldorf verspielte das Team von Trainer Niko Kovac sogar eine zweimalige Zweitoreführung. Wieder in der Schlussphase. Das 3:3 fiel in der 93. Minute. "In diesen drei Spielen haben wir sechs Punkte verschenkt, die uns jetzt fehlen", sagt der Coach. Inklusive dem 2:3 in Dortmund sind es sogar schon neun Zähler. Nur Augsburg (10) und Leverkusen (11) gaben mehr aus der Hand. Voriges Jahr ließen die Bayern insgesamt nur sieben Punkte nach einem Vorsprung liegen. Ihre vormalige Stärke ist derzeit eine ihrer Schwachstellen.

Seit acht Spielen nicht mehr zu Null

Wo einst die breite Brust und das Münchner Selbstbewusstsein ein Spiel zu Gunsten des FCB entschieden, herrscht heute in der Defensive Unsicherheit, keine Souveränität mehr. Letztmals ohne Gegentreffer blieb der Rekordmeister am 22. September auf Schalke (2:0). Acht Spiele ist das her. Seitdem haben die Bayern nur drei der neun Ligaduelle gewonnen, bei einem Torverhältnis von 14:16. Ein weiteres Zeichen des mangelnden Selbstvertrauens: Bisher konnten die Münchner einzig gegen Leverkusen (0:1, Wendell, in der 5. Minuten nach einem Strafstoß) einen Rückstand drehen. Vergangene Saison holte der FCB noch die meisten Siege, nachdem der Gegner in Führung gegangen war: 18 Zähler bei sechs Siegen.

Georg Holzner

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